Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche

Geliebt und unvergessen Archiv

35 Episoden
15 Minuten
Edgar S. Hasse Es war bei einem Empfang des Blankeneser Lions Club, als Eberhard Möbius, Urgestein der Hamburger Kulturszene, sich auf der Bühne den zugereisten Gästen vorstellte. Er sei der „Groß-Admiral der norddeutschen Rollatoren-Flotte“, scherzte der Senior und fügte mit Blick auf die betagten Besucher dieser von einem Autohersteller gesponserten Veranstaltung hinzu: „Ihr seid dem Rollator näher als Eurem Porsche.“ So war er – Eberhard Möbius, der Gründer des Theaterschiffs, der Regisseur, Schauspieler, Autor, Kabarettist und „Hamburger aus Leidenschaft“ (Olaf Scholz): Im neuen Abendblatt-Podcast „Geliebt & Unvergessen“ erinnert der Herausgeber und Chefredakteur des Blankeneser Magazins „Klönschnack“, Klaus Schümann, als einer seiner Weggefährten an „Möbi“, wie er von vielen genannt wurde. Der in Wernigerode im Harz geborene Künstler war am 10. Juni im Alter von 93 Jahren in Hamburg gestorben. „Für mich ist Möbi ein vielseitiger, kreativer und geistig hemdsärmeliger Kulturmensch gewesen“, würdigt Schümann jenen zugereisten Hamburger, der 1958 der Enge in der sowjetischen Besatzungszone entfloh und im Hamburger Hafen zunächst als Kessel- und Schiffsreiniger arbeitete. Bereits damals betrat er die Bretter, die die Welt bedeuteten, als Schauspieler und Regisseur. Später lernte er seine Frau Christa kennen. Sie war seine große Liebe, und er schrieb ihr nach ihrem Tod jeden Tag einen Brief. Zum größten Erfolg des Paares wurde das Theaterschiff am Nikolaifleet. Mit seinen Inszenierungen und Veranstaltungen gelang es Eberhard Möbius, bekannte Schauspieler auf die schwimmende Bühne zu holen: Peter Ustinov, Senta Berger, Gerd Fröbe und Heinz Reincke, erzählt Klaus Schümann. Möbi habe es gemeinsam mit seiner Frau Christa geschafft, das Theaterschiff subventionsfrei zu betreiben. Und wenn den Schauspielern oder Gästen mal aus Versehen ein Glas zu Bruch ging, scherzte er: „Schmeiß weg, Besitz belastet nur.“ Zur Institution in der Weihnachtszeit wurde Eberhard Möbius über Jahrzehnte bei der Veranstaltung „Märchen im Michel“, einer Aktion zugunsten des Abendblatt-Vereins „Kinder helfen Kindern“. In den vergangenen Jahren fuhr er schnellen Schrittes mit seinem Rollator ans Pult und las eine Geschichte vor. Klaus Schümann: „Möbi war ein großartiger Bestandteil der Märchen im Michel.“ Man dürfe gespannt sein, ob es für ihn überhaupt einen Ersatz gebe. Bis ins hohe Alter lud Eberhard Möbius in seine Seniorenstiftung zu Lesungen ein, ließ Kaffee und Kuchen servieren. Und begann, wie sonst immer auch, jedes Treffen stets mit dem Satz: „Ist das nicht schön.“
31 Minuten
„Nimm mal hier das Kissen. Und jetzt umarm das mal und stell dir vor, das ist dein Mädchen. Dann geht das gleich viel besser!“ Wie recht sie hatte. Auf einmal war der schwärmerische Tanz für den noch unerfahrenen Schauspieler Christian Seeler kein Problem mehr. Das war bei Weitem nicht der einzige gute Tipp, den Heidi Kabel ihrem jungen Kollegen für dessen erste große Rolle auf der Bühne des Ohnsorg Theaters gegeben hat.
18 Minuten
Der TV-Moderator und Publizist Roger Willemsen (1955-2016) brillierte auf vielen Kanälen. Am populärsten war seine Sendereihe „Willemsens Woche“, die von 1994-1998 ausgestrahlt wurde. Im neuen Abendblatt-Podcast „Geliebt & Unvergessen“ erinnert Nikolaus Gelpke, einer seiner engsten Freunde, an den Intellektuellen.
