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Wieso? Weshalb? Warum? - Der Podcast über Kindermedien Archiv

47 Episoden
1 Stunde 1 Minute
Mit meinem heutigen Gast Lars Montag spreche ich über „Träume sind wie wilde Tiger“. Hinter diesem Titel verbirgt sich die aktuellste Produktion aus der Initiative „Der besondere Kinderfilm“ – und Lars hat bei diesem Film Regie geführt. Nachdem ich in der letzten Folge dieses Podcasts mit Margret Albers über die Idee und die Strukturen der Initiative gesprochen habe, konnte ich mit ihm nun also einen Blick in das Kreativ-Department eines Kinderfilms werfen. Zuletzt hat Lars bei der mehrfach preisgekrönten Netflix-Serie „How to sell drugs online (fast)“ Regie geführt. Mit „Träume sind wie wilde Tiger“ hat er nun zum ersten Mal einen Kinderfilm realisiert – wobei Lars eigentlich die Bezeichnung „Familienfilm“ bevorzugt. Was er darunter versteht, wie er sich der Aufgabe genähert hat, einen Film mit Kindern und für Kinder umzusetzen und welche Parallelen es zwischen der Produktion einer Coming of Age-Serie und einem Kinderfilm gibt, das macht den einen Teil unseres Gesprächs aus. „Träume sind wie wilde Tiger“ bietet aber auch aufgrund seiner Geschichte jede Menge Gesprächsstoff. Der Film ist nämlich eine moderne Interpretation des indischen Bollywood-Kinos und arbeitet sich als sogenannte Culture Clash-Komödie an zahlreichen Klischees und Stereotypen ab – in Deutschland, wie auch in Indien. Wie gut das dem Film gelingt, das liegt am Ende im Auge des Betrachters. Für mich war es jedenfalls sehr aufschlussreich und spannend, gemeinsam mit Lars hinter die Kulissen der Produktion schauen zu können. Am 03. Februar kommt „Träume sind wie wilde Tiger“ in die deutschen Kinos. Falls ihr euch den Film mit euren Kindern anschauen wollt: Keine Sorge! Wir verraten längst nicht alles über den Inhalt. Unser Gespräch könnte allerdings eure Perspektive auf das gemeinsame Kinoerlebnis verändern. Und genau das ist es ja, was dieser Podcast im besten Fall bewirken möchte. In diesem Sinne wünsche ich euch viel Spaß und gute Unterhaltung beim Talk mit Lars Montag über seinen Film „Träume sind wie wilde Tiger“.
1 Stunde 20 Minuten
Mit meinem heutigen Gast Margret Albers spreche ich über besondere Kinderfilme. Margret wurde mal als „eine der wichtigsten Advokat*innen des deutschen Kinderfilms" bezeichnet – und diese Zuschreibung ist sicher nicht ganz unbegründet. 20 Jahre lang hat sie das Kindermedienfestival „Goldener Spatz“ geleitet. Sie war Vorstandsprecherin des Fördervereins Deutscher Kinderfilm, ist Co-Studienleiterin der Akademie für Kindermedien, Präsidentin der European Children’s Film Association – und eben auch die Projektleiterin der Initiative „Der besondere Kinderfilm“, einem Förderprogramm für originäre Kinderfilmstoffe. Seit der Gründung im Jahr 2013 wurden mithilfe der Initiative und in Kooperation mit zahlreichen Partnern bereits zehn besondere Kinderfilme realisiert – von der Drehbuchentwicklung bis hin zur Produktion. Der Weg von der ersten Vision bis hin zum ersten Film war allerdings holprig. Die Geschichte von der Initiative „Der besondere Kinderfilm“ ist eine Geschichte über gute Ideen und die richtige Zeit, um sie reifen zu lassen, aber auch über Ausdauer, Beharrlichkeit und gezielte Lobbyarbeit. Margret hat diesen langwierigen Prozess mit initiiert, ihn stetig begleitet und demzufolge auch viel darüber zu erzählen. Wir sprechen nicht nur über die komplexen Strukturen der Initiative, sondern auch über die Merkmale eines besonderen Kinderfilms. Über kindliche Heldenreisen und die Gemeinsamkeiten von Horrorfilmen und Kinderfilmen. Viel Spaß und Inspiration beim Gespräch mit Margret Albers über die Initiative „Der besondere Kinderfilm.“
