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Geschichten aus der Geschichte Archiv

612 Episoden
1 Stunde 4 Minuten
Wir springen ans Ende des 19. Jahrhunderts und beschäftigen uns mit den Anfängen der Olympischen Spiele der Neuzeit. Ein Projekt, das maßgeblich vom französischen Baron Pierre de Coubertin vorangetrieben wurde – der nicht nur das IOC mitgegründet, sondern als IOC-Präsident auch eine Goldmedaille für Literatur bei den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm bekommen hat. Die Kunstbewerbe gibt es nach 1948 nicht mehr. Auch sonst hat sich so einiges geändert und die olympische Bewegung stand nach 1904 kurz vor dem Ende. In der Folge geht es natürlich auch um einen besonderen Sportbewerb, der wie kein anderer für die Spiele steht und für sie erfunden wurde: Der Marathonlauf.
40 Minuten
Wir springen in dieser Folge in den Sommer des Jahres 1648. Während in Osnabrück und Münster noch die finalen Verträge des Westfälischen Friedens vorbereitet werden, um damit den Dreißigjährigen Krieg zu beenden, macht sich der schwedische General Königsmarck vor Prag daran, die Stadt einzunehmen. Denn Prag ist nicht nur reich an Gold und Silber, sondern auch voller Bibliotheken, Gemälde, Statuen und etlicher Kuriositäten. Ein Umstand, den sich Königsmarck und vor allem die schwedische Königin Christina zunutze machen wollen.
55 Minuten
Wir springen in das Jahr 1903 und beschäftigen uns mit einer wissenschaftlichen Entdeckung: Der französische Physiker René Blondlot beobachtete bei Experimenten mit Röntgenstrahlen, dass sich die Helligkeit einer Lichtquelle veränderte. Er erklärte das mit einer neuen Art von Strahlung, die er zu Ehren der Universität in Nancy N-Strahlen nannte. Die N-Strahlen hätten eine der wichtigsten wissenschaftlichen Entdeckungen des 20. Jahrhunderts werden können. Viele Forscher haben begeistert Experimente mit den neuen Strahlen gemacht – aber einige wurden bald skeptisch. Und so stellte sich bald heraus: Die N-Strahlen gibt es gar nicht. Blondlot hatte sich selbst getäuscht und etwas beobachtet, was gar nicht existiert.
41 Minuten
Wir springen in dieser Folge an den Anfang des 20. Jahrhunderts. In der kleinen Stadt Zabern im Elsass – das zu jenem Zeitpunkt gerade erst seit knapp zwei Jahren volles Mitglied des deutschen Kaiserreichs ist – sorgen im Oktober 1913 die Aussagen eines jungen deutschen Soldaten für Aufruhr. Schnell schaukelt sich die Sache zu einer veritablen innenpolitischen Krise hoch, die sich als symptomatisch für das militarisierte Kaisertum Wilhelms II. herausstellen wird.
45 Minuten
Wir beschäftigen uns in dieser Folge nicht mit einer Geschichte, sondern gleich mit vier Geschichten. Es geht um kuriose, historische Berufe, die es heute nicht mehr gibt: Eine Familie, die die korrekte Uhrzeit verkauft hat; Menschen, die „Planeten“ in einem Bauchladen von Mäusen oder Papageien an Kundinnen und Kunden übergeben haben; Soldaten, die auf der Suche nach Kaffee waren; und Personen, die als bezahlte Eremiten in den Parkanlagen Adliger gelebt haben.
46 Minuten
Wir springen in dieser Folge ins 18. Jahrhundert. Es ist das Jahr 1778 und der Wiener Arzt Friedrich Anton Mesmer lässt sich in Paris nieder, um dort eine Praxis zu eröffnen. Schnell zieht er jedoch die Skepsis der etablierten Mediziner des Landes auf sich, denn er erfreut sich schnell großer Beliebtheit, doch seine Behandlungsmethoden sind mehr als außergewöhnlich. Wir sprechen darüber, was es mit Mesmers Behandlungsmethoden auf sich hatte, wie er dazu kam, was sie ihm einbrachten und was heute noch davon übrig ist.
59 Minuten
Wir springen ins Jahr 1904 in die USA. Elizabeth Magie bekommt ein Patent für das Brettspiel „The Landlord’s Game“, mit dem sie nicht nur den Kapitalismus ihrer Zeit kritisiert, sondern auch eine andere Wirtschafts- und Gesellschaftstheorie verbreiten möchte: Das Single-Tax-Prinzip nach Henry George. Das Spiel verbreitet sich in den folgenden Jahrzehnten in unterschiedlichen Communities, etwa in US-Colleges oder den Quäkern in Atlantic City. So entdeckt es auch Charles Darrow, der eine Variante des Spiels als „Monopoly“ der Spielefirma Parker Brothers anbietet. Darrow galt daher lange Zeit als Erfinder des Spiels, das heute wie kein anderes für den Kapitalismus steht und zu den erfolgreichsten Brettspielen überhaupt zählt.
48 Minuten
Wir springen in dieser Folge mitten ins 20. Jahrhundert. Schauplatz ist die Schweiz, wo seit Jahrzehnten eine Industrie den Weltmarkt beherrscht: die Uhrenindustrie. Doch all das gerät in den 1970er Jahren ins Wanken, als eine neue Technologie für einen Umbruch sorgt, der tausende Arbeitsplätze vernichten und unzählige Betriebe in den Abgrund stürzen wird. Wir sprechen darüber, wie es dazu kam und wie die Schweiz sich mit aller Macht dagegen stemmte.