21 Minuten
Das erste Treffen mit Hermann Rieger ist ein großer Zufall. Norbert Hadeler ist auf dem Weg in die HSV-Geschäftsstelle, damals, 1994, noch am Rothenbaum, um einen neuen Fanclub anzumelden. Und wer hält just in diesem Moment mit dem VW-Bus der Jugendmannschaft vor dem Gebäude an der roten Ampel? „Hermann“, ruft Norbert Hadeler ihm von der Straße aus durch das offene Autofenster zu, „wir wollen einen Fanclub in deinem Namen gründen.“ „Ja, Burschi, hab ich schon gehört“, ruft Hermann Rieger zurück. Der Beginn einer außergewöhnlichen Fan-Geschichte – und einer ganz besonderen Freundschaft. Hermann Rieger, Kult-Masseur und HSV-Urgestein, starb im Februar 2014. Doch seine Fans halten ihn weiter in Ehren. In dieser Folge des Abendblatt-Podcasts „Geliebt & Unvergessen“ erzählt Norbert Hadeler, der Präsident des Fanclubs „Hermann’s treue Riege“, wie ausgerechnet ein Bayer, der in den Bergen aufgewachsen ist, zum Vereinsidol geworden ist.
12 Minuten
Schon als Kind konnte sich Hein Bollow für die Pferderennen im Derby-Park Klein Flottbek und in Horn begeistern. Bis ins hohe Alter blieb der Senior dem Pferdesport treu – auch wenn es nur darum ging, einmal mehr Stallluft zu schnuppern. In dieser neuen Folge von „Geliebt & Unvergessen“ erinnern wir an den Superstar der Galopp-Rennszene: Bollow, 1920 in Hamburg-Nienstedten als Sohn eines Fuhrbetrieb-Unternehmers geboren und am 20. April dieses Jahres im Alter von 99 Jahren in Köln an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben. Im Podcast spricht Michael Vesper, ehemaliger grüner Minister in Nordrhein-Westfalen und heute als Präsident höchster Repräsentant des Galopp-Rennsports in Deutschland, über den gebürtigen Hamburger. „Hein Bollow hat die Pferde verstanden, mit ihnen kommuniziert, um sie einzusetzen und zu Leistungen zu bewegen. Pferde waren für ihn aber kein Sportgerät, sondern Kollegen und Freunde“, sagt das frühere Gründungsmitglied der Grünen.
29 Minuten
Sieben Jahre lang haben sie sich jede Woche zum Mittagessen getroffen, immer mittwochs in der sogenannten „Laube“ hinter dem Senatsgehege im Rathaus. Dort haben der damalige Erste Bürgermeister Henning Voscherau und der SPD-Fraktionschef Günter Elste unter vier Augen die aktuelle Politik besprochen. Eine intensive Zeit, in der ein enges Vertrauensverhältnis zwischen den beiden Männern entstanden ist – wenngleich beide nicht immer einer Meinung waren. „Henning Voscherau hat nie unter mangelndem Selbstbewusstsein gelitten. Das war nicht immer einfach, wenn man unterschiedliche Interessenslagen hatte“, sagt Günter Elste in dieser Folge des Abendblatt-Podcasts „Geliebt & Unvergessen“ über den 2016 mit 75 Jahren verstorbenen Voscherau. „Bei manchen Themen musste er zum Kompromiss motiviert werden.“ Stand ein solcher Kompromiss aber, dann wurde das Vereinbarte immer eingehalten. Diese Verlässlichkeit ist eine Eigenschaft, die der Ex-Hochbahn-Chef und Vorsitzende des Aufsichtsrats der Haspa an Voscherau am meisten geschätzt hat. Und: „Was vertraulich besprochen wurde, blieb auch vertraulich.“ Die beiden Männer haben viel miteinander besprochen, bis zuletzt, als Henning Voscherau schon lange nicht mehr politisch aktiv war, sondern wieder als Rechtsanwalt arbeitete. Ob er diesen Schritt, als Bürgermeister 1997 zurückzutreten, jemals bereut hat, warum er danach kein politisches Amt mehr angenommen hat und welches ihn aber durchaus gereizt hätte, darüber spricht Elste mit Redakteurin Jule Bleyer. Und darüber, wie Voscherau in das Amt kam, das er, so Elste, von Anfang an angestrebt hatte.