1 Stunde 3 Minuten
Mit meinem heutigen Gast Anke Meinders spreche ich darüber, wie Kinder sicher und selbstbestimmt im Internet unterwegs sein können. Anke ist Geschäftsführerin bei fragFinn, einer Suchmaschine, die Kindern einen geschützten Surfraum im Internet bietet. Das Angebot basiert auf einer sogenannten Whitelist, also einer Datenbank, in der für Kinder interessante und unbedenkliche Websites gesammelt werden. Auf diese Weise sorgt fragFinn dafür, dass Kinder beim eigenständigen Recherchieren im Netz möglichst gute Onlineerfahrungen machen. Positiver Jugendmedienschutz wird dieser konzeptionelle Ansatz genannt. Was in der Theorie bestechend einfach klingt, ist in der Praxis allerdings gar nicht so leicht umzusetzen, denn natürlich müssen die bei fragFinn gelisteten Webseiten zahlreiche Standards erfüllen, um in die Whitelist aufgenommen zu werden. Für Anke und ihr Team gilt es also, jedes potentiell unbedenkliche Internetangebot genau zu prüfen und sicherzustellen, dass sich Kinder dort tatsächlich auch gut aufgehoben fühlen. Dem gegenüber steht jedoch der Anspruch, die Grenzen dieses eingeschränkten Surfraums möglichst weit zu fassen, denn nur so ist Angebot für Kinder letztlich auch attraktiv. Wie lassen sich diese zwei Ziele miteinander vereinbaren? Welche Kriterien muss eine Website erfüllen, um als für Kinder unbedenklich eingestuft zu werden? Was suchen Kinder eigentlich im Internet und wie gelingt es, ihren unterschiedlichen Bedürfnissen und Kompetenzen angemessen gerecht zu werden? Über all das und vieles mehr habe ich mit Anke gesprochen. Als Startrampe für Kinder ins Internet bezeichnet sie fragFinn gerne. Ich freue mich, auch euch nun auf diese Startrampe mitnehmen zu können und wünsche euch viel Spaß beim Talk mit Anke Meinders über die Kindersuchmaschine fragFinn.
1 Stunde 6 Minuten
Mit meinem heutigen Gast Horst Peter Koll gehe ich der Frage nach, wie gute Kinderfilme und ein interessiertes Publikum zusammenfinden können. Horst Peter ist Filmjournalist und Filmkritiker, war viele Jahre Chefredakteur der Zeitschrift „Filmdienst“ und versteht sich selbst als Lobbyist für den Kinderfilm. Als solcher bringt er nicht nur viel Erfahrung und Expertise, sondern vor allem auch eine große Leidenschaft für gute Kinderfilme mit. Ich hatte das Vergnügen, Horst Peter in seiner Kölner Wohnung treffen zu dürfen, wo wir bei einer Tasse Tee nicht nur über sein Selbstverständnis als Filmkritiker gesprochen haben, sondern auch über den filmkulturellen Wandel der letzten Jahre. Wie findet man als Filmkritiker die richtige Sprache, um einen gelungenen Vermittlungsprozess einzuleiten? Welche Räume gibt es, um dem Kinderfilm die gebotene Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen? Und warum finden Kinderfilme in der allgemeinen Medienberichterstattung so wenig statt? Horst Peter macht keinen Hehl daraus, dass die Lage kompliziert ist, versucht in seiner Rolle als Kurator für die Streamingplattform „Filmfriend“ aber auch, zeitgemäße Wege zu beschreiten, um Eltern und damit letztendlich auch Kindern gute Kinderfilme schmackhaft und möglichst unkompliziert zugänglich zu machen. Ich habe ihn als einen engagierten, überzeugten und nicht zuletzt sehr herzlichen Menschen kennengelernt und ich bin mir sicher, dass es euch genau gehen wird, wenn ihr unserem Austausch zuhört.
