Erfahrene Talklegende wird mit unbekannten Gästen überrascht Archiv
50 Episoden
41 Minuten
5. Februar 2005: Dominik Bloh war gerade einmal 16 Jahre alt, als er die Wohnung seiner Mutter verlassen und seine erste Nacht draußen verbringen musste. Egal ob Vertrauenslehrer, Jugendamt oder Familienbehörde – jahrelang wurde er von einer Einrichtung in die nächste geschickt, niemand hat sich für Dominik verantwortlich gefühlt. Es folgen zehn Jahre Obdachlosigkeit. Aber Dominik gibt nicht auf, er geht weiter zur Schule und macht auf der Straße sogar sein Abitur. Dafür gelernt hat er überall, er sagt “die Nächte auf der Straße sind lang” und das Schreiben hat ihn gerettet. Trotz seiner aussichtslosen Situation engagiert er sich und hilft Geflüchteten beim Ausfüllen von Anträgen oder zeigt ihnen, woher sie Klamotten und Essen bekommen. 2015 lernt er dadurch den ehemaligen Fußballspieler Bobby Dekeyser kennen. Und endlich erhält auch er Hilfe. Doch Obdachlosigkeit beschäftigt ihn auch weiterhin: 2019 gründete er GoBanyo, ein Duschbus für Wohnungslose. Denn Dominik sagt “Waschen ist Würde” und ein erster Schritt ins neue Leben. Im Gespräch mit Wolfgang Heim erzählt der heute 32-Jährige von seiner Zeit auf der Straße, wie es für ihn war, zum ersten Mal nach 10 Jahren seine eigene Wohnung zu betreten und wie wir es schaffen, Obdachlosigkeit in Deutschland zu beenden.
35 Minuten
Hinweis: In dieser Folge geht es um Suizid und die psychischen Folgen für Familie und Angehörige. Es gibt Situationen, die sind alles andere als leicht. Entscheidend ist, dass man damit nicht alleine bleiben muss: Sorgen und Gedanken kann man teilen. Eine Liste mit Organisationen die Hilfe anbieten, finden Sie hier: http://swr.li/lostboilino Pinke Haare, lackierte Fingernägel und ein Blitz als Ohrring: Wer Lostboi Lino einmal kennt, vergisst ihn nicht wieder – und das liegt am wenigsten an seinem Erscheinungsbild. Denn dieser junge Musiker aus Stuttgart bricht mit Klischees und entwaffnet durch Ehrlichkeit. 2021 erscheint sein Debütalbum “Lost Tape” bei dem Label Chimperator, die Platte ist für ihn zu einer Art öffentlichen Therapiesitzung geworden. Die Texte sind stark geprägt durch den Verlust, den er 2014 durch den Suizid seines Bruders erfahren hat. Es geht um Trauer, seine eigene Verlorenheit in der Zeit nach dem Tod und wie er Freiheit, Liebe und Vertrauen wieder neu entdeckt hat. Heute bezeichnet er sich selbst als großen Bruder, als einer der Kraft und Mut gibt, wenns mal nicht so gut läuft – für seine Fans vermittelt er auch schon mal Kontakte zur Notfallseelsorge. Sein Anliegen: Über Gefühle und psychische Erkrankungen zu sprechen, darf kein Tabu mehr sein! Wolfgang Heim erzählt er, warum das Bild vom starken Mann gefährlich ist, wieso Schwächen auch Stärken sein können und weshalb er sich nichts aus dicken Autos macht.
38 Minuten
“Ich bin der Terror-Onkel der ZEIT!” – so nennt sich Yassin Musharbash selbst, denn seit mehr als 20 Jahren schreibt der Investigativjournalist in der Wochenzeitung DIE ZEIT über Terrorismus und Innere Sicherheit. Ob Dschihadismus, Nahost-Konflikt oder die sogenannte Clan-Kriminalität, Yassins Themen sind immer komplex und bedürfen einer tiefen journalistischen Auseinandersetzung. Doch genau dieses genaue Hinschauen vermisst Yassin Musharbash derzeit in der deutschen Berichterstattung über kriminelle Mitglieder arabischer Clans. In dieser spannenden Folge unterhalten sich Wolfgang Heim und Yassin Musharbash über christliche Tradition in Jordanien, das Wiedererstarken des sogenannten Islamischen Staats und Yassins neuen Thriller über russische Desinformation.