18 Minuten
Hamburg lag nach dem Zweiten Weltkrieg in Trümmern – und ausgerechnet in dieser Katastrophe hatte Günter Powalla eine Geschäftsidee: Der gelernte Versicherungskaufmann, der wegen einer Augenerkrankung nicht von der Wehrmacht eingezogen wurde, erwarb Trümmergrundstücke und ließ dort neue Häuser mit Wohnungen bauen, die er vermietete. An diesen Unternehmer und Mäzen, der kurz vor Vollendung seines 100. Geburtstages starb, erinnert in dieser Podcast-Folge einer seiner engsten Mitarbeiter: Roman Bruhn, Geschäftsführer der Grundstücksgesellschaft G. u. L. Powalla und Stiftungsvorstand.
14 Minuten
So einen wie ihn gibt es heute eigentlich nicht mehr. Das sagt der Hamburger Gewerkschaftler und SPD-Politiker Wolfgang Rose über Freimut Duve. Freimut Duve, der am 3. März im Alter von 83 Jahren in der Hansestadt starb, war beides: ein Intellektueller und ein Politiker, der Gespür und Talent für das parlamentarische Machtgefüge hatte. „Diese beiden Pole waren bei ihm in einer Balance“, sagt Wolfgang Rose, „und das gibt es heute praktisch kaum noch in der Politik.“ Für die SPD, deren Mitglied Freimut Duve war, bildete der linke Publizist und frühere Lektor des Rowohlt Verlages, gleichsam ein „Scharnier“ zwischen Schriftstellern, Künstlern und den Funktionären unter den Genossen. Duve, der am 26. November 1936 in Würzburg geboren wurde, war das Kind einer wohlhabenden Hamburger Kaufmanns-Mutter und eines jüdischen Vaters. Die Mutter habe ihm den Vater verheimlicht, um ihren Sohn wegen der NS-Verfolgung zu schützen. Duve galt in der Rassenideologie der Nazis als „jüdischer Mischling 1. Grades“. Sein Großvater mütterlicherseits, ein überzeugter Nationalsozialist, habe ihn deshalb als „Zigeunerkind“ beschimpft - und ihn enterbt, erinnert Wolfgang Rose. Diese Herkunft und die erlebte Ausgrenzung prägte seinen weiteren Lebensweg und sein Ethos: „Bis zu seinem Lebensende setzte sich Freimut gegen Abschottungen von Menschen aus rassistischen und ethnischen Gründen ein“, sagt Wolfgang Rose. Als Beauftragter der Universität Hamburg kümmerte sich Duve in den 1960er Jahren um die damaligen Gaststudenten und konzipierte Deutschkurse. Der Begriff „Deutsch für Ausländer“ ist seine Wortschöpfung – und von Bedeutung für heute. Den Weg in die SPD fand Freimut Duve mit dem Vorbild Willy Brandt. 18 Jahre lang saß er für die Partei im Deutschen Bundestag und war kulturpolitischer Sprecher seiner Fraktion. Gelegentlich bezog der Hamburger Abgeordnete gar nicht typisch linke Positionen. So plädierte er für die deutsche Beteiligung beim militärischen Eingreifen gegen den Jugoslawienkrieg in den 1990er Jahren. Intellektuell prägte Duve als Lektor des Rowohlt Verlages und Herausgeber der rororo-Reihe aktuell die Diskurse in der Bundesrepublik. „Seine Themen waren Freiheit, Ökologie und Menschenrechte“, sagt Rose. Bis ins hohe Alter und von Gebrechen gezeichnet habe Freimut Duve an kulturellen Veranstaltungen teilgenommen, so an Premieren am Ernst Deutsch Theater. Wolfgang Rose: „Er war ein liebenswerter und warmherziger Mensch – und trotz seiner späten körperlichen Krankheiten an vielem interessiert und klar im Kopf.“
35 Minuten