1 Stunde 6 Minuten
Mit meinem heutigen Gast Dr. Maya Götz spreche ich über die Bedeutung von Medien für die Identitätsentwicklung von Kindern. Maya ist promovierte Medienwissenschaftlerin und Medienpädagogin und leitet seit fast 20 Jahren das Internationale Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen beim Bayerischen Rundfunk. In dieser Rolle hat sie zahlreiche Studien initiiert und durchgeführt, die auf ganz unterschiedliche Weise den Einfluss von Medieninhalten auf die kindliche Entwicklung untersuchen. Einer ihrer Forschungsschwerpunkte ist die Analyse des Kinder- und Jugendfernsehens aus geschlechtersensibler Perspektive – und genau darüber habe ich mit Maya gesprochen. Die Fragen, welche Inhalte Jungen und Mädchen im Fernsehen angeboten werden, wie diese Inhalte entstehen und welche Stereotypen und Rollenklischees darin reproduziert und somit auch kultiviert werden, standen im Mittelpunkt unseres Gesprächs. Ihr werdet merken: Maya hat über die Jahre ein unglaubliches Fachwissen angehäuft. Entsprechend hoch ist auch die Informationsdichte dieser Podcast-Folge. Ich glaube kaum, dass es möglich ist, noch mehr Inhalte in einer Stunde Gespräch unterzubringen, fand den Austausch mit ihr aber trotzdem sehr erhellend. Denn mit den Forschungsergebnissen aus ihren Studien legt Maya nicht nur viele akute Missstände offen, sondern unterstreicht vor allem die Bedeutung von guten Inhalten, redaktioneller Verantwortung und nicht zuletzt einer reflektierten Haltung all der Menschen, die Medieninhalte für Kinder produzieren. Nicht nur ihr kleiner psychologischer Test gleich am Anfang unseres Gesprächs lädt zum Nachahmen und zum Nachdenken darüber ein. Viel Spaß beim Talk mit der Medienwissenschaftlerin Maya Götz.
1 Stunde 1 Minute
Mit meinem heutigen Gast Inge Kutter spreche ich über ZEIT LEO. Das ist das Kindermagazin der Wochenzeitung DIE ZEIT, das seit mittlerweile zehn Jahren regelmäßig erscheint und als zuständige Chefredakteurin weiß Inge natürlich viel über die Zeitschrift zu erzählen. Neben den konkreten Inhalten hat mich vor allem interessiert, welcher grundlegende Anspruch hinter dem Magazin steckt. Werden Kinder hier einfach als die Leserinnen und Leser von morgen gesehen, oder als eine Zielgruppe verstanden, die ganz eigene Bedürfnisse, Wünsche und Erwartungshaltungen mitbringt? Wie genau grenzt sich ZEIT LEO vom Mutterblatt DIE ZEIT ab? Und welchen Stellenwert hat ein Print-Magazin für Kinder überhaupt in einer Zeit, in der digitale Plattformen auch den Medienkonsum von Kindern immer mehr zu dominieren scheinen? Inge erzählt davon, welche Ideen im Jahr 2011 zur Gründung des Magazins geführt haben und welches Verständnis von Kindheit ihm bis heute zugrunde liegt. Wir diskutieren die Frage, ob sich auch Kinder schon für Politik interessieren und wie sich gesellschaftspolitische Themen inhaltlich für sie aufbereiten lassen. Außerdem sprechen wir über die Rolle des ZEIT LEO-Kinderrats und den Unterschied zwischen „Kinder schreiben lassen“ und „Kinder zu Wort kommen lassen“. Welche spezifischen Potentiale stecken in einem Print-Magazin und ist dieses Format tatsächlich noch ein zeitgemäßes Medium für Kinder? Findet es einfach selbst heraus! In der aktuellen Folge von „Wieso? Weshalb? Warum?“ mit Inge Kutter – der Chefredakteurin des Kindermagazins ZEIT LEO. Viel Spaß!
