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Thema in Sachsen Archiv

106 Episoden
59 Minuten
Verfolgt man die öffentliche Debatte um die Abschaltung der letzten drei Atomkraftwerke in Deutschland fällt auf: Viele Menschen sind in Sorge, dass Energie nun knapp und alles noch teurer werden könnte. Einer Umfrage zufolge hätten sich sogar 81 Prozent der Sachsen gewünscht, dass die Meiler länger als bis zum 15. April am Netz geblieben wären. Und Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) schlussfolgert beim Erneuern seiner Kritik am Atom-Aus diese Woche: "Wir müssen eine neue Energiewende aufsetzen." Doch ist die bisherige Idee von der Energiewende wirklich gescheitert, nur weil Deutschland jetzt keinen Atomstrom mehr produziert? Welche Folgen hat es auf die Preise, wenn die zuletzt verbliebenen rund 6 Prozent Atomstrom künftig im Strommix fehlen? Und wie weit ist das Land eigentlich bei der Energiewende? Das sind die Kernfragen, um die es in der neuen Folge des Podcasts "Thema in Sachsen" geht. Die Antworten der beiden in dem Podcast befragten Experten fallen eher zuversichtlich aus. Gunter Erfurt, CEO des in Sachsen produzierenden Solarunternehmens Herstellers Meyer Burger, ist sich sogar sicher: "Wir werden in zehn Jahren zurückblicken und sagen: 'Das war ja einfach'". Ein Satz, der in der aktuell durch eher negativ geprägte Nachrichten dominierten Zeit, einmal erfreulich anders klingt. Etwas zurückhaltender aber dennoch ähnlich argumentiert Dominik Möst, Energieökonom und Professor am Institut für Wirtschaftswissenschaften an der TU Dresden. Bei der Stromerzeugung sieht er den Anteil erneuerbarer Energien in den nächsten zehn Jahren auf Werte von 70 bis 75 Prozent steigen. Im Gesamtsystem, also auch mit den Bereichen Verkehr und Gebäude, seien 35 Prozent realistisch. Schließlich sagt er: "Die Energiewende ist nicht gescheitert. Wir stecken mittendrin." Weitere Schwerpunkte und Fragen in diesem Podcast: - Hat sich der Energiemarkt nach einem Jahr Krise jetzt beruhigt? - Wieso der Gaspreis sich auf einem etwa verdoppelten Niveau einpendelt - Kann der Osten wieder zum weltweiten Vorreiter der Solarindustrie werden? - Welche Lösungen gibt es bei Speichern und Netzausbau - Importeur oder Exporteur: Deutschlands Rolle im europäischen Energiemarkt
59 Minuten
Die Kapazitäten zur Unterbringung von Flüchtlingen in Dresden sind erschöpft. Bis Herbst werden deshalb an neun Standorten sogenannte "mobile Wohneinheiten" aufgebaut. Sie sollen zwei Jahre stehen bleiben. Konkret geht es dabei um Container, in denen vier Personen leben können. Im Podcast "Thema in Sachsen" erklärt Dresdens Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Die Linke), wieso sich die Stadt für diese Lösung entschieden hat. "Wohncontainer sind für uns die bessere Alternative zu Zeltstädten, wozu sich beispielsweise Leipzig für kommunal zugewiesene Flüchtlinge entschieden hat", sagt Kaufmann. Die Container seien zwar nicht vergleichbar mit festen Unterkünften, kämen dem aber näher als große Sammelunterkünfte. Außerdem sei auch die Belegung von Messe- und Turnhallen keine Alternative. "Obwohl man als Kommune darauf schnell Zugriff hätte." Und schnell muss es tatsächlich gehen. Denn nachdem die Stadt im vergangenen Jahr über 9.000 Menschen aus der Ukraine und 1.600 Asylsuchende aus den klassischen