Sein Tod hat fassungslos gemacht. Mit nur 45 Jahren starb Roger Cicero an den Folgen eines Hirninfarkts. Der begnadete Jazz- und Swingmusiker war zu diesem Zeitpunkt, im März 2016, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, er hatte gerade ein neues Album veröffentlicht, war zweimal für den Echo nominiert, wollte auf Tour gehen. Für seinen Musikerkollegen, den Pianisten Joja Wendt, klafft seitdem eine Lücke in der deutschen Musikwelt – die auch nie wieder geschlossen werden wird. „Seine Farbe, sein Wesen, sein Esprit wird für immer fehlen. So etwas gibt es nicht noch mal“, erzählt Joja Wendt in dieser Folge von „Geliebt & Unvergessen“. „Wir haben ganz tolle Sänger in Deutschland, aber Roger war ein Virtuose, so einen haben wir noch nie gehabt und kriegen wir auch nie wieder. So ein Genie fällt nicht dauernd vom Himmel.“ In diesem Jahr wäre Roger Cicero 50 Jahre alt geworden. Joja Wendt kannte den Sänger bereits als jungen Mann. Anfang der 90er-Jahre studierten die beiden Musiker in den Niederlanden an der „Amsterdamse Hogeschool voor de Kunsten“ in Hilversum. Im Gespräch mit Abendblatt-Redakteurin Jule Bleyer erzählt Joja Wendt vor allem von der Zeit, bevor Roger Cicero berühmt wurde: Wie er als Student war, danach ziemlich mittellos durch die Hamburger Musikszene tingelte, im Angie’s Nightclub auftrat und eher durch glückliche Umstände seinen großen Durchbruch erlebte.
15 Minuten
Als Monika Griefahn 1986 heiratete, gab es eine ganz besondere Hochzeitstorte. Ganz oben auf dem Kunstwerk thronte ein Wal aus Marzipan. Schöpfer der Torte war der Konditor und Hochzeitsgast Rüdiger Nehberg aus Rausdorf in Schleswig-Holstein. Im dieser Folge von „Geliebt und Unvergessen“ erinnert Monika Griefahn, Gründungs- und Vorstandsmitglied der Umweltschutzorganisation Greenpeace und ehemalige niedersächsische Umweltministerin, an den Menschenfreund und Abenteurer Rüdiger Nehberg. Er starb am 1. April im Alter von 84 Jahren. Als junger Mann hatte Rüdiger Nehberg schnell erkannt, dass ihm eine Laufbahn als Konditor viel zu langweilig sein würde. Er suchte das große Abenteuer, überquerte den Atlantik mit einem Tretboot und ließ sich im Alter von 70 Jahren mit einem Helikopter im brasilianischen Urwald absetzen. Monika Griefahn erläutert im Gespräch mit Abendblatt-Redakteur Edgar S. Hasse, dass Nehbergs Abenteuerlust im Kontext einer „sinnhaftigen Tätigkeit“ zu verstehen ist. So versuchte er, den Yanomami-Indianern zu helfen – mit der Folge, dass die Goldgräber vertrieben wurden. Er sammelte Geld für Krankenstationen im Dschungel. Und in den vergangenen Jahren kämpfte er mit dem Verein Target gegen die Genitalverstümmelung von Frauen in Afrika und in der arabischen Welt. Nehberg wusste um die Endlichkeit und den Kreislauf des Lebens. „Wenn ich sterbe, werde ich Spinat“, soll er einmal gesagt haben.
27 Minuten
Die Pfeife war das Wichtigste. Sie durfte niemals ausgehen. Essen? Wenn es sein musste. Aber Hauptsache, es war genug Tabak da. Der Gesprächsstoff nämlich ging niemals aus. Mehr als zehn Jahre lang saßen Siegfried Lenz und sein damaliger Verleger Günter Berg fast jede Woche zusammen und redeten über die Literatur im Allgemeinen und die Werke des 2014 gestorbenen Schriftstellers im Besonderen. In dieser Folge erzählt Berg, wie es war, mit dem großen Autor der deutschen Nachkriegsliteratur zu arbeiten und was Lenz’ Erfolg ausmacht. „Siegfried Lenz hat mit seinen Texten ins Herz seiner Leser getroffen – das schafft kaum ein Autor“, sagt Günter Berg. „Er hat sich der Befindlichkeiten der Menschen angenommen und darüber geschrieben, was die Leser umtreibt – das macht ihn heute noch so erfolgreich.“ Trotzdem sei Lenz nie abgehoben gewesen, sondern ein „großer Menschenfreund“, der bis zuletzt im Telefonbuch stand und den Leser einfach anrufen konnten. Und er war wohl einer der letzten Schriftsteller, der alles per Hand geschrieben hat. „Er hat ein Blatt Papier von oben links bis unten rechts vollgeschrieben – allein das Lochen hätte zu Textverlust geführt“, erzählt Berg im Gespräch mit Jule Bleyer. „Lenz hatte seine Romane komplett im Kopf.“ Was ihn inspirierte und warum er dennoch bis zuletzt Selbstzweifel hatte – auch darum geht es im Podcast.