1 Stunde 13 Minuten
Mit meinem heutigen Gast Jürgen Sleegers spreche ich über die Bildungspotentiale von Computerspielen. Jürgen ist nämlich nicht nur ein leidenschaftlicher Zocker, sondern auch MedienSpiel-Pädagoge. In seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent am Institut für Medienforschung und Medienpädagogik der Technischen Hochschule Köln, verbindet er seine ganz persönliche Leidenschaft für digitale Spielkultur mit zahlreichen Fragestellungen zur Medienerziehung von Kindern und Jugendlichen. Er kennt sich also nicht nur bestens auf dem Computerspielemarkt aus, sondern hat auch jede Menge Methoden im Gepäck, die Eltern und Pädagog*innen dabei helfen, mit Kindern und Jugendlichen über Games ins Gespräch zu kommen. Jürgen und ich kennen uns schon länger und da wir beide in Köln leben, haben wir die Gelegenheit genutzt und uns für die Aufzeichnung dieser Podcast-Folge persönlich in seinem Büro getroffen. Unter Beobachtung einer lebensgroßen Super Mario-Figur vergleichen wir die Spielmechaniken von analogen und digitalen Spielen. Wir sprechen über sein spannendes Forschungsprojekt zum Thema „Ethik und Games“, vor allem aber über die Frage, welche Potentiale im gemeinsamen Spiel mit den eigenen Kindern stecken. Wie eigentlich immer, war die Zeit mal wieder viel zu kurz für die vielen Fragen, die ich eigentlich an Jürgen hatte. Weil es aber so herrlich war sich face to face gegenüber zu sitzen, haben wir auch den formalen Rahmen dieses Podcasts etwas spielerisch interpretiert und ihn ein klein wenig überschritten. Gerade deshalb hat mir der Austausch mit Jürgen so großen Spaß gemacht und ich bin mir fast sicher, dass er auch euch mit seinem spürbaren Enthusiasmus für digitale Spiele anstecken wird.
1 Stunde 4 Minuten
Mit meinem heutigen Gast Nicola Jones spreche ich über das Kindermedienfestival Goldener Spatz. 1979 in der DDR gegründet, gilt die Veranstaltung heute als das größte Festival für deutschsprachige Kindermedien. Natürlich richtet es sich mit seinem Programmangebot vornehmlich an Kinder, als sogenanntes Arbeitsfestival aber auch an die Macherinnen und Macher von Kindermedien. Alljährlich nutzen auch sie das Festival zum fachlichen Austausch und gemeinsamen Diskurs über die aktuellen Entwicklungen in der Branche. Lange hat Nicola in der Filmförderung gearbeitet, bevor sie vor fünf Jahren die Leitung des Festivals übernommen hat, das im Juni bereits zum zweiten Mal mit einem umfassenden Online-Programm über die virtuelle Bühne ging. Trotz Corona blieb das Festival seiner inhaltlichen Ausrichtung aber treu: Präsentiert wurden wieder aktuelle Kino- und Fernsehproduktionen für Kinder, darüber hinaus richtet der Goldene Spatz seinen Blick inzwischen aber auch auf digitale Erzählformate für die jüngste Zielgruppe. Über die Preisträgerinnen und Preisträger entscheiden aber nicht etwa Erwachsene, sondern die wahrscheinlich besten Expert*innen für gute Kindermedienangebote – nämlich die Kinder selbst. Ihr seht: Das Konzept wie auch das Programm vom Goldenen Spatz bieten viele Anknüpfungspunkte für diesen Podcast. Ich spreche mit Nicola nicht nur über die Juryarbeit der Kinder, sondern auch über den grundsätzlichen Stellenwert des Kinderfilms in Deutschland und im europäischen Vergleich. Offen gestanden konnte ich nur einen Bruchteil meiner Fragen an Nicola loswerden, trotzdem war es für mich ausgesprochen aufschlussreich und spannend, hinter die Kulissen des Festivals blicken zu können. Und das wird es hoffentlich auch für euch sein, wenn ihr nun das Gespräch mit Nicola Jones über das Kindermedienfestival Goldener Spatz hört.