Herkunftsländern Syrien, Türkei, Venezuela, Afghanistan und Irak untergebracht hat, sei "unser Puffer jetzt aufgebraucht", erklärt Kaufmann. In diesem Jahr erwartet die Stadt 2.200 Asylsuchende. Hinzu komme noch die Gruppe der Ukrainer, die zusätzliche Kapazitäten auf dem ohnehin angespannten Markt für Sozialwohnungen binde. Dass die Schaffung von neun Container-Standorten mit Kapazitäten zwischen 42 und 152 Plätzen für Spannungen in der Bevölkerung sorge, verstehe Kaufmann. Um Ressentiment und Ängsten zu begegnen, sei bewusst eine Reihe mit Bürgerdialogen geplant. Bei der ersten Auflage am vergangenen Freitag in der Dreikönigskirche hatten Gegner der geplanten Maßnahme sich teils lautstark zu Wort gemeldet. "Uns ist sehr bewusst, dass der Diskurs nicht vergnügungssteuerpflichtig wird", sagt Kaufmann. Jedoch sei es eine Lehre aus den Jahren 2015 und 2016, die Bevölkerung frühzeitig zu involvieren. Weitere Schwerpunkte und Fragen in diesem Podcast: - Rückblick auf den Bürgerdialog in der Dreikönigskirche - Wie wird an den Container-Standorten für Sicherheit gesorgt - Wie Dresden weitere Kapazitäten schaffen will - Wie Integrationsprozesse verbessert werden können
43 Minuten
"Der Wolf ist kein Kuscheltier", das ist der Titel eines aktuellen Positionspapiers der sächsischen CDU. Darin verleiht die Partei ihren Forderungen nach einem Umdenken im Umgang mit dem Raubtier in mehrerlei Hinsicht Nachdruck, unter anderem nach einer jährlichen Abschussquote. In der neuen Folge des Podcasts "Thema in Sachsen" erklärt Georg-Ludwig von Breitenbuch, Fraktionsvize der CDU im sächsischen Landtag: "Wir brauchen endlich diese Entscheidung der Vernunft." Von Breitenbuch, selbst Landwirt und Jäger in Nordsachsen, hält eine aktive Bestandsregulierung für unerlässlich und stellt klar: "Der jährliche Zuwachs liegt bei 30 Prozent. Wenn man den Bestand halten will, muss man also 30 Prozent schießen." Doch wäre eine Quote wirklich das richtige Mittel, um Nutztierbestände zu schützen und Wölfe von Gebieten fernzuhalten, in denen sie mehr Schaden als Nutzen stiften? Marie Neuwald, Referentin für Wölfe und Beweidung beim Naturschutzbund NABU, hält dagegen: "Eine Quote würde bei Wölfen nichts bringen, weil sie territoriale Tiere sind. Es ist rein biologisch nicht zu erwarten, dass es auf einer kleinen Fläche massenhaft Wölfe gibt." in Rudel, in der Regel bestehend aus rund acht Tieren, besetze durchschnittlich ein Territorium mit einer Fläche von 200 bis 250 Quadratkilometer. Zum Vergleich: Das entspricht etwa der Fläche der Stadt Chemnitz. Bei einer Quote von 30 Prozent dürften auf dieser Fläche folglich zwei oder drei Tiere pro Jahr abgeschossen werden. Es blieben also trotzdem fünf Wölfe übrig, die für Nutztierhalter gefährlich werden könnten, rechnet Neuwald vor und stellt klar: "Eine Quote entbehrt nicht vom Herdenschutz." Weitere Schwerpunkte und Fragen in diesem Podcast: - Spaltet das Positionspapier der CDU die sächsische Landesregierung? - Nutzt die CDU das Thema, um gegen die AfD im ländlichen Raum zu punkten? - Ist das sächsische Wolfsmanagement gut oder verbesserungswürdig? - Wie sieht die Lage in anderen Bundesländern aus? - Warum stellt sich die Bundesregierung gegen die Unionspläne zur Abschussquote? -Was schreibt der Rechtsrahmen in Sachsen, dem Bund und der EU zum Schutz von Wölfen vor?
