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Die hr2-Hörbar Archiv

100 Episoden
55 Minuten
Für viele Musikerinnen und Musiker ist das Covern mehr als nur eine clevere Fingerübung: Beim Interpretieren fremder Songs können sie neue Nuancen rauskitzeln, sich das Material in ihrem Stil aneignen und auf links drehen… oder einfach Bewunderung zeigen! Wir geben zu, der Sommer ist im Musikgeschäft eine Durststrecke. Die neuen Veröffentlichungen kann man dieser Tage an den Fingern abzählen. Aus der Not macht die Hörbar eine Tugend - und reust ein bisschen im Archiv. Dabei angeln wir Songs und Versionen, bei denen man ein bisschen raten muss. "Woher kenn‘ ich das? Huch, klingt das nicht sonst anders? Gewagte Fassung!"
55 Minuten
Als würde man einen alten Super8-Film schauen, das Filmmaterial leicht verwaschen; Nostalgie stellt sich ein. So klingt das neue Album "Hunt, Gather" des Duos Jenny Marie Sabel und Eirik Vildgren - Musik zwischen Easy Listening, Indiefolk und Elektronik. Jenny Marie und Eirik Vildgren haben sich in der Oberstufe kennengelernt, seitdem machen sie als "Konradsen" gemeinsam Musik. Auf "Hunt, Gather" sehnen sie sich nach der Unbeschwertheit der Jugend, als man noch nicht in der Tretmühle des Erwachsenendaseins festhing. Als die Sommer endlos schienen. Ihr müheloser, leichter Sound ist ein Tipp für Fans von Bands wie Air, Massive Attack und Portishead.
57 Minuten
Musik ohne Grenzen wird im ARD Radiofestival sonntags zu später Stunde an der "Hörbar" serviert. Ob Globale Musik, Chanson, Folk, Jazz, Singer/Songwriter, Neue Klassik oder Filmmusik - hier ist alles möglich, was gefällt und sich gut kombinieren lässt. Eine Stunde mit handverlesenen Zutaten aus aller Welt, die musikalisch scheinbar weit Auseinanderliegendes ganz nah zusammenrücken lässt, Genregrenzen überwindet und zum entspannten Zuhören einlädt. Ihr Barkeeper ist Martin Kersten (Musikauswahl & Moderation) Eine Produktion von hr2-kultur
58 Minuten
Diese Hörbar ist ganz auf Wochenende eingestellt: den Gang rausnehmen, die Füße hochlegen, ein Tänzchen wagen - oder vielleicht lieber einen Daiquiri süffeln, aufs Kamel steigen, zu Bal Musette schwofen? Geht alles, in dieser entspannten Ausgabe. Der andalusische Musiker Javier Ruibal lädt ein und serviert "Daikiris y Mojitos", während der britische Jazz-Zauberer Jamie Cullum unser Mann am Klavier ist. Die Tuareg-Band Imarhan aus dem algerischen Tamanrasset bringt ihren "Assouf" an die Bar: einen Musikstil, der traditionelle Sounds mit Rock und Blues mischt. Ruhiger und achtsam wird es dann bei Alin Coen, mit einem Mutmachersong von ihrem neuen Album. Und die norwegischen Kings of Convenience? Die klingen einfach immer unfassbar "hygge".
59 Minuten
Die New Yorker Pulitzer-Preisträgerin, Komponistin und Sängerin Caroline Shaw und Cellist*in Andrew Yee legen mit "or, The Whale" eine ungewöhnliche Suite vor: Mit Cello, Elektronik und intensivem Gesang interpretieren sie den berühmten Wal als Metapher. Literaturfans wissen Bescheid: "or, The Whale" lautet der Untertitel von Herman Melvilles Buchklassiker "Moby Dick". Vor vier Jahren haben Shaw und Yee schon Musik zu einer neuen Stummfilmversion des Themas geliefert. Jetzt haben sie dieses Material weiter kondensiert. Die britische Zeitung The Guardian war hingerissen: "Künstlerische Vertrautheit und Intimität sowie die Freude am Musizieren sind auf dem Album zum Greifen nah", so das Urteil. Shaw und Yee oszillieren zwischen Anspannung und Lösung, Schroffheit und Zartheit. Ungewöhnliche Musik, die einen eigenen Raum aufspannt.