1 Stunde 2 Minuten
Mit meinem heutigen Gast Daniel Brochwitz spreche ich über digitale Produkte für Kinder. Daniel ist Geschäftsführer von „KIDS Interactive“, eine der wenigen Agenturen, die sich auf die Entwicklung von digitalen Lern- und Spielanwendungen und auf die Umsetzung von Websites für Kinder spezialisiert hat. Sein Team erarbeitet gerade den Relaunch für die Kinderfilmwelt – das Online-Angebot des KJF für junge Filmfans – und so lag es für mich auf der Hand, mich mit ihm etwas ausführlicher über seine Arbeit und das Selbstverständnis seiner Agentur zu unterhalten. Mich hat interessiert, welche Qualitätskriterien Daniel für digitale Kindermedienangebote formuliert, ob er eine besondere Verantwortung gegenüber seiner Zielgruppe verspürt und wie er auf den digitalen Wandel des Bildungssystems schaut. Wir klären Begriffe wie „Augmented Reality“, „Gamification“ oder „Immersives Lernen“, tauschen uns aber auch über den manchmal schwierigen Spagat zwischen gemeinnützigen Aufträgen aus dem Bildungsbereich und kommerziellen Projekten für Unternehmen aus. Ob sich persönliche inhaltliche Ansprüche und die wirtschaftlichen Interessen einer Agentur wiedersprechen oder zwei Seiten der selben Medaille sind, all das ist Thema in diesem Gespräch.
55 Minuten
Mit meinem heutigen Gast Tim Gailus spreche ich über die inhaltliche Beteiligung von Kindern im Kinderfernsehen. Seit sechs Jahren ist Tim Moderator der Sendung „Timster“, das medienpädagogische Fernsehformat des KiKA. Darin lernen Kinder die Welt der Smartphones, Tablets, und Spielekonsolen, aber auch die Welt der Bücher, Filme und des Internets kennen. Tim möchte Kindern vor allem den Spaß an Medien vermitteln, klärt sie aber auch über die Risiken und mögliche Gefahren im Umgang mit ihnen auf. Nach sechs erfolgreichen Jahren hat die Redaktion der Sendung nun ein paar konzeptionelle Veränderungen vorgenommen. Dazu gehört, dass Tim die Sendung jetzt nicht mehr allein moderiert – darum heißt „Timster“ nun auch „Team Timster“. Dazu gehört aber auch, dass die jungen Zuschauerinnen und Zuschauer aktiv in die Vorbereitung der Sendungen einbezogen werden. Nach rund zwei Monaten ziehen Tim und ich heute eine vorläufige Bilanz: Wie hat die Beteiligung von Kindern den Charakter der Sendung verändert? Welche Fragen und Wünsche bringen sie ein? Wie lässt sich Partizipation in einem Format wie „Team Timster“ methodisch überhaupt umsetzen? Und führt die Mitbestimmung von Kindern manchmal auch zu inhaltlichen Konflikten? Wenn sie zum Beispiel wissen möchten, wie sie ihre Eltern zum Kauf eines Smartphones überreden können, dann scheinen moralische Konflikte praktisch vorprogrammiert. Im Gespräch berichtet Tim aber nicht nur von seiner Arbeit, sondern spricht auch über digitales Glück und seine Vorbildfunktion als Erklärer im Kinderfernsehen. Bildnachweis: KiKA/Carlo Bansini
1 Stunde
