hr2 Kaisers Klänge Archiv
68 Episoden
55 Minuten
2025 feiert die Musikwelt den 500. Geburtstag des Komponisten Giovanni Pierluigi da Palestrina. Zu Lebzeiten galt er als Hauskomponist des Vatikans, wo man in ihm den "Retter der Kirchenmusik" sah. Seine Verbindung von polyphonen Zaubereien und klarer Textverständlichkeit bezeichnet man heute als den "Palestrina-Stil". Palestrina ist der wohl berühmteste Renaissance-Komponist. Noch lange vor Wagner wird er zum Meister der unendlichen Melodie. Und auch die Komponisten späterer Jahrhunderte verehren ihn: Johann Sebastian Bach bearbeitet seine Messen, Franz Liszt komponiert ein "Miserere nach Palestrina", und Hans Pfitzner schreibt sogar eine ganze "Palestrina"-Oper.
54 Minuten
Die Verse von Rainer Maria Rilke können ekstatisch sein oder melancholisch, immer aber sind sie so eingängig, dass sie nicht nur von klassischen Komponisten vertont worden sind, sondern genauso oft von Popmusikern und Songwritern. Von seinem berühmtesten Gedicht "Der Panther" bis zum "Stundenbuch" und dem "Buch der Bilder" haben sich die Vertreter aller musikalischen Genres immer wieder der träumerischen Verse von Rainer Maria Rilke angenommen. Die Musik dazu erklingt heute in einer Sendung zum 150. Geburtstag des Dichters am 4. Dezember.
55 Minuten
Wie hätte Georg Friedrich Händel einen Beatles-Song arrangiert? Und wie würde es klingen, wenn die Dancing Queen von ABBA ihr Tanzbein im Rhythmus einer barocken Courante schwingt? Popsongs in Barockarrangements sind ein neuer Trend auf dem Musikmarkt. Die Hits von Queen klingen dann auf einmal wie Opernarien von Vivaldi. Und Stings Balladen verwandeln sich in Lautenlieder von Dowland. Aber eigentlich ist das alles gar nicht so besonders neu, denn schon die Rockmusiker der 60er Jahre haben gerne mal wie Bach geklungen.
55 Minuten
Im schimmernden Mondlicht sind die Toten die besten Tänzerinnen und Tänzer: Ihr weißes Gebein schwingen sie beim nächtlichen Ball auf dem Kirchhof. Über offenen Gräbern versammeln sich die Gerippe zu einem galanten Reigen seliger Geister. Auch der Tod selbst ist ein leidenschaftlicher Musikant. Krachend spielt er mit seiner Geige zum Tanz auf. Glocken läuten, Knochen klappern und Hähne krähen beim nächtlichen Totentanz.
55 Minuten
Als Schriftsteller und Dichter steht Jean Paul zwischen der Weimarer Klassik (Goethe und Schiller war er suspekt!) und der deutschen Romantik. Mit seiner stilistischen Palette von Erhabenheit bis Satire hat er auch immer wieder die Musiker unter seinen Lesern angesprochen. Am 14. November ist sein 200. Todestag. Die Verse aus dem Romanfragment "Flegeljahre" sind schon von Jean Pauls Zeitgenossen vertont worden. Und auch in der Instrumentalmusik spielen Erzählungen wie "Titan" oder "Siebenkäs" eine Rolle: Ob Schumanns Klavierzyklus "Papillons" oder Gustav Mahlers erste Sinfonie - beide stehen in direktem Zusammenhang mit dem Schaffen von Jean Paul.
53 Minuten
Wer experimentelle Lyrik und Lautgedichte wie "Schtzngrmm" schreibt, wer Ottos Mops kotzen lässt und "die vergoldeten Köpfe der Klassiker" klirrend zerbricht, der verfügt bestimmt auch über einen besonderen Sinn für Musik. Bei Ernst Jandl war das so. Eine spezielle Beziehung hatte er zum Jazz. Und es sind auch vor allem die Jazzer, die sich der Lyrik des Wiener Wortkünstlers angenommen haben. Im August war Ernst Jandls 100. Geburtstag. Wir jandln uns heute noch einmal musikalisch durch sein Werk zwischen Avantgarde und Popkultur. Von "Laut und Luise" bis zum "Röcheln der Mona Lisa", mit Musik von Jazz bis Kleinkunst und Chanson.
54 Minuten
Wie für jede übersinnliche Kunst gilt auch für die Magie: Am besten funktioniert sie mit Musik. Die großen Zauberer von Prospero bis Harry Potter schwingen heute ihren Zauberstab zu magisch musikalischen Klängen. Rechtzeitig zu Halloween erleben wir ein Fest der berühmtesten Magier aus Legende und Literatur. Ob sie mit ihren Zaubereien Gutes oder Böses im Schilde führen, das verrät uns die zauberhafte Musik, die Komponisten für sie geschrieben haben.
