Das Litrophon Archiv
33 Episoden
21 Minuten
Literarische Tagebücher haben in den letzten Jahren einen neuen Aufschwung erlebt. Gleich ob als Mittel um Dinge zu verarbeiten oder als Hilfe um sich längere Texte zu erarbeiten - Tagebuchschreiben bietet die Möglichkeit, den Gedanken freien Lauf zu lassen. In seinem autofiktionalen Roman heute graben bedient sich Mario Schlembach der Form des Tagebuchs und schaufelt sich so durch die tragikomischen Momente im Alltag eines lungenkranken Totengräbers auf der Suche nach der großen Liebe. Im Interview gibt Mario Schlembach Einblicke in den Entstehungsprozess seines Romans und spricht darüber, warum für ihn das Graben manchmal ein guter Ausgleich zum Schreiben ist.
16 Minuten
In Bezug auf das Matriarchat existieren die unterschiedlichsten Vorstellungen. Meist wird es als Gegenteil zum Patriarchat angesehen und mit vorwiegend negativen Assoziationen belegt. Von der Unterdrückung der Männer ist oft die Rede, von kriegerischen Amazonen, von vertauschten Rollen. Auf der anderen Seite wird die Idee einer Welt, in der Frauen das Sagen haben, oft auch verklärt gesehen: alles wäre besser im „weiblichen Paradies“. Tanja Raich hat zwanzig Autorinnen und Autoren eingeladen, ihre Version des Matriarchats zu schreiben. Die Texte, die sie in der Anthologie Das Paradies ist weiblich. 20 Einladungen in eine Welt, in der Frauen das Sagen haben vereint hat, hätten kaum unterschiedlicher ausfallen können. Was macht dieses Thema auch im 21. Jahrhundert immer noch so aktuell? Darüber und mehr habe ich mich mit der Herausgeberin Tanja Raich unterhalten.
17 Minuten
Warum in die Ferne reisen, wenn das Abenteuer vor der Haustüre wartet. In "Dicke Biber" (Leykam 2021) führt uns Bettina Balàka in das Naturschutzgebiet Donau-Auen und zeigt dabei nicht nur die Vielfalt der heimischen Fauna sondern auch deren Bedrohung durch den Menschen auf. Nach "Die Tauben von Brünn" (Deuticke 2019) widmet sich Bettina Balàka mit dem Biber nun also erneut einem Tier, dem zu Unrecht ein schlechter Ruf vorauseilt. Im Interview spricht die Autorin über ihre eigenen Erfahrungen mit Bibern, über ihre Liebe zur Natur und darüber, wie wichtig es ist, den Lebensraum der Tiere zu erhalten.
24 Minuten
Die Munitionsfabrik im österreichischen Hirtenberg war der größte Patronenlieferant der Nationalsozialisten. Vor allem Frauen arbeiteten hier. Didi Drobna hat ihnen in ihrem neuesten Roman ein Denkmal gesetzt. In Was bei uns bleibt schildert sie die Geschehnisse aus der Sicht von Klara, die die Erlebnisse von damals auch heute noch beschäftigen. Im Interview erzählt die Autorin, wie sie auf die Geschichte von Hirtenberg stieß, auf welche Quellen sie zurückgreifen konnte und welche Zeitzeug:innenberichte sie am meisten beeindruckt haben. Didi Drobna wurde 1988 in Bratislava geboren und lebt seit 1991 in Wien. Sie studierte Kommunikationswissenschaft und Germanistik an der Universität Wien, außerdem Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst. Ihre literarische Arbeit wurde mit mehreren Stipendien und Literaturpreisen ausgezeichnet. Daneben war sie auch als Jurorin für Literaturpreise und -stipendien tätig, ab 2018 lehrt sie an der Universität für angewandte Kunst. Didi Drobna arbeitet seit Jahren hauptberuflich in der IT-Branche und leitet derzeit die Kommunikation & Presse für ein IT-Forschungszentrum. 2018 erschien ihr Roman „Als die Kirche den Fluss überquerte“.
27 Minuten
Am 1. November wären Ilse Aichinger und ihre identische Zwillingsschwester Helga 100 Jahr alt geworden. Aus diesem Anlass nähert sich diese Podcast-Folge von Das Litrophon in einem Aichinger Spezial der großen österreichischen Autorin nun aus literaturwissenwissenschaftlicher Perspektive. Im Interview betont die Germanistin und Komparatistin Christine Ivanovic die große Bedeutung von Ilse Aichinger zum einen als wichtige Repräsentantin der österreichischen Nachkriegsliteratur, zum anderen als Vertreterin des sogenannten "linguistic turns". Ausgehend von der von ihr kuratierten Aichinger Ausstellung "Das grüne Märchenbuch aus Linz" im Stifterhaus, erzählt Christine Ivanovic von ihren Entdeckungen während der Recherche und dem nicht zu unterschätzenden Einfluss von Kindheitserinnerungen und Elternhaus auf Ilse Aichingers Werk.