Mit meinem heutigen Gast Margrit Lenssen spreche ich über ein Fernsehformat für Kinder, mit dem ich selbst schon geworden bin. Margrit ist nämlich die leitende Redakteurin der Sendung „Löwenzahn“ beim ZDF. Vor rund 40 Jahren ging das Format an den Start, damals noch mit Peter Lustig, der in über 20 Jahren zu einer echten Kultfigur wurde. Nicht ohne Grund schrieb die FAZ im Jahr 2005, als Peter Lustig sich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedete, vom „wichtigsten Personalwechsel im deutschen Fernsehen, seit Thomas Gottschalk Frank Elstner ablöste.“ Als sein Nachfolger zog der Schauspieler Guido Hammesfahr in den wahrscheinlich berühmtesten Bauwagen der Nation ein. Für Kinder, die die Sendung heute schauen, ist er längst zur neuen Kultfigur des Formats geworden. Zusammen mit seinem Hund Keks geht er als Fritz Fuchs immer wieder neuen Alltagsfragen auf den Grund und erklärt Kindern Zusammenhänge aus Natur, Umwelt und Technik. Vordergründig scheint also Vieles beim Alten geblieben zu sein – aber ist das wirklich so? Im Gespräch mit Margrit wollte ich herausfinden, wie es ihr und ihrem Team gelungen ist, ein so bekanntes aber eben auch altes Format wie „Löwenzahn“ zeitgemäß weiterzuentwickeln. Klar geht das nicht, ohne dabei auch einen Blick in die Vergangenheit mit Peter Lustig zu werfen. Eigentlich hatte ich mir aber fest vorgenommen, dabei nicht mehr als unbedingt nötig in den Erinnerungen meiner eigenen Fernsehkindheit verhaftet zu bleiben. Ich befürchte allerdings, das mir das nicht so richtig gut gelungen ist. Ohne Zweifel hätte Margrit gerne mehr über „Löwenzahn“ in der Gegenwart gesprochen, am Ende springen wir aber immer wieder zwischen Alt und Neu bzw. zwischen früher und heute hin und her. Ich hoffe, dass es uns dennoch gelungen ist, die Entwicklung des Formats über die letzten 40 Jahre anschaulich nachzuzeichnen und so der Frage auf den Grund zu gehen, was „Löwenzahn“ bei Kindern wie auch Eltern und Großeltern bis heute so beliebt macht. Vielleicht führt unser Gespräch ja auch euch auf eine nostalgische Reise zurück in eure eigene Kindheit? Noch mehr weckt es aber hoffentlich eure Neugier auf „Löwenzahn“ in der Gegenwart.
1 Stunde
Mit meinem heutigen Gast Thomas Hailer spreche ich darüber, wie man gute Inhalte für Kindermedienangebote entwickelt. Thomas ist Studienleiter der Akademie für Kindermedien, ein Stipendiatenprogramm des Fördervereins Deutscher Kinderfilm, der bereits seit über 20 Jahren Autorenfortbildungen zur Stoffentwicklung von Kindermedien durchführt. Teilnehmen können nicht nur professionelle Autor*innen, sondern auch Nachwuchstalente, für die das Angebot nicht nur wegen üppiger Förderpreise interessant sein dürfte, sondern vor allem, weil in der Akademie reichlich Expertise und eine ausgesprochen kreative Arbeitsatmosphäre zusammenkommen. Mit seinen Erfahrungen trägt Thomas maßgeblich zu dieser besonderen Atmosphäre bei. Er war nicht nur langjähriger Leiter der Kinder- und Jugendfilm-Sektion „Generation“ bei der Berlinale, sondern ist als ehemaliger Theatermacher auch als Filmdramaturg mit dem Schwerpunkt auf Filmen für ein junges Publikum tätig. Wir sprechen also nicht nur über das Programm der Akademie für Kindermedien, sondern auch über den grundlegenden Stellenwert von Kindermedien in Deutschland. Was darf man Kindern heute zutrauen? Welches Bild von Kindheit liegt einer guten Medienproduktion für Kinder zugrunde? Welchen Einfluss können Kinder auf die Stoffentwicklung für Kindermedienangebote nehmen? Und darf man als Autor oder Autorin für Kindermedien auch auf den wirtschaftlichen Erfolg der eigenen Arbeit hoffen? All das und vieles mehr war Thema in unserem Gespräch.