54 Minuten
Bewundert wurde er natürlich auch für seine Operetten, Polkas und Märsche. Unangefochtener Alleinherrscher aber war er im Reich des dreivierteltaktigen Wiener Paartanzes: Walzerkönig Johann Strauss. Zum 200. Geburtstag streifen wir durch die Walzerwelten von König Johann und stellen ihnen die Walzerwunder gegenüber, mit denen seine Erben und Nachfahren ihm gehuldigt haben. Vom Donau- bis zum Kaiserwalzer, von Tschaikowsky und Brahms bis zu Rihm und Ravel.
55 Minuten
Weit schallende Glocken, klappernden Mühlen, hämmernde Ambosse und dröhnende Motoren - der Fortschritt bringt immer neue Lärmquellen hervor. Kaisers Klänge verwandeln die Geräusche unserer Umwelt in klangvolle Melodien. Brüllen, Pfeifen, Zischen, Fauchen, Rammeln, Klopfen, Schrillen, Schreien und Toben: All das wird heute zu Musik. Dazwischen gibt es aber auch musikalische Inseln der Stille.
55 Minuten
Das Frühwerk von George Antheil umfasst mechanische Ballette und hämmernde Klaviermusik. Aufführungen enden nicht selten im Tumult. Nach seiner Rückkehr in die USA wandelt sich der selbst ernannte "Bad Boy of Music" zum Pionier der amerikanischen Sinfonik. Antheil schreibt Musik zu den Romanen von Mark Twain und Ernest Hemingway, er komponiert Opern, Konzerte, Kammermusik und Soundtracks. Nebenbei verfasst er Kriminalromane und entwirft funkgesteuerte Torpedos, deren Technik noch heute in Bluetooth-Geräten zur Anwendung kommt. Zum 125. Geburtstag am 8. Juli streifen wir durch die Klangwelten von George Antheils Amerika.
53 Minuten
Wenn der Frühling ins Land zieht, beginnen auch die Blumen wieder zu blühen. Mit berauschenden Tönen bringt Musik die Blumenpracht zum Klingen. Es gibt Blumenlieder, Blumenwalzer, singende Blumenmädchen und Blumenballette. Schubert erzählt vom Heidenröslein und Mozart vom herzigen Veilchen. Von Schumann bis Mahler, von Robert Stolz bis Johann Strauß winden die Komponisten bunte Girlanden und Blumensträuße.
54 Minuten
Das Besondere an ihr ist ihre Stimme, vor allem die gekonnt unkonventionelle Art, mit der sie sie zum Einsatz bringt! Viele glauben, sie habe eine Opernausbildung genossen, tatsächlich ist sie staatlich geprüfte Schlagersängerin. Vom 30er-Jahre-Schlager bis zum Brechtsong, von Gospel und Mantra bis Musical hat sie alles schon einmal ausprobiert. Sie singt Friedenslieder von Bob Dylan und zusammen mit ihrer Mutter Eva-Maria Hagen die Lieder ihres Ziehvaters Wolf Biermann. Zum 70. Geburtstag streifen Kaisers Klänge durch die Musikwelten von Nina Hagen.
55 Minuten
Unter den Füßen knackt das Eis, die Luft sirrt vor Kälte. Die Polarzonen sind die frostigsten Regionen der Erde. Ihre Kälte kann man hören. Heute wird sie zu Musik. Strahlende Polarlichter erleuchten die nordische Nacht. In der Ferne hört man die Lieder der Samen und Inuit. Von den Tundragebieten Skandinaviens bis in die Eiswüsten der Antarktis führt die Klangreise durch die magische Welt des Polargebiets.
54 Minuten
Der deutschen Dichtung verlieh Friedrich Gottlieb Klopstock ganz neue Impulse. Mit dem von ihm geprägten Begriff der "Innerlichkeit" hat er vor allem die Romantiker zu musikalischen Schöpfungen inspiriert, aber nicht nur sie. Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts werden Klopstocks Verse vertont, von Telemann und Carl Philipp Emanuel Bach über Gluck, Schubert und Schumann bis zu Mahler und Richard Strauss. Klopstock war aber auch selbst ein Mann der Musik. Er schuf deutsche Textfassungen zu Händels "Messias" und zu Pergolesis "Stabat mater". Kaisers Klänge feiern seinen 300. Geburtstag.
56 Minuten
Wer sind die bekanntesten hessischen Komponisten? Felix Mendelssohn und Percy Grainger, Gustav Mahler und John Dowland - sie alle lebten und komponierten irgendwann einmal in Hessen. Manche schrieben sogar Musik mit direktem Hessenbezug: Kurt Hessenberg in seiner Kantate über den Frankfurter Struwwelpeter oder Paul Hindemith in seiner Main-Sonate. Und dann sind da noch Humanisten, Philosophen und Literatinnen wie Adam von Fulda, Theodor W. Adorno oder Bettina von Arnim. Auch sie zählen zu den Komponierenden aus Hessen. (Wdh. vom 06.05.2018)