59 Minuten
Im Hauptberuf ist Michael Peter Balzary alias "Flea" Bassist bei den kalifornischen Red Hot Chili Peppers und spielt waghalsige Slap-Grooves. Für sein erstes Jazzalbum "Honora" hat er sich Trompete draufgeschafft. Alle Achtung! Was kann dieser Mann nicht? Der Altpunk, Funkrocker, Schauspieler und Crossover-Musiker hatte zu seinem 60. Geburtstag beschlossen, es zu tun: die Trompete wieder anzufassen. Sein erstes Instrument, das er früher so liebte, aber dann aus dem Blick verlor. Zwei Jahre lang nahm er dafür Unterricht beim Vater von Kamasi Washington - und dann holte er sie alle zusammen: seine Vorbilder, seine Freunde, seine Peppers-Bandkollegen.
57 Minuten
Eigentlich wollte die deutsche Songschreiberin diesmal ein tanzbares Album schreiben. Aber dann flossen ihr einmal mehr sehr innige, nahbare Songs aus der Feder. Und doch - zu ihrem neuen Album "Du bedeutest mir die Welt" kann man ganz fabelhaft tanzen! Alin Coen, 44, ist eine der authentischsten Liedermacherinnen, die wir in Deutschland gerade haben. Aber zeitweilig fand sie, Musik sei nicht genug als ihr Beitrag zur Welt; lieber wollte sie Vollzeit in den Umweltschutz einsteigen. Dann hat die Musik sie wieder ein- und aufgefangen. Seit kurzem gibt es nun ihr neues, viertes Studioalbum "Du bedeutest mir die Welt". Darauf muss Alin Coen nicht laut werden, um Eindruck zu hinterlassen. Herausgekommen ist eine Platte voll leuchtender, gut gelaunter und sprachverliebter Songs - poetisch und achtsam.
58 Minuten
Es gilt als eins der besten brasilianischen Crossover-Alben der 1960er und war der entscheidende musikalische Brückenschlag, der Marcos Valle eine weltweite Karriere ebnete - mit diesem begnadeten Mix aus Bossa Nova, Samba und opulentem US-Sixties-Sound. Zum Erfolgsrezept von Marcos Valle gehörte neben dem gediegenen Klang auch die Zweistimmigkeit, die intimen, charmanten Duette mit seiner Frau Anamaria. Und: das hochkarätige Produktionsteam, mit dem später berühmten Fusion-Musiker und Arrangeur Eumir Deodato. "Samba ‘68" wurde zu einem Bestseller beim legendären Jazz-Label Verve Records - und hier ist auch gerade der Re-Release dieses zeitlosen Sommeralbums erschienen, auf schwerem Vinyl für die Schallplattenfans.
58 Minuten
Träumerisch, samtig, verführerisch - und zielsicher: So kann man den Gesang von Gabrielle Cavassa beschreiben. Mit ersten Tracks auf dem Album "Where are we" von Joshua Redman hat sie die Szene verzaubert. Nun ist ihr eigenes Debüt erschienen: "Diavola".
56 Minuten
Es ist nicht immer wirklich beglückend, wenn Schauspielerinnen oder Schauspieler zum Mikrofon greifen. Bei der Französin Sandrine Kiberlain war es 2005 ein echter Glücksfall. Und auch wenn das Album augenzwinkernd "Manquait plus que ça" hieß, also "Das hat gerade noch gefehlt", war es genau das Gegenteil, darauf haben wir geradezu gewartet. Im doch immer noch in großen Teilen von Männern dominierten Filmmusik-Geschäft ist sie wohl die bekannteste Frau: Rachel Portman. 1997 bekam sie als erste Komponistin überhaupt einen Oscar für die beste Filmmusik zu "Emma", sehr beliebt ist aber natürlich auch "Chocolat" aus dem Jahr 2000. Außerdem besingt uns Gilberto Gil den unaufhaltsamen Erfolg des Samba, Mariam Hanika findet es schwierig, Abschied zu nehmen und zu vergessen, Jonas Alaska berichtet vom einem Unglück auf hoher See, und Stings "Englishman in New York" ist auch im Blechbläserarrangement äußerst unterhaltsam. Das und vieles mehr in der heutigen Hörbar…
55 Minuten
"African Sojourn" - so heißt ein neuer Sampler des New Yorker Labels Putumayo, wie immer hübsch aufgemacht und mit reichlich Informationen versehen, eine Reise, die sich über alle vier Ecken des Kontinents erstreckt. Vom Tuareg-Blues aus Niger im Norden, über Musik aus dem äthiopischen Hochland im Osten, von Afro-Folk aus Guinea-Bissau und dem Senegal im Westen, bis hin zu typisch südafrikanischen Klängen. Und die Inseln Madagaskar und La Réunion sind auch vertreten. Mal mit dezidiert afrikanischem Instrumentarium wie Mbira, Balafon oder Kora, mal aber auch mit Gitarren und Percussion im eher international anmutenden Singer/Songwriter-Stil. Außerdem ist Nat "King" Cole mit einem Gershwin-Klassiker vertreten, wir hören ein Gebet der finnischen Sängerin und Geigerin Päivi Hirvonen, es gibt eine Flussfahrt mit dem Mazedonischen Radio-Sinfonieorchester, und Oratnitza zeigen, wie bulgarische Folklore heute klingen kann.