60 Minuten
Mit meinem heutigen Gast Monika Buscher spreche ich über das digitale Bildungsangebot „Planet Schule“. Seit vielen Jahren stehen Lehrer*innen auf dieser Plattform digitale Lerninhalte für den Schulunterricht zur Verfügung, aber spätestens mit dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 wurde das Angebot auch für Eltern interessant, die ihre Kinder im Home-Schooling betreuen müssen. Aktuell befinden wir uns im zweiten Lockdown. Die Schulen sind erneut geschlossen und demensprechend hat das Angebot „Planet Schule“ gerade wieder Hochkonjunktur. Als leitende Redakteurin beim Südwestrundfunk ist natürlich auch Monika in dieser besonderen Situation mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Darum hat sie mir nicht nur davon erzählt, welche Angebote „Planet Schule“ grundsätzlich bereithält, sondern auch, wie ihre Redaktion auf die aktuellen Schulschließungen reagiert hat. Wir sprechen darüber, welche konkreten Hilfsangebote Lehrer*innen und Eltern in dieser Situation bei „Planet Schule“ zur Verfügung stehen und welche langfristigen Veränderungen für multimediale Bildungsinhalte zu erwarten sind.
1 Stunde 3 Minuten
Mit meinem heutigen Gast Katharina Markward spreche ich über Kindermusik. Katharina ist stellvertretende Programmleiterin beim Verlag Oetinger-Audio in Hamburg und dort unter anderem für die Kindermusik-Compilation „Unter meinem Bett“ verantwortlich. Mit diesem Projekt hat der Verlag in den letzten Jahren nicht nur viele Kinder, sondern vor allem auch zahlreiche Eltern glücklich gemacht. Denn für „Unter meinem Bett“ komponieren Musikerinnen und Singer/Songwriter aus der deutschen Indie-Szene neue Kinderlieder – und zwar in genau dem Stil, in dem sie normalerweise auch Musik für Erwachsene machen. Klar, dass die Lieder im Ergebnis anders klingen, als viele es von Kindermusik kennen oder erwarten. Katharina hat mir nicht nur erzählt, wie es zu der Idee zu „Unter meinem Bett“ kam, sondern auch, wie genau die Vorbereitungen für die Compilation laufen und welche neuen Wege dafür beschritten werden mussten. Denn auch wenn der Oetinger-Verlag viel Erfahrung in der Produktion und Vermarktung von Kindermedien-Angeboten hat: Mit „Unter meinem Bett“ hat das Haus definitiv Neuland betreten, im Ergebnis aber auch dazu beigetragen, dass das über lange Zeit schwierige Image von Kindermusik ordentlich aufpoliert wurde. Wer also mehr über die Entstehung von moderner Kindermusik erfahren möchte, der sollte sich diese Folge von "Wieso? Weshalb? Warum?" nicht entgehen lassen.
1 Stunde 3 Minuten
Mit meinem heutigen Gast Sabine Eder bereite ich mich und euch auf den Weihnachtseinkauf vor. Gemeinsam sprechen wir nämlich über das digitale Kinderzimmer und damit über die Frage, wie sich Spiel- und Lernangebote für Kinder durch digitale Technologien verändern. Sabine ist Medienpädagogin und beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Fragen rund um die Medienerziehung in Kita und Kindergarten. Darum hat sie, gemeinsam mit einigen Kolleg*innen, ein Ausstellungskonzept zu vernetztem Spielzeug entwickelt. Sie kennt sich mit dem Thema also bestens aus und weiß viel über die Potentiale, aber auch über die Risiken und Nebenwirkungen von digitalem Spielzeug zu berichten. Im Gespräch stellt Sabine zahlreiche Beispiele aus dem digitalen Kinderzimmer vor und gemeinsam diskutieren wir deren konkreten Nutzen. Zum Ende schaffen wir sogar noch einen kurzen Exkurs zu der grundsätzlichen Frage, wie man bereits in Kita und Kindergarten sinnvoll mit Medien arbeiten kann. Ich habe von Sabine nicht nur den Unterschied zwischen Spielzeug und Spielware gelernt, sondern durch den Austausch mit ihr viel Hintergrundwissen erworben, das meine eigene Haltung zu dem Thema nochmal deutlich verändert hat. Wir hätten das Gespräch wahrscheinlich noch stundenlang fortsetzen können – aber mal sehen: Vielleicht gibt es ja nochmal eine zweite Folge mit ihr.