17 Minuten
Hans Saalfeld war Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Hamburg und seit seiner Kindheit ein Gegner von Faschismus und rechtsradikalem Gedankengut. In dieser Folge erinnert ein enger Weggefährte im Gespräch mit Abendblatt-Redakteur Edgar S. Hasse an den ehemaligen SPD-Abgeordneten (1928-2019).
20 Minuten
Mit 46 Jahren hat sie ihr Abitur gemacht und mit 62 Jahren promoviert. In dieser Folge erinnert die Historikerin Professorin Barbara Vogel an eine mutige und zielstrebige Frau: die Jüdin Miriam Gillis-Carlebach. Sie war eines von neun Kindern des letzten Hamburger Oberrabbiners Joseph Carlebach, der mit seiner Frau und drei seiner Kinder 1942 von den Nazis ermordet wurde. Miriam überlebte nur deshalb, weil sie als 16-Jährige Hamburgerin kurz nach der Pogromnacht 1938 emigrieren konnte. Israel sollte bis zu ihrem Tod am 28. Januar dieses Jahres zur Heimat werden. Gillis-Carlebach wurde 98 Jahre alt. Es war im Jahr 1982, als Miriam Gilles-Carlebach erstmals wieder Hamburg besuchte. „Frau Gillis-Carlebach war eine bedeutende Persönlichkeit mit eigenständigem wissenschaftlichem Anspruch“, würdigt die Historikerin Vogel ihre Kollegin, „und eine anerkannte Herausgeberin der Schriften ihres Vaters.“
26 Minuten
Barbara Kisseler hat die Kulturpolitik Hamburgs fünfeinhalb Jahre lang, bis zu ihrem Tod im Herbst 2016, geprägt wie wohl kaum ein Politiker vorher. Noch immer herrsche Fassungslosigkeit darüber, dass sie nicht mehr da ist, erzählt ihr Nachfolger Carsten Brosda in dieser Folge von „Geliebt & Unvergessen“. Man habe manchmal noch das Gefühl, gleich komme sie um die Ecke. „Sie kam ja gerne zu spät, sie hatte immer einen Auftritt, indem sie einen Raum noch einmal durcheinander wirbeln konnte, der sich gerade sortiert hat.“ Im Gespräch mit Abendblatt-Redakteurin Jule Bleyer erzählt der Kultursenator, wie Barbara Kisseler, die im Herbst 2016 gestorben ist, es geschafft hat, das Vertrauen von Künstlern und Kulturschaffenden in die Stadt wieder aufzubauen, warum Menschen lieber zweimal überlegten, ob sie ihr widersprechen, und warum sie diebische Freude an der Elbphilharmonie gehabt hätte.
17 Minuten
Chefredakteur, Herausgeber, leidenschaftlicher Journalist – Peter Kruse hat das Hamburger Abendblatt fast ein Vierteljahrhundert lang von entscheidender Stelle aus geprägt. Und auch die Politiker der Stadt hörten auf den meinungsstarken Zeitungsmann. In dieser Folge von „Geliebt & Unvergessen“ erinnert Berndt Röttger, Mitglied der Abendblatt-Chefredaktion, im Gespräch mit Jule Bleyer an den gebürtigen Berliner, der mehr Hanseat war als viele Hamburger. Röttger und Kruse haben fast 15 Jahre zusammengearbeitet. Peter Kruse starb am 25. November 2019 im Alter von 81 Jahren. „Peter Kruse war der gebildetste Journalist, den ich jemals kennengelernt habe“, sagt Berndt Röttger. „Ein Mann, der sehr ruhig war, sehr bescheiden auftrat, der aber sehr viel Spaß an Meinung hatte, und an politischer Diskussion. Er hat einen wahnsinnig motiviert.“