55 Minuten
Jörn Schlüter ist vor allem bekannt als Sänger der Indie-Pop Band "Someday Jabob", jetzt hat er sein erstes Soloalbum vorgelegt. Hervorgegangen aus einer persönlichen Krise, aber schreiben diese Krisen nicht die schönsten Songs? Folk, Pop und Country mit Pedal-Steel-Guitar - also die bekannten Americana-Ingredienzien - kommen hier zusammen, gelegentlich wird’s auch mal etwas rockiger. Eingespielt im legendären Bremer Studio-Nord, für den klanglichen Feinschliff sorgte Wilco-Produzent Tom Schick. Für die Fans der leicht melancholischen Singer/Songwriter-Kunst wärmstens zu empfehlen. Außerdem trinkt Maria del Mar Bonet ein Fläschchen Wein auf den guten, alten Hippokrates, Sven Helbig beschäftigt sich mit dem Unendlichen, Daniel Melingo besingt uns den herumziehenden Vagabunden, mit dem er sich so gut identifizieren konnte, und Oumou Sangaré macht sich Gedanken über das Gute und die Dankbarkeit. Das und vieles mehr in der heutigen Hörbar…
55 Minuten
Die 1983 in Minsk geborene, deutsch-belarussische Jazzsängerin Anna Margolina vertont Texte der Dichterin Anna Margolin (1887-1952), und die beiden sind trotz des fast identischen Namens nicht miteinander verwandt. Die Lyrikerin Anna Margolin hieß auch eigentlich Rosa Lebensboim, veröffentlichte aber ihre Werke unter dem Pseudonym Anna Margolin. Und die Sängerin Anna Margolina hat die fast Namensgleiche nun für sich und ihr Quartett entdeckt und präsentiert jazzige Vertonungen mit Klavier, Kontrabass und Schlagzeug. Mal gesungen auf Jiddisch, mal in englischen Übersetzungen, oft auch beides zusammen. Außerdem schickt uns Pippo Pollina an die frische Luft, "Šuma Čovjek" besingen die Süße des Honigs wie des Lebens, wir lassen uns von Michael Nymans minimalistischer Filmmusik umgarnen, und Zap Mama bietet afrikanische A-Cappella-Kunst vom Feinsten. Das und vieles mehr in der heutigen Hörbar…
55 Minuten
Aus dem australischen Adelaide kommen "Any Young Mechanic", ein Quintett um den Sänger und Songschreiber Sam Wilson. Die fünf sind unterwegs mit Geige, Gitarre, Banjo, Kontrabass und Schlagzeug und sie präsentieren auf ihrem Debütalbum eine gelungene Mischung aus Folk und Indie-Pop - gute, handgemachte Wertarbeit ohne Schnörkel. Wie live eingespielt, ganz ohne Nachbearbeitung und elektronischen Schnickschnack, denn merke: "The Modern Shoe Is Ruining The Foot". Außerdem folgen wir Aziza Brahim in die Westsahara auf ihren Wegen durch die Stadt Ad-Dakhla, lauschen instrumentalen Gebeten von Anoushka Shankar, "Conexión Cubana" aus Havanna servieren uns ein hoffentlich kühles Bier, und mit William Byrd und "Flautando Köln" geht’s auf die Jagd. Das und vieles mehr in der heutigen Hörbar…
55 Minuten
Der seit langem in New York lebende Schweizer Mark Baechle komponiert vor allem für Film und Fernsehen, er hat 2022 als einziger Schweizer bislang einen "Emmy" bekommen, für seine Musik zur Doku-Reihe "Trending Nature". Auf seinem neuen Album "Tendrils" (Ranken) ist er solo am Klavier zu hören: ruhige-meditative Stücke, in der leidlich bekannten und inzwischen auch schon etwas angestaubten Klapper-Nostalgie-Ästhetik, gelegentlich etwas angereichert mit dezenten elektronischen Effekten. Für die Fans des neoklassischen Ambient-Universums bestens geeignet. Außerdem singen uns Jenny and the Mexicats ein Loblied auf den Wein, die Herren von DaDing aus Bayern wissen genau, was sie tun, über den schottischen Humor wurde schon im Barock gerätselt, und Cristina Branco entstaubt wie gewohnt den Fado. Das und vieles mehr in der heutigen Hörbar…