Die hr2-Hörbar Archiv
100 Episoden
55 Minuten
Das Label CPL-Music bietet auf seinem Sampler "Slovakia - Folk to Global" einen wunderbaren Querschnitt durch die slowakische Folkszene. Eine sehr abwechslungsreiche Zusammenstellung, mal näher an den traditionellen Klängen, oft aber auch mit Rock- und Pop-Elementen oder mit etwas Swing-, Latin- oder Klezmer-Einschlag, und ein paar wuchtige Tanz-Beats sind auch mit dabei. Eine bunte, spannende Mischung, bei der es ganz viel zu entdecken gibt. Eine klare Empfehlung nicht nur für Osteuropa-Fans. Außerdem hören wir Wüstenblues von Tamikrest, die "Paris Combo" lädt ein zum Walzer, Igor Strawinsky spielt zum Tango auf, und Gisbert zu Knyphausen lässt sich betören vom Licht dieser Welt. Das und vieles mehr in der heutigen Hörbar…
55 Minuten
Beide sind schon lange in Hamburg zuhause: der polnische Pianist Vladyslav Sendecki, Jahrgang 1955, und der 1972 in Bremen geborene Schlagzeuger Jürgen Spiegel. Sendecki ist seit Jahrzehnten bekannt als einer der versiertesten Jazzer am Klavier und war langjähriges Mitglied der NDR-Bigband, Jürgen Spiegel hat sich vor allem einen Namen gemacht als Drummer im Tingvall Trio. "Simple Game" ist das dritte Album der beiden, mit zumeist eigenen Kompositionen: feinster, eingängiger Instrumentaljazz mit vollem, rundem Sound, der oft vergessen lässt, dass hier wirklich nur zwei Musiker am Werk sind. Große Duo-Kunst. Außerdem besingt uns Mafalda Arnauth den Duft mauretanischer Minze, beschwingt-kritische Töne zum Raubbau an der Natur gibt’s von Che Sudaka, Amarcord Wien interpretiert einen der großen Hits von Erik Satie, und Georges Moustaki trauert den unerfüllten Träumen der Jugend nach. Das und vieles mehr in der heutigen Hörbar…
56 Minuten
Grenzen? Gibt's hier nur auf der Landkarte! Die Hörbar reist von der Wüste Arizonas über Johannesburg und die Appalachen bis nach Mali. Mit Calexico, Africappella, der Burnett Sisters Band, mit Riccardo Tesi, Di Grine Kuzine, Adax Dörsam, Nassim und mehr. In dieser Ausgabe der Hörbar geht es einmal rund um den musikalischen Globus. Ausgangspunkt ist Tucson AZ, die Heimat von Calexico, deren unverwechselbarer Mix aus Indie, Latin und Country seit drei Jahrzehnten Brücken zwischen Kulturen schlägt. Dazu erklingen die fantasievollen Song-Neuerfindungen des Trios Birds On A Wire, südafrikanischer Vocal-Jazz von Africappella und mitreißender Bluegrass der Burnett Sisters aus den Appalachen. Außerdem ist die malische Sängerin und Gitarristin Fatoumata Diawara zu hören, die Tradition und Gegenwart auf so kraftvolle wie farbenfrohe Weise verbindet.
55 Minuten
Tokunbo Akinro - früher Sängerin der Freiburger Band Tok Tok Tok - ist eine der ungekrönten Königinnen der Loungejazz-Szene in Deutschland. Auf ihrem neuen, vierten Solo-Album "Lost & Found" betont die Deutsch-Nigerianerin ihre SingerSongwriter-Seite. Eigentlich hat sich Tokunbos Stil über die Jahre gar nicht sooo stark verändert - aber nun hört man ihre Poesie besser raus, ihre feine Stimme. In ihrer Schreibwerkstatt (einem Baumhaus und einem Zimmer an der Nordsee) sind dreizehn neue Songs zwischen Folk Noir, Lounge und Lagerfeuer entstanden. Der Pop der 70erjahre lässt grüßen, aber auch die puristische Liedermacherkunst. Unser Hörbar-Tipp für Fans von Joy Denalane, Y’akoto, Norah Jones und Lizz Wright. Weitere Gäste an der Hörbar sind der Chansonnier Thomas Fersen, Pianist Nduduzo Makhathini, der Cantautore Gabriele Muscolino, Sänger Danger Dan von der Antilopen Gang - und viele andere mehr.