52 Minuten
Die Räumung des Protestcamps "Heibo" und die sich anschließende Rodung des 7,5 Hektar großen Waldstücks westlich von Dresden markiert zwar des Ende einer anderthalb Jahre andauernden Besetzung, nährt jedoch die Diskussion über ein noch größeres Kiesabbauvorhaben in der Region. Die neue Folge des Podcasts "Thema in Sachsen" arbeitet den großen Polizeieinsatz von vergangener Woche auf und fragt, ob sich die Ereignisse wiederholen werden, wenn es bald um 134 Hektar geht. Es berichten die Reporterin Luisa Zenker und der Reporter Connor Endt über ihre Erlebnisse von der Räumungsaktion des Areal mit dem Namen "Würschnitz 1". Rund 1.000 Polizisten waren daran beteiligt, hinzu kamen Kräfte von THW, Rettungsdienst und Sachsenforst. Dass bei diesem Großeinsatz eine gewisse Anspannung in der Luft gelegen habe, sei ihnen aufgefallen. "Festzuhalten bleibt aber, dass es bis auf ein paar Ausnahmen schon relativ friedlich verlief", sagt Endt. Die Gründe dafür liegen, so vermuten es die beiden Reporter, einerseits im deeskalierenden Auftreten der Einsatzkräfte, andererseits aber auch am Verhalten des überwiegenden Teils der Demonstrierenden. "Sie haben mit ihrer Aktion, den geplanten Kiesabbau und den damit verbundenen Eingriff in die Natur kritisieren wollen", so Zenker. Der grüne Landtagsabgeordnete Volkmar Zschocke, der ebenfalls zu Gast im Podcast ist, äußert diese Bedenken auch und mahnt: "Die Grünen sind nicht gegen Kiesabbau in Sachsen. Wenn es passiert, muss es aber im Einklang mit der Natur und Umwelt geschehen." Bei den Abbauplänen für das noch größere Areal "Würschnitz-West", für das aktuell ein Planfeststellungsverfahren läuft, hat Zschocke Bedenken. "Wir haben in der Vergangenheit gesehen, dass etwa zum Auffüllen abgetragenen Kieses auch bergbaufremde Stoffe - etwa Bauschutt - verwendet wurden", sagt Zschocke. Zudem hält es der Grüne für fraglich, dass es folgenlos für das Grundwasser bleibe, wenn darüber liegende Schichten bis auf einen Meter abgetragen würden. Das Sächsische Wirtschaftsministerium, unter dessen Dach das für die Planung zuständige Oberbergamt angesiedelt ist, nimmt dazu Stellung. Staatssekretärin Ines Fröhlich (SPD) sagt: "Das erteilte Baurecht ist an hohe ökologische Anforderungen geknüpft." Zudem soll das Verfahren transparent und für die Öffentlichkeit nachvollziehbar gemacht werden. Weitere Fragen dieser Podcast-Folge: - Wieso befinden sich die Grünen beim Thema "Heibo" in einer Zwickmühle? - Warum wirbt Sachsen für eine Reform des Bergrechts auf Bundesebene? - Ist "Würschnitz-West" überhaupt noch zu verhindern? - Wie gefährlich ist der Protest in Baumhäusern eigentlich? - Und: Wird wie im "Heibo" auch in "Würschnitz-West" irgendwann Wald besetzt?
57 Minuten
Der Prozess um den Einbruch ins Grüne Gewölbe in Dresden dauert seit etwas mehr als einem Jahr an. Beobachter meinen, das Verfahren am Landgericht Dresden ist mindestens genauso spektakulär wie seine Vorgeschichte, der Einbruch selbst. Denn was seit Prozessbeginn im Januar 2022 alles passiert ist, war so nicht vorherzusehen: Es gibt geständige Angeklagte, Juwelen, die ihren Weg nach Dresden zurückgefunden haben, einen sogenannten Deal - und noch immer teilweise sehr große Fragezeichen. Im Podcast "Thema in Sachsen" ordnet SZ-Gerichtsreporter Alexander Schneider die wichtigsten Ereignisse und Fragen des Verfahrens ein: - Wie vertrauenswürdig sind die Geständnisse der sechs Tatverdächtigen? - Was führte dazu, dass im Dezember Teile der Beute in einer Berliner Anwaltskanzlei an Ermittler der Dresdner Sonderkommission Epaulette übergeben wurden? - Wieso waren die 31 übergebenen Schmuckstücke in einem schlechten Zustand? - Wie wirkt sich das auf ein mögliches Strafmaß für die Angeklagten aus? - Und: Was weiß man über zwei noch Unbekannte, die an der Tat beteiligt gewesen sein müssen? Neben dem Journalisten Schneider spricht in dem Podcast auch der Vorsitzende Richter und Sprecher des Landgerichts, Andreas Feron, über die Besonderheiten des Prozesses. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden, Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt, äußert sich zur Stabilität der getroffenen Vereinbarung, also des Deals. Und Thomas Geithner, Sprecher der Polizeidirektion Dresden, schildert, wie sich der Prozess aus Perspektive der Ermittler aktuell darstellt.
