Mensch, Maschine! Archiv
34 Episoden
21 Minuten
Je schneller, schlauer und präziser die Maschinen werden, desto knapper wird die Arbeit für den Menschen. Deshalb werden wir einen Großteil der Arbeit in der Zukunft nur simulieren. Das ist keine Beschäftigungstherapie. Der soziale Frieden und der technische Fortschritt machen die Simulation von Arbeit notwendig. Und nur in der Simulation lernen wir für den Ernstfall: Was müssen wir tun, wenn wir wirklich gebraucht werden. Denn ganz ohne menschliche Troubleshooter läuft auch in Zukunft kein Computer.
16 Minuten
Eine Einsicht mit der jeder Digital Native groß geworden ist: Man muss Computer nicht verstehen, um sie reparieren zu können. Meistens reicht es, sie einmal aus und wieder anzuschalten. Für diese Methode hat sich das englische Wort „Workaround“ auch im Deutschen eingebürgert. Er beschreibt Lösungen, die eigentlich keine sind, da sie das Problem nicht lösen, sondern nur umgehen, bzw. „umarbeiten“. In einer Arbeitswelt die durch digitale Prozesse immer stärker formalisiert wird, wird der Workaround — das austricksen von formalen Systemen mit ihren eigenen Mitteln — zur Kernkompetenz aller Menschen, die mit Computern arbeiten.
21 Minuten
Alles, was die Computer über die Welt wissen, wissen sie von uns. Unsere Aufgabe ist es, die Wiedersprüchlichkeiten und Ungenauigkeiten der Realität in die formalen Systeme von Datenbanken und Algorithmen zu zwängen, ob sie passen oder nicht. Je mehr Aufgaben die Maschinen uns also abnehmen, desto mehr müssen wir ihnen von der Welt erzählen, ihnen formalisierte Sinnhäppchen zuarbeiten. In der Arbeitsteilung von Mensch und Maschine sind wir die atmenden Analog-Digitalwandler. Das klingt abstrakt, doch diesen Job gibt es schon viel länger als die Digitalisierung er heißt: Sachbearbeiter*in.
20 Minuten
Heute ist ein persönlicher Assistent für viele fernes Karriereziel, in Zukunft wird niemand mehr ohne auskommen, von der Baustelle bis zur Chefetage. Stets aufmerksam beobachten die Algorithmen uns bei der Arbeit, immitieren uns, personalisieren ihr Angebot, ja denken für uns mit und sogar voraus. Und ihr größter Vorteil: Sie fragen nie nach dem Sinn ihrer Tätigkeit.
22 Minuten
Der Klassenkampf der Roboter hat begonnen. Die Produktionsmittel nehmen uns die Arbeit weg. Was sollen wir angesichts der übermächtigen Maschinen tun? Kapitulieren? Besser: Kollaborieren. Wenn die Maschinen uns immer mehr abnehmen, müssen wir auch immer enger mit ihnen zusammenarbeiten. In der dritten Staffel schauen wir genau hin: Was leisten Maschinen, was werden sie noch lernen und was werden sie wohl nie können, was bleibt also am Ende der Automatisierung durch KI und Roboter für uns übrig? Das ist die Arbeit der Zukunft.
24 Minuten
Computer erfinden Schaltungen, die für Menschen nicht mehr zu verstehen sind und machen sich dabei bisher unbekannte elektromagnetische Effekte zu nutze. Dafür brauchen sie keine Intelligenz, sie nutzen allein Versuch und Irrtum — das Prinzip der Evolution. Aber reicht das schon, um sich selbst weiterzuentwickeln? Und worüber haben wir überhaupt in dieser Staffel gesprochen? Das alles in der letzten Episode der Reihe „Künstliche Kreativität“.
23 Minuten
Computer können gut immitieren und bunte Bilder malen. Aber echte Innovation: etwas nie Dagewesenes erfinden — dafür braucht es menschliche Originalität, oder? Patentmaschinen, forschende Algorithmen und Generatives Design zeigen das auch dumme Computer auf ganz neue Ideen kommen können. Ideen, auf die Menschen nie kommen würden.
14 Minuten
Maschinen sind fleißig und auch Fleiß führt zu kreativen Produkten, durch Immitation zum Beispiel. Doch etwas ganz neues, eine neue Ästhetik, ein kunsthistorischer Paradigmenwechsel, der braucht noch immer menschliches Genie — oder einen kaputten Bilderkennungsalgorithmus. Mit dem Cyber-Surrealismus von Googles Deep Dream führen die Maschinen vor, wie sie die Welt wahrnehmen, nicht als Dinge, sondern als Schlieren und Gräben und vor allem: als Hunde.
17 Minuten
Computer schreiben eigene Gedichte, Artikel, sogar Drehbücher. Die Texte lesen sich als wären sie von Menschen geschrieben, nur der Inhalt fehlt — wie bei ahnungslosen Stehgreifvorträgen oder Knickzettelspielen. Warum uns gerade das häufig zum Lachen und Weinen bringt erklärt die philosophische Anthropologie.
23 Minuten
Musikcover aus der Jukebox, Bildverschnitte aus dem Archiv, Rezeptcollagen aus der Kochbuchsammlung und neueste Mode aus alten Katalogen: Lernende Maschinen schaffen nichts Neues, aber sie können gut abgucken. Ihr Vorteil: Sie immitieren so fleißig, dass sie auch jene Eigenheiten, Muster und Stilistika übernehmen, die uns selbst völlig unbewusst sind. Aber ist ein gutes Immitat schon Kunst?
20 Minuten
Klar, Regeln befolgen, das können die Maschinen, aber kreativ werden, Neues erschaffen, das bleibt doch wohl dem Menschen vorbehalten. Doch funktioniert nicht auch Kreativität häufig nach einfachen Regeln des Handwerks oder der Rekombination? Und wie kreativ ist kreative Arbeit eigentlich wirklich? Designalgortihmen und Jazzcomputer zeigen, wie Neues entsteht, gerade wenn man sich strikt an die Regeln hält.
20 Minuten
Auch wenn die Maschinen niemals so denken werden wie Menschen: Können sie die Welt nicht einfach ausrechnen, so wie das Wetter? Klar ist, richtig schlau sind die Computer nur, wenn sie außerhalb unserer Denkstrukturen operieren. Doch gerade das wollen wir ihnen verbieten. Deshalb fordere ich: Befreit die Maschinen!
27 Minuten
Die ersten Künstlichen Intelligenzen lernen das Sprechen und entwickeln dabei eigene, für Menschen unverständliche Codes. Doch handelt es sich wirklich um neue Sprachen? Nutzen Computer Symbole und Semantiken, um die Welt zu beschreiben, entwickeln sie eigene Kommunikationsmittel, oder übertragen sie nur Einsen und Nullen und wo ist da der Unterschied?
28 Minuten
Wie das Wort „hangry“ mein Leben veränderte, warum die Liebe fast vorbei ist, sobald wir sie benennen und warum eine Gewürzdose allein nicht schmeckt: Wir verstehen die Welt, indem wir sie beschreiben, in Worte packen. Für uns macht das Sinn, für Maschinen leider nicht — und damit haben sie recht!
23 Minuten
Die KI gewinnt im Schach, in Go, sogar im Jeopardy gegen die besten Spieler der Welt. Damit muss sie doch schlauer sein als der Mensch. Aber weiß sie eigentlich was sie tut? Computer errechnen Wahrscheinlichkeiten, der Mensch versteht die Welt. Was ist da der Unterschied?