17 Minuten
Als Gründer des Comic-Vertriebs Pictopia mit gleichnamiger Buchhandlung in Wien setzt sich Sebastian Broskwa seit vielen Jahren für die Verbreitung von Comics ein, beliefert den österreichischen Buchhandel und Bibliotheken mit Graphic Novels und bietet einen Fortbildungsworkshop für Lehrer:innen an, in dem Einsatzmöglichkeiten von Comics im Unterricht vermittelt werden.
19 Minuten
Im Herbst 2020 stellten die beiden Schriftstellerinnen Daniela Emminger und Nika Pfeifer mit Über ein cooles neues Literatur-Format vor, mit dem sie das Lesen auch für Büchermuffel wieder schmackhaft machen möchten. Im Gespräch für Das Litrophon verraten sie ein wenig über den Entstehungsprozess der Sendung, erzählen von ihren liebsten Leseorten und sprechen über die Höhepunkte der letzten Folgen.
19 Minuten
Lisa Schantl ist Projektassistentin am Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark. Ein Studienaufenthalt in den USA war der Initialzünder für die Gründung von Tint Journal, einem Online-Literaturmagazin, das eine Plattform für Englisch als Zweitsprache-Autor:innen bietet.
17 Minuten
Geboren in Nigeria und ebendort und in Österreich aufgewachsen, gilt Precious Nnebedum seit mehreren Jahren als fixer Bestandteil der Grazer Poetry-Slam-Szene. Im Gespräch für Das Litrophon spricht Precious Nnebedum über ihre Liebe zum Poetry Slam und ihr Bemühen, Anliegen junger Menschen of color in Österreich im öffentlichen Diskurs sichtbarer zu machen. Damit will sie nicht zuletzt auch andere ermutigen, ihre persönlichen Erfahrungen zu teilen und sich auszutauschen.
20 Minuten
Als Herausgeber der Reihe Limbus Lyrik ist Erwin Uhrmann bemüht, die ganze Bandbreite des Experimentierfeldes Lyrik sichtbar zu machen. Darüber hinaus ist er auch selbst als Autor tätig. Bisher erschienen von ihm die Romane Der lange Nachkrieg (2010), Ich bin die Zukunft (2014) und Toko (2019), die Erzählung Glauber Rocha (2011), der Erzählband Ostseeatem (gemeinsam mit Alexander Peer, 2010) sowie die Lyrikbände Nocturnes (mit Zeichnungen von Moussa One, 2012) und Abglanz Rakete Nebel (2016, mit Illustrationen von Julian Tapprich).
20 Minuten
Sandra Folie ist Universitätsassistentin an der Abteilung für Vergleichende Literaturwissenschaft der Universität Wien, wo sie seit mehreren Jahren forscht und lehrt. In ihrer Dissertation Beyond ‚Ethnic Chick Lit‘. Labelingpraktiken neuer Welt-Frauen*-Literaturen im transkontinentalen Vergleich (erscheint bei transcript, 2021/22) hat sie sich mit der Etikettierung und Vermarktung zeitgenössischer Literatur von Frauen über Kultur- und Sprachgrenzen hinweg befasst.
18 Minuten
Clemens J. Setz wurde 1982 in Graz geboren, wo er Mathematik sowie Germanistik studierte und heute als Übersetzer und freier Schriftsteller lebt. Während ihn viele bereits als Sprachkünstler kennen, wußten bisher nur wenige um seine Liebe zu Kunstsprachen. In Die Bienen und das Unsichtbare nimmt er seine Leser*innen mit auf die Reise durch eine Welt der Plan- und Symbolsprachen und gibt dabei auch Einblicke in ganz persönliche, schwierige Etappen seines Lebens.
12 Minuten
Für ihr Werk »Entdecker. Eine Poetik« wurde Raphaela Edelbauer mit dem Hauptpreis der Rauriser Literaturtage ausgezeichnet. Außerdem wurde ihr der Publikumspreis beim Bachmann-Wettbewerb, der Theodor-Körner-Preis und der Förderpreis der Doppelfeld-Stiftung zuerkannt. Mit ihrem Roman »Das flüssige Land« stand sie auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und des Österreichischen Buchpreises. In ihrem neuen Roman Dave setzt sich die Wiener Autorin mit künstlicher Intelligenz auseinander.
14 Minuten
Stefanie Sargnagel ist mit Statusmeldungen im Internet großgeworden, in ihrem ersten Roman "Dicht. Aufzeichnungen einer Tagediebin" (Rowohlt 2020) erinnert sie sich an ihre Jugendzeit zurück und lädt uns ein, mit ihr durch Wien zu strawanzen.
15 Minuten
Der Historiker Andreas Pittler arbeitet in seinen Krimis österreichische Zeitgeschichte auf, um sie einem breiten Publikum schmackhaft zu machen. In seinen Büchern zeigt sich nicht nur die Liebe des Autors zu Wien, sondern auch seine gute Kenntnis des Wienerischen.