40 Minuten
Fünf Anläufe hat es gebraucht, nun ist Dresdens Stadtspitze seit einer Woche immerhin wieder fast vollständig - bestehend aus einem Oberbürgermeister und fünf beigeordneten Fachbürgermeistern. Vorausgegangen war ein Bürgermeisterstreit, der die sächsische Landeshauptstadt in ein fast fünf Monate andauerndes Führungskoma versetzt hat. Die neue Folge des Podcasts "Thema in Sachsen" arbeitet die Ereignisse auf und blickt voraus. Denn das politische Tauziehen ist längst noch nicht vorbei ... Für Lokalreporter Dirk Hein, der seit 15 Jahren aus dem Dresdner Rathaus berichtet, ist klar: "So etwas haben meine Kollegen und ich noch nicht erlebt." Der Journalist beschreibt in dem Podcast, warum die Abstimmung über die Bürgermeisterposten in einem Patt mündete, den nur noch ein Schlichterspruch von Außen lösen konnte. Wer hat welche Interessen verfolgt? Wie arbeiten die einzelnen Lager nach wie vor offensichtlich mehr gegeneinander als miteinander? Worauf konnte man sich jetzt eigentlich einigen? Und, weil ein Bürgermeisterposten nach wie vor vakant und umkämpft ist, stellt sich die Frage: Wie soll das alles weiter gehen, ohne dass noch mehr Schaden entsteht? Außerdem im Gespräch: Hans Vorländer, Politikwissenschaftler und Direktor des Zentrums für Verfassungs- und Demokratieforschung an der TU Dresden. Er spricht über die Folgen und die öffentliche Wahrnehmung dieses Streits. "Das war kein Ruhmesblatt, und zwar für keinen der Beteiligten", sagt er und findet: "Die einzige Gewinnerin ist derzeit die Stadt selbst, weil es jetzt doch zumindest eine Stadtregierung gibt."
35 Minuten
Die Eröffnung der "Veganen Fleischerei" in Dresden vor etwas mehr als einer Woche hat eine Diskussion angestoßen: Darf sich das Geschäft so nennen, wenn doch dort gar kein Fleisch, sondern ausschließlich tierfreie Produkte angeboten werden? Im Podcast "Thema in Sachsen" bei Sächsische.de stellt Stefan Meyer-Götz, einer der Inhaber des Geschäfts, klar: "Wir verarbeiten doch Fleisch: Fruchtfleisch." Meyer-Götz und seinen drei Mitgründern sei jedoch auch bewusst gewesen, dass der Name polarisiere. Allerdings sei es nicht ihr Hauptanliegen gewesen, für eine vornehmlich auf Sozialen Medien ausgetragene öffentliche Debatte zu sorgen. "Wir sind aber trotzdem glücklich, wie der Start gelaufen ist", verrät der Unternehmer und berichtet, was in den ersten Tagen alles passiert ist. Außerdem erklärt Meyer-Götz, wie das Geschäft seine veganen Lebensmittel herstellt und was diese maßgeblich von klassischer Supermarktware unterscheide. "Vor allem die Frische", führt er aus und lässt hinter die Kulissen blicken. In einem zweiten Gespräch in diesem Podcast ordnet der Dresdner Lebensmittelchemiker und Ernährungsexperte Thomas Henle das Grundsätzliche zum Oberbegriff "vegane Ernährung" ein. Henle ist Professor am Institut für Lebensmittelchemie an der TU Dresden. Er erklärt, wie gesund oder ungesund vegane Produkte sein können und worauf man bei Einkauf sowie Verzehr wert legen sollte. Und er begründet, bei allem Respekt um das Marketinggeschick bei der Namenswahl, wieso bei der "Veganen Fleischerei" eigentlich von einer "Bäckerei" die Rede sein müsste.