45 Minuten
Wir springen nach Russland an den Anfang des 20. Jahrhunderts: Ernest Beaux kreiert für den russischen Zarenhof zum 300-jährigen Thronjubiläum der Romanows ein Parfüm. Und wie sich herausstellt, wird es zur Grundlage für das bekannteste Parfüm der Welt: Denn aufgrund des Ersten Weltkriegs und der Oktoberrevolution in Russland kehrt Beaux zurück nach Frankreich, wo er in Grasse, der Welthauptstadt des Parfüms, seinen Duft weiterentwickelt und 1920 auf Coco Chanel trifft. Doch es gibt noch ein zweites Parfüm, das seinen Duft dem Thronjubiläum der Romanows verdankt: Der am weitesten verbreitete Duft in der Sowjetunion: Das Rote Moskau, Krasnaja Moskwa, vom ebenfalls französischen Parfümeur Auguste Michel.
43 Minuten
Wir springen diese Woche ins San Francisco des 19. Jahrhunderts. Joshua Norton, Kind schottischer Eltern, aufgewachsen in der Kapkolonie, schafft es dort mit gutem wirtschaftlichem Gespür zu rechtem Wohlstand. Doch all das ändert sich schlagartig im Jahr 1852, als ein Ereignis nicht nur Nortons wirtschaftlichen Status verändern wird.
47 Minuten
Wir springen in das viktorianische England, wo in den 1850er-Jahre ein Projekt gestartet wurde, dessen Anspruch nicht größer sein konnte: Für ein neues Wörterbuch sollte nicht nur jedes Wort der englischen Sprache erfasst werden, sondern auch seine Geschichte und unterschiedlichen Bedeutungen mit Zitaten belegt werden. 70 Jahre sollte es schließlich dauern, bis die erste vollständige Ausgabe des „New English Dictionary on Historical Principles“ erschien. Bis heute ist es das umfangreichste Wörterbuch in englischer Sprache, bekannt als Oxford English Dictionary. Um das Mammutprojekt möglich zu machen, waren die Herausgeber auf Freiwillige angewiesen, die Bücher lasen und Belegstellen einschickten: Am Ende waren es 6 Millionen. Einer der wichtigsten Zuarbeiter war William C. Minor, der wegen Mordes in einer psychiatrischen Anstalt war.
48 Minuten
Wir springen in dieser Folge in die USA des 19. Jahrhunderts. William Miller, Bauer und Laienprediger, stellt nach intensivem Studium des Neuen Testaments eine Theorie auf. Eine Theorie, die ihm für einige Jahre eine nicht ganz geringe Anhängerschaft bringen wird. Doch die Bewegung hat ein Ablaufdatum, und sie wird schließlich in einem Ereignis enden, das in die Geschichte als The Great Disappointment of 1844, also die Große Enttäuschung von 1844 eingehen wird.
49 Minuten
Wir springen an den Anfang des 20. Jahrhunderts und beschäftigen uns mit einer Expedition: Am Tendaguru im heutigen Tansania – zu der Zeit Deutsch Ostafrika – wird eine riesige Lagerstätte mit Dinosaurier-Fossilien entdeckt. Von 1909 bis 1913 werden 225 Tonnen Material ausgegraben und nach Berlin ins Naturkundemuseum verschifft. Die Tendaguru-Expedition gilt als eine der erfolgreichsten, paläontologischen Ausgrabungen überhaupt. Ein Ergebnis der Expedition ist das heutige Wahrzeichen des Museums, der Giraffatitan brancai (vorher Brachiosaurus brancai), das größte montierte Dinosaurierskelett der Welt. Wir verfolgen die Geschichte der Tendaguru-Fossilien bis in die Gegenwart, da die Stimmen nach einer Rückgabe der Fossilien lauter werden.
44 Minuten
Wir springen in dieser Folge ins frühe 17. Jahrhundert. Protagonistin ist die einflussreiche ungarische Gräfin Elisabeth Báthory, die im Jahr 1610 vom Vizekönig Ungarns festgenommen wird. Vorgeworfen werden ihr beinahe unbeschreibbare Grausamkeiten und eine Vielzahl an Morden. Wir sprechen darüber, was es mit den Vorwürfen tatsächlich auf sich hatte, was aus Báthory wurde und vor allem, wie man sich auch noch Jahrhunderte später an sie erinnert.
44 Minuten
Wir springen nach Berlin in ein alchemistisches Labor im Jahr 1706: Bei der Herstellung von Florentiner Lack färbt sich das Gemisch überraschend tiefblau statt rot. Johann Jacob von Diesbach und der Johann Conrad Dippel haben aus Versehen das erste moderne, künstliche Pigment hergestellt: das Berliner Blau. Auch bekannt als Prussian Blue oder Eisenblau. Berliner Blau verbreitet sich in der Folge, weil es eine günstige Alternative zu anderen Blautönen ist, wie Ultramarin oder Azurit. Aber nicht nur in der Malerei kommt das Berliner Blau zum Einsatz. Es wird auch zur Weinschönung verwendet und ist heute auch als Medikament gegen Thallium- oder Caesium-Vergiftung im Handel.
Geschichten aus der Geschichte

Geschichten aus der Geschichte

Seit über zehn Jahren erzählen sich die Historiker Daniel Meßner und Richard Hemmer Woche für Woche eine Geschichte aus der Geschichte.