55 Minuten
Vielleicht kennen Sie die Frankfurter Musikerin noch unter ihrem "alten" Namen, Fee. Das "Penafiel" ist dazugekommen, weil Fee in diesem Ort im Norden von Portugal einen Hafen in stürmischen Zeiten fand. Jetzt ist sie zurück, mit Songs, die Nähe schaffen. In Penafiel bei Porto hat Fee während der Corona-Zeit zeitweise gelebt. Und, wie sie sagt, "Ruhe, Kraft, Wärme, Menschenfreundlichkeit" und eine herzliche Kultur gefunden. Ihr neues Album "Die Wolken über uns" hat Fee Penafiel durch Crowdfunding finanziert. Es ist ein entwaffnend emotionales Indie-Pop-Album geworden, das von Traurigkeit und vom Straucheln erzählt - aber mit frischer Leichtigkeit auch wieder aufsteht. Weitere Gäste an der Hörbar sind heute u.a. die norwegischen Kings of Convenience, Andy Palacio & The Garifuna Collective aus Bélize, Star-Trompeter Till Brönner, der legendäre Buena Vista Social Club und die portugiesische Fado-Sängerin Cuca Roseta.
55 Minuten
"Floating", so heißt das neue Album des französischen Saxofonisten. Im Quartettformat mit Tabla, Klavier und Kontrabass und binnen nur zwei Tagen Aufnahmezeit ist hier eine Art Kammermusik jenseits aller Schubladen entstanden. Musik, die zusammen träumt. Mit Parisien, Yaron Herman am Klavier, Prabhu Edouard an Tabla und Percussion und Linda May Han Oh am Kontrabass kommt hier geballte Musikalität zusammen. Die Band kam ursprünglich im Rahmen einer zweijährigen "Residency" im Pariser "Théâtre de la Cité" zusammen - und war zu gut, um nur ein einmaliges Highlight zu liefern. Ihr Zusammenspiel ist ein flottierender Mix aus modernem und traditionellem Jazz, neuer und alter Musik, mit Einflüssen aus den verschiedensten Regionen der Welt. "Die Welt dreht sich so schnell", sagt Parisien, "ist so verrückt, so voller Sorgen und Konflikte. Diese Musik soll ein Gegenpol dazu sein." Außerdem heute an der Hörbar: Senegalesische Musik und HipHop-Flows von Faada Freddy, finnische Melancholie mit Emmi Kuittinen, gegen den Strich gebürsteter ukrainischer Folk von Svjata Vatra - und viel anderes mehr.
55 Minuten
Der 29jährige Musiker, Schauspieler, Komponist und Joik-Performer Kárlsen verbindet in seiner Musik seine Familiengeschichte und die Geschichte der Region. Sounds voller Kraft, angetrieben von dem Wunsch, die Sprache und Kultur der Sámi zu revitalisieren. Das indigene Volk der Sámi ist zu Hause im Norden von Norwegen, Schweden, Finnland und auf der russischen Halbinsel Kola. Auf die musikalische Weltkarte gebracht hat sie die Gesangstradition des Joikens, gut zu hören etwa bei der Musikerin Mari Boine. Und auch die junge Generation der Sami joikt - so wie Emil Kárlsen auf seinem neuen Album "Nannámii". Der Titel bedeutet so viel wie "vom Wasser aus Richtung Land" oder "auf festen Boden". So angekommen fühlt sich jetzt auch Kárlsen, seit seinem ersten Sámi-sprachigen Album vor fünf Jahren. Weitere Highlights an der Hörbar sind heute u.a. der britische Musik-Querdenker Elvis Costello, die deutsche Liedermacherin Miriam Hanika, Manu Chao mit sonnigem "Mestizo"-Sound und die kapverdische Sängerin Mayra Andrade.
