Eine Stunde reden – Gespräche mit Unbekannten Archiv
49 Episoden
60 Minuten
Heinz Meyer (68) hatte hohe Schulden und musste Privatinsolvenz anmelden. Zu dem Zeitpunkt war der Koch und Küchenmeister selbstständig. "Ich wurde um viel Geld betrogen," erzählt der gebürtige Bremer Podcast-Host Mario Neumann. Seine zweite Chance mündet dann in seinen Traumjob: Er leitet viele Jahre die Kantine in einer Bremer Behindertenwerkstatt. Bis heute ist er dort ehrenamtlich tätig. Geprägt hat ihn aber auch die japanische Kampfkunst Ninjutsu. Seit vielen Jahren reist er dafür regelmäßig nach Japan und trägt den Titel "Dai Shihan" – großer Lehrer. Schon früh musste Heinz Meyer auf eigenen Beinen stehen: Mit 14 Jahren hat er seine Lehre zum Koch im Parkhotel begonnen, mit 16 ist er ausgezogen. "Zu guter Letzt hat sich alles zum Guten gewendet", sagt der Rentner im Bremen-Zwei-Podcast "Eine Stunde reden".
53 Minuten
Es gab Zeiten, da konnte sich Friederike Truthe nur bedingt mitfreuen, wenn mal wieder eine Freundin schwanger war. Das Problem: Bei ihr und ihrem Mann hatte es immer noch nicht geklappt. Trotz glücklicher Beziehung und gutem Job als Teamleiterin im Marketing eines IT-Unternehmens hat sich die heute 35-Jährige lange nach einem Kind gesehnt. Nach teilweise unerfreulichen Erfahrungen in einer Kinderwunsch-Klinik und nach einer Endometriose-Behandlung wurde sie schließlich doch schwanger – während eines Auslandsaufenthalts in Oxford. Ob es am Tapetenwechsel lag oder einfach Glück war, wer weiß das schon? Obwohl das Muttersein ihrer Meinung nach oft verklärt wird, empfindet es Friederike Truthe gleichzeitig als das "absolut Schönste" was sie bisher erlebt hat.
1 Stunde
Familie, Haus und Job: Das sind die drei Dinge, die Dieter Gallein in seinem Leben wichtig sind. Er war lange selbständig als Vertreter für Ultraschallgeräte. Jetzt in seiner Rente macht er den Job nur noch ab und zu, weil er ihm so viel Spaß macht. Gelernt hat er Kraftfahrzeugmechaniker. Dann gibt ihm die Arbeitsagentur trotz Hauptschulabschluss die Möglichkeit, eine Fachschule für Maschinentechnik zu besuchen. Der 68-Jährige könnte sich gut vorstellen, ein Buch über sein Leben zu schreiben. "Drei Stellen hinter dem Komma" soll es heißen. Der Titel spielt auf seine Zeit als Außendienstler an, in der seine Reisekostenabrechnungen mitunter sehr kleinteilig überprüft wurden. "Manchmal denken andere vielleicht zurecht, dass ich Rosinen im Kopf habe", erzählt er Host Mario Neumann. Was damit gemeint sein könnte und warum er gerne der Freund seiner Kinder sein möchte, erzählt er im Bremen-Zwei-Podcast "Eine Stunde reden".
56 Minuten
Helga Kriete hat die richtige Entscheidung getroffen, damals in den Sechzigern in einem schicken Tanzcafé: Nachdem sie dem jungen Mann zuerst einen Korb gegeben hatte, ließ sie sich dann doch auffordern. Bei Fanta mit Eierlikör kamen sie sich näher, und inzwischen ist Helga 56 Jahre mit ihrem Manfred verheiratet. Einmal hat er ihr sogar das Leben gerettet, als sie als Nichtschwimmerin beinah in einem See ertrunken wäre. Auch heute noch freut sich die 78-Jährige über seine Aufmerksamkeit - wenn er zum Beispiel heimlich ihre Zimmerpflanzen gießt. Als junge Frau wollte Helga Kriete Kinderkrankenschwester werden, war dafür aber angeblich zu schwach. Stattdessen hat sie als Kauffrau und Arzthelferin gearbeitet, und später ehrenamtlich in einem Kindergarten. Neben Tochter und Enkeltochter ist ihr Mann ihr Ein und Alles, erzählt sie im Bremen-Zwei-Podcast "Eine Stunde reden". Auf die Frage von Host Mario Neumann, wie ein Buch über ihr Leben heißen würde, antwortet sie: "Lass mich niemals allein".