35 Minuten
T-Shirt statt Rollkragen: Das Wetter in Sachsen hat zum Jahreswechsel die Folgen des Klimawandels überdeutlich gemacht. In Dresden-Hosterwitz wurden am 31. Dezember 19,4 Grad gemessen: neuer sächsischer Rekord seit Beginn der Wetteraufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes. So wie in Dresden ist es überall in Sachsen aktuell ungewöhnlich warm. Die Temperaturen sind die gesamte erste Woche des Jahres höher als üblich. "Und das wird auch die nächsten zwei Wochen wohl noch so bleiben", sagt Valeri Goldberg vom Institut für Hydrologie und Meteorologie an der TU Dresden im Podcast "Thema in Sachsen" voraus. Der Meteorologe erklärt außerdem, wieso es für einen richtigen Winter in diesem Jahr nur noch "ein Fünkchen Hoffnung" gebe. Mit Blick auf die zum Jahreswechsel gemessenen Höchstwerte spricht Goldberg von einer "neuen Kategorie von Erwärmung und wagt eine Prognose für den Winter der Zukunft. Für Sachsens Skiregionen bedeuten die aktuellen Bedingungen, dass nirgendwo mehr Betrieb möglich ist. Als letzter Ort schloss Altenberg unter der Woche seinen Hang, in Oberwiesenthal ist schon seit Weihnachten die Saison unterbrochen. Oberwiesenthals Bürgermeister, Jens Benedict, sagt im Podcast: "Die nächsten Wochen machen mir schon Sorgen." Die Stadt am Fuße des Fichtelbergs ist mit über 6.000 Betten und mehr als 200 Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen der wichtigste touristische Wintersportort Sachsens. Die Folgen des Klimawandels mit immer trockener werdenden Sommern und warmen Wintern seien die größte Aufgabe für die Zukunft der Region. Benedict erklärt, wie sich seine Stadt wandelt, um perspektivisch vom Schnee unabhängiger zu werden.

Das RS-Virus

42 Minuten
Kliniken in manchen Regionen Sachsens blicken mit Sorge auf die bevorstehenden Wochen. Das Respiratorische Synzytial-Virus, kurz RSV, bringt Krankenhäuser zum Teil an Kapazitätsgrenzen. In dieser Folge des Podcasts "Thema in Sachsen" beantwortet Professor Reinhard Berner, Leiter der Kinder- und Jugendmedizin am Dresdner Uniklinikum, die wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit dem Virus: - Was ist RSV und wieso gibt es aktuell eine große Infektionswelle? - Wie ist die Lage in Sachsen - und Deutschland? - Warum sind vor allem Kleinkinder von schweren Verläufen betroffen? - Gibt es auch für Erwachsene Risiken? - Welche Therapieformen und Heilungsaussichten gibt es? - Wie kann man sich und seine Kinder schützen? - Und: Würde es jetzt helfen, wenn die Menschen vermehrt freiwillig Masken tragen? Spannend sind neben den rein medizinischen Fakten auch Fragen, die der Kindermediziner mit Blick auf die Pharmaindustrie selbst stellt. Etwa die, wieso es gegen das Virus, das schon seit den 1970er-Jahren erforscht ist, noch keine Schutzimpfungen gibt? Berner sieht den Grund dafür darin, dass das RS-Virus nur kleine Kinder betreffe. "Die Verkaufszahlen eines Impfstoffes, den man sich vorstellen könnte, wären wahrscheinlich einfach nicht ausreichend, um eine solche Entwicklung mit dem nötigen Nachdruck zu versehen." Darüber hinaus spricht Berner über die kritische Lage an den Kliniken, deren Personal infolge von drei Jahren Corona-Pandemie am Limit ist und zunehmend auch in andere Branchen abwandert.
1 Stunde 1 Minute
Die Adventszeit hat begonnen - und es gibt mit Blick auf die vergangenen beiden Jahre diesmal eigentlich nichts, was daran hindert, wieder ganz normal Weihnachten zu feiern. Corona ist zwar noch da, spielt aber bei Weitem nicht mehr die beherrschende Rolle. Man darf sich sehen, es gibt Weihnachtsmärkte, Läden haben offen, Einkaufsmeilen sind voll. Und Lichterketten hängen auch überall. Dennoch ist Weihnachten auch diesmal besonders - und irgendwie doch nicht wie immer. 2022 ist ein Jahr, das durch viele Krisen bestimmt ist. Krieg, Inflation, Energiekrise, hohe Lebenshaltungskosten: Können wir uns Weihnachten wie immer leisten? Dieser zentralen Frage geht die neue Folge des Podcasts "Thema in Sachsen" in Sachsen nach. Drei Gäste aus verschiedenen Bereichen berichten über die Auswirkungen der Krisen auf die aktuelle "Weihnachtsstimmung" und welche Perspektiven sie sehen.