55 Minuten
Heute wird‘s an der Hörbar folkig und pastoral, mit Lambchop, einer Band, der in Americana-Kreisen kultische Verehrung widerfährt. Das Kollektiv um den brummigen Kurt Wagner aus Nashville hat gerade sein 17. Studioalbum rausgebracht: "Punching the Clown". Seit 40 Jahren gibt‘s Lambchop schon. Im Zentrum: der ehemalige Parkettleger Kurt Wagner, ein Mann mit rauchiger, trockener Stimme, anarchischem Humor und einem feinen Gespür für die Zeitläufte. Diesmal ist sein Zauberwort: Reduktion. Er lässt sich nur von Gitarre, Banjo und zwei Chören begleiten und greift auf traditionelle Call & Response-Gesangstechniken aus den Appalachen zurück. Weitere Gäste an der Hörbar sind heute u.a. der malische Griot Habib Koité, das deutsch-französische Swingquintett Moi et les Autres, die Folkband Goitse aus Irland und das Trio um die brasilianische Sängerin Marcia Bittencourt.
56 Minuten
Ein albanisches Volkslied in Nordhessen, ein australischer Singer-Songwriter in Düsseldorf, eine musikalische Begegnung zwischen Syrien und der Pfalz und dazu Wind, Wetter und Folk von den Färöer-Inseln: Diese Hörbar steckt voller überraschender Wege und Verbindungen. Radio Rumeli eröffnen mit einem traditionellen Lied vom Balkan, Elsa & Der Viertelton zeigen, wie selbstverständlich sich ein deutsches Volkslied und ein arabischer Klassiker begegnen können. Weiter geht die Reise mit der färöischen Sängerin Gudrid Hansdóttir, dem mediterranen Klangkino von Quadro Nuevo und einer besonderen Zusammenarbeit zwischen Jamaram und den Acoustic Night Allstars aus Zimbabwe. Dazwischen warten Jazz, Chanson-Anklänge und folkloristische Entdeckungen aus verschiedenen Himmelsrichtungen. Eine Hörbar für alle, die gerne unterwegs sind - zumindest mit den Ohren.
56 Minuten
In "Une belle histoire", einem französischen Chanson von 1972, heißt es: "Sie begegneten sich am Straßenrand. Es war zweifellos ein Glückstag. Der Himmel lag zum Greifen nah. Ein Geschenk des Schicksals. Eine Romanze von heute. Eine schöne Geschichte!" Es ist eine Geschichte, die auch auf das Zusammentreffen der Gruppe Quadro Nuevo und der Marion & Sobo Band gemünzt sein könnte. Auf "Belle Histoire", dem ersten gemeinsamen Album, öffnen sich die Instrumentalkünstler von Quadro Nuevo erstmals dem Gesang und treffen auf Marion Lenfant-Preus und Alexander "Sobo" Sobocinski, die vom Chanson, vom Swing und von der Weltmusik kommen. Gemeinsam ist beiden Ensembles die Lust am Unterwegssein. "Wir reisen. Wir entdecken. Wir spielen", lautet ihr gemeinsames Motto. Und Marion beschreibt die Verbindung so: "Wir teilen die Freude daran, Eindrücke von Reisen und Begegnungen in Musik zu verwandeln." Das hört man den Aufnahmen an. Zwischen französischem Chanson, Tango, Musette und globalen Einflüssen entsteht eine Musik, die weniger von Grenzen als von Begegnungen erzählt. Eine "belle histoire" eben - eine schöne Geschichte.
56 Minuten
Die Geburt seines Sohnes wurde für den Komponisten und Pianisten Justus Rümenapp zum Ausgangspunkt eines Albums, das den Blick bewusst nach vorn richtet. Auf Symphony for the Future verbindet er eigene Klavierkompositionen mit dem großen Klang des Deutschen Filmorchesters Babelsberg. Entstanden sind melodisch geprägte Stücke zwischen Neoklassik und Filmmusik, die Themen wie Hoffnung, Menschlichkeit und Zukunft in den Mittelpunkt stellen. Rümenapps Kompositionen entwickeln sich aus einfachen Melodien, die sich nach und nach in größere Klanglandschaften öffnen. Nicht selten hebt seine Musik dann ab in höhere Sphären - wie gut, dass er durch seinen Brotberuf als Zahnarzt die nötige Bodenhaftung behält!