53 Minuten
7,7 Millionen Menschen allein aus der Ukraine halten sich momentan in verschiedenen Ländern der Europäischen Union auf, meldet es die Flüchtlingsagentur UNHCR der Vereinten Nationen Anfang November. 57.000 davon sind auf der Suche nach Sicherheit vor dem von Russland im Februar begonnenen Krieg bisher nach Sachsen gekommen. So berichtet es die Präsidentin der Landesdirektion Sachsen, Regina Kraushaar, im Podcast "Thema in Sachsen". Doch nicht nur aus der Ukraine sind Menschen auf der Flucht vor Krieg, humanitären Krisen oder anderen Gründen, die dafür sprechen, Asyl zu suchen. In den Erstaufnahmeeinrichtungen kommen vermehrt auch Menschen aus Syrien, dem Irak, Afghanistan oder zum Teil auch aus Georgien und Venezuela an. Mit Stand November summiert sich die Zahl aller in diesem Jahr von der Landesdirektion Sachsen (LDS) registrierter Flüchtlinge auf 72.000 Menschen. Damit haben bereits jetzt schon mehr Menschen in Sachsen Zuflucht gefunden als im Jahr 2015 (70.000 Menschen). Doch ist die Situation heute mit der von 2015 überhaupt vergleichbar, als die Unterbringung Tausender Flüchtlinge einen gesellschaftlichen und organisatorischen Kraftakt forderte? Dieser zentralen Frage geht die neue Folge von "Thema in Sachsen" nach. Außerdem wird insbesondere auf den Landkreis Bautzen geblickt, der angibt, keine Flüchtlinge mehr aufnehmen zu können, und wo seit dem Brandanschlag auf eine geplante Unterkunft, dem Spreehotel in Bautzen, Ende Oktober die Stimmung aufgeheizt ist.
60 Minuten
Es ist unruhig im Dynamoland. Nach drei turbulenten Spielzeiten in der Pandemie, mit Abstieg, Aufstieg und Wiederabstieg läuft es sportlich in der 3. Liga derzeit schlechter als erwartet. Hinzu kommt, dass zuletzt wieder vermehrt Themen im Vordergrund stehen, die mit Fußball nichts zu tun haben. Allerdings, so scheint es, ist der Umgang mit den Ausschreitungen beim Spiel am 1. Oktober in Bayreuth diesmal ein anderer als bei früheren vergleichbaren Ereignissen. Es rumort wahrnehmbar deutlich im und um den Verein. Verantwortliche, Öffentlichkeit, Politik und Fans bis hin zu Teilen der Ultras sind sich einig: So kann es nicht weitergehen. Befindet sich Dynamo also an einem Wendepunkt? Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Jürgen Wehlend sagt im Podcast "Thema in Sachsen": "Man kann wahrnehmen, dass ein gewisses Umdenken und auch ein neues Handeln einsetzt. Dadurch, dass Akteure aus den verschiedensten Bereichen plötzlich zusammenfinden und Gespräche miteinander führen, die vorher so nicht geführt wurden." Wehlend gibt in dem einstündigen Interview Einblicke in die Arbeit des Vereins und wie es jetzt, wo Konsequenzen von allen Seiten gewollt wie gefordert sind, hinter den Kulissen arbeitet. Was sagen die rund 25.000 Mitglieder? Wie reagiert die Fanszene auf den jüngst verkündeten "Maßnahmenkatalog"? Oder welchen Einfluss haben Aussagen des sächsischen Innenministers Armin Schuster (CDU), der nach Bayreuth "eine bundesweite Dimension" erreicht sieht und sich um das Image Dresdens sorgt? Die Aufarbeitung laufe, betont Wehlend. Lösungen und Vorschläge stünden zur Diskussion und schon im November soll es ein Gesprächsforum geben. Um Ereignisse, die mit Fußball nicht zu tun haben, künftig zu vermeiden, richtet Wehlend einen Appell an Fans und Mitglieder: "Die Antwort ist einfach: Steht auf Leute, macht die Augen auf, lasst es nicht laufen! Erhebt die Stimme."