55 Minuten
Seit Jahrzehnten geht (Hans-Eckardt) Wenzel unbeirrt seinen Weg: als Liedermacher, Dichter, Grenzgänger zwischen Chanson, Folk und Literatur. Sein neues Album "Lasst uns verweilen" ist eine Live-Aufnahme, entstanden an einem Abend im Februar vor kleinem Publikum in einem Studio in Golzow. Gemeinsam mit Gitarrist Hannes Scheffler und Bassist Thommy Krawallo präsentiert er fünfzehn Lieder, darunter neuere Stücke, Wiederentdeckungen und Vertonungen von Texten anderer Autoren. Dabei setzt Wenzel auf die unmittelbare Begegnung zwischen Lied und Publikum. Seine Themen kreisen um Liebe und Verlust, Zweifel und Hoffnung, Krieg und Frieden, vor allem aber um die Suche nach Orientierung in unübersichtlichen Zeiten. Die Lieder zeigen einen streitbaren (und nicht unumstrittenen) Künstler, der gesellschaftliche Fragen nicht von persönlichen Erfahrungen trennt. Im Mittelpunkt steht aber nicht das politische Statement, sondern das gemeinsame Innehalten und der Appell: Lasst uns Verweilen und das Leben feiern - trotz alledem!
55 Minuten
Was passiert, wenn ein Jazzquartett und ein klassisches Streichquartett miteinander musizieren? Dieser Frage geht der Pianist und Komponist Stefan Michalke auf seinem neuen Projekt Michalke & Strings nach. Die Stücke bewegen sich zwischen kammermusikalischer Klarheit und improvisatorischer Offenheit. Statt die Unterschiede zwischen Jazz und Klassik einzuebnen, werden beide Sprachen bewusst hörbar gehalten: Hier die komponierten Linien der Streicher, dort die Freiräume für Improvisation und dazwischen viele Übergänge. Michalke, dessen Musik schon immer eher von Feinzeichnung als von der großen Geste lebt, setzt dabei auf transparente Arrangements und einen ruhigen, atmenden Ensemblesound. Neben seinem Jazzquartett mit Trompeter Frederik Köster, Bassist David Andres und Schlagzeuger Stefan Kremer, ist ein klassisch besetztes Streichquartett zu hören. So entstehen Stücke, die weniger auf Virtuosität als auf Klangfarben, Dialog und gemeinsame Entwicklung setzen. Das und mehr Musik grenzenlos gibt‘s heute an der Hörbar.
55 Minuten
How did we get here? Das ist die klassische Frage von Musikern auf Tour. Irgendwann bist Du so viel kreuz und quer durch die Gegend gereist, dass Du morgens in einem Hotelzimmer aufwachst und Dich fragst: Wie zum Teufel sind wir eigentlich hierhergekommen? Ein durchaus vertrautes Gefühl für Tim Collins, Vibraphonist aus New York und den Münchener Saxophonisten und Klarinettisten Mulo Francel. Die Beiden sind schon viele Jahre unterwegs, kennengelernt haben sie sich auf einer Tournee von Mulo Francels Band Quadro Nuevo. Nun begegnen sie sich erstmals als Duo, auf einem Album, das genau diesen Titel trägt (How did we get here?) und in einer Besetzung, die von der besonderen Klangverwandtschaft zwischen Vibraphon und Saxophon lebt: Hier die schwingenden Klangplatten aus Aluminium, dort das geblasene Messingrohr. Mit diesem Sound schaffen die Beiden schillernde Klangräume zwischen Jazz, Folk, Latino-Einflüssen, Musette-Walzern und feinen Anklängen an Minimal Music und Neoklassik. Ein Album voller Begegnungen, Geschichten und feiner Zwischentöne - getragen vom aufmerksamen Dialog zweier Musiker, die einander viel Raum lassen. Das und noch viel mehr "Musik grenzenlos" gibt’s an dieser Hörbar.
56 Minuten
Manchmal reicht eine Stunde, um einmal um die halbe Welt zu reisen. Ob das Sierra Ferrell ist, die der amerikanischen Roots-Musik neuen Elan verleiht. Oder die Gesangskapelle Hermann, fünf junge Burschen aus Wien. Auch die Amsterdam Klezmer Band, Sängerin Lina aus Portugal, der Pianist Alexis Ffrench und Samara Joy als Rising Star des Jazz sind in dieser Stunde an Bord. Dazu kommen Klezmer-Groove, portugiesische Melancholie, lyrische Klavierklänge und die Wärme des amerikanischen Songwritings. Eine Hörbar voller Begegnungen, in der sich Tradition und Gegenwart ganz selbstverständlich die Hand reichen.