48 Minuten
Erst Corona und jetzt die geballte Ladung: Energiekrise, Inflation und der ohnehin seit Jahren bestehende Personalmangel. Nach einem Sommer mit stabilen Umsätzen stehen Gastronomen im Winterhalbjahr erneut vor großen Herausforderungen und stellen sich existenzielle Fragen. - Wie entwickeln sich die Gästezahlen weiter? - Wie viel sind Gäste noch bereit zu zahlen angesichts steigender Kosten überall? - Wie soll Energiesparen im Gastgewerbe funktionieren? - Was unternimmt die Politik - und wie schnell könnten Hilfen kommen? Der Chef des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Sachsen, Axel Klein, beantwortet im Podcast "Thema in Sachsen" die drängenden Fragen zur aktuellen Lage. Er berichtet dabei auch von positiven Signalen. So würden sich die Unsicherheiten der Gegenwart noch nicht maßgeblich auf die Umsätze auswirken. Jedoch berichtet Klein von einer besorgniserregenden Entwicklung: einem anhaltenden "Kneipensterben". Demnach sinke die Zahl der Betriebe in Sachsen jährlich um drei Prozent. Aufgrund fehlender Planungssicherheit in der Energiekrise sei eine Trendwende unwahrscheinlich. Betroffen sei vor allem die klassische Servicegastronomie. "Also Gaststätten und das traditionelle Wirtshaus", so Klein. Dass Gastronomen mit modernen Konzepten den Krisen aber auch trotzen können, zeigt das Beispiel des Café Oswaldz in der Dresdner Neustadt. Das Lokal hat sich vergrößert und ist jetzt auch ein Frühstücksrestaurant. Betreiber Vineeth Surendranath erklärt im Podcast, wieso er den Schritt ausgerechnet jetzt gegangen ist und wie wichtig dabei neben einem Qualitätsversprechen die Digitalisierung von Bestellabläufen ist.
41 Minuten
Das neue Schuljahr in Sachsen läuft erst seit einem Monat, die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft GEW spricht aber schon jetzt davon, noch nie so eins erlebt zu haben. Die Personaldecke ist dünn, die Belastung hoch und Lehrkräfte demonstrieren gegen einen - wie sie sagen - drohenden "Bildungsnotstand". Doch ist die Lage im sächsischen Bildungssystem wirklich so angespannt? Wie viel Personal fehlt und wie viel Unterricht fällt aus? Und was unternimmt eigentlich die Politik gerade? In dieser Folge des Podcasts "Thema in Sachsen" gibt es Antworten und mögliche Lösungen für den Personalengpass. Zu hören sind: Andrea Schawe, SZ-Reporterin mit Schwerpunkt Bildungspolitik, mit einer Analyse zur Lage. Die Oberschullehrerin Antonia Georgi und der Gymnasiallehrer Philipp Hallmann, die berichten, wie sich die angespannte Personalsituation auf ihre Arbeit und ihr Leben auswirkt. Und der Dresdner GEW-Personalrat Michael Woye, der unter anderem die Folgen der vom Kultusministerium aufgemachten Debatte um Teilzeitstunden beschreibt.
1 Stunde 3 Minuten
Die Preise für Strom, Gas, Mobilität - einfach für alles, wozu Energie benötigt wird, sind seit dem russischen Angriff auf die Ukraine gestiegen. Und das teils so erheblich, dass inzwischen etwas mehr als ein Drittel der Sachsen befürchtet, in den nächsten drei Monaten Rechnungen nicht mehr richtig bezahlen zu können. Das ergab kürzlich eine Umfrage von Sächsische.de. Die Verunsicherung bei Privathaushalten und in der Wirtschaft ist groß. In dieser Folge des neuen Podcast "Thema in Sachsen" gibt es deshalb eine Lagebestimmung: - Wo stehen wir gerade in der Energiekrise? - Wer bekommt was vom dritten Entlastungspaket der Bundesregierung? - Und was können Deutschland und insbesondere das Land Sachsen perspektivisch tun, um nach dem Wegbrechen Russlands als Hauptlieferant für Gas nicht in die nächsten Abhängigkeiten zu stürzen? Zu Gast in dieser Folge: Die Journalistin Nora Miethke und der Rektor der TU Bergakademie Freiberg Klaus-Dieter Barbknecht.
Thema in Sachsen

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Der Podcast über Thema, die Sachsen bewegen