34 Minuten
Gendern, Rassismus, Sexismus – wenige Themen lassen Debatten so schnell hitzig werden wie diese. Doch sind wir überhaupt noch in der Lage, richtig miteinander zu diskutieren? Oder sind die Standpunkte ohnehin schon viel zu festgefahren? Unserer Gästin in dieser Woche findet: “Wir müssen das Debattieren neu lernen!”. Und Leila El-Amaire muss es wissen, denn sie ist ein echter Debattenprofi! 2011 gründete Sie mit anderen Künstler:innen iSlam, ein Poetry-Slam Forum, welches junge Muslim:innen über Sprache und Debatte empowern soll. Denn: marginalisierte Gruppen dürfen oft nur beschränkt am öffentlichen Diskurs teilnehmen. Leila El-Amaire engagierte sich jahrelang in dem Projekt “Juma–jung, muslimisch, aktiv” und war Botschafterin des Bündnis für Demokratie und Toleranz. 2020 bekam die Juristin für ihr vielfältiges Engagement das Bundesverdienstkreuz verliehen. Im Talk mit Wolfgang Heim erzählt Leila El-Amaire, warum immer noch zu oft über, statt mit Muslim:innen gesprochen wird, wie Sprache den gesellschaftlichen Wandel voranbringen kann und warum sie keine Lust hat, immer über ihr Kopftuch sprechen zu müssen.
35 Minuten
Beruflich erreichte Jörg Hoppe alles, was man sich wünschen kann. Doch dann kam die Diagnose: Leukämie. Wolfgang Heim erzählt er, warum er dankbar ist, dass er die Krankheit hatte.seiner Krebsdiagnose und eines danach. Als einer der Ideengeber der deutschen Medienlandschaft gründete er den Musiksender VIVA Deutschland, produzierte unter anderem BRAVO TV, den ECHO, Bauer sucht Frau, die Jose Carreras Gala oder Frank, der Weddingplaner – um nur einen Bruchteil zu nennen – und entdeckte Prominente wie Joko Winterscheidt, Verona Feldbusch oder Tim Mälzer für das deutsche Fernsehen. Doch was wie ein spannendes erfülltes Leben klingt, scheint Jörg Hoppe heute inhaltsleer. Denn 2016 lautete die Diagnose plötzlich: Leukämie – Lebenserwartung ohne Behandlung etwa fünf Monate. Seitdem ist viel passiert, 2018 ging Jörg Hoppe mit der App Yes!wecancer auf den Markt und schaffte damit ein einmaliges Austauschforum für Krebskranke, Angehörige und Mediziner. 2020 wurde dieses Konzept mit der YES! CON, der mittlerweile größten Krebs-Convention, auch auf die Bühne gebracht. Wieso Krebserkrankungen und Depressionen zusammengehören, wie sich der Körper nach einer Stammzellenspende verändert und warum er beinahe Beamter bei der Deutschen Bahn geworden wäre, erzählt Jörg Hoppe im Gespräch mit Wolfgang Heim.
40 Minuten
Eigentlich haben in Jonas Hummels Familie alle irgendwas mit Deutschlands beliebtestem Sport zu tun: Fußball! Auch er selbst legte jahrelang eine beachtliche Karriere hin: In der Jugend spielt er beim FC Bayern München, danach lief er neun Jahre für den SpVgg Unterhaching auf. Doch seine Karriere endete abrupt mit der Diagnose: Kreuzbandriss – bereits zum zweiten Mal. Spätestens da war klar, der Traum einmal gegen seinen zwei Jahre älteren Bruder Mats Hummels antreten zu dürfen ist geplatzt. Aber Jonas sagt auch: “Ich wollte nie nur Fußballer sein”. Heute gibt's Fußball in Jonas’ Leben nur noch als Hobby neben seinem Job als Unternehmer – wenn er Spiele auf DAZN kommentiert, als Experte gefragt ist oder einfach einmal pro Woche mit seinem Bruder in ihrem gemeinsamen Podcast “Alleine ist schwer” quatscht. Hauptberuflich leitet er erfolgreich mehrere Unternehmen und studiert nebenbei noch Psychologie in Amsterdam. Mit Wolfgang spricht Jonas Hummels über das Geschäftsmodell Fußball, das EM-Aus der Deutschen Nationalmannschaft und wie es ist, für viele nur der ‘Bruder von..’ zu sein.
36 Minuten
Thilo Mischke ist Journalist, Autor und Reporter. Sein Job ist sein Leben – beruflich und privat. Neugierde und persönliches Interesse treiben ihn an, Themen zu recherchieren, die eine Lücke in die Gesellschaft reißt. Als gebürtiger Ost-Berliner, im Bezirk Lichtenberg aufgewachsen, interessiert Mischke sich auch für die Neonazi-Szene in Deutschland. In der Reportage “Rechts Deutsch Radikal” spricht er mit Neonazis über die rechte Szene in Deutschland. Für die Fernsehsendung “Uncovered” auf ProSieben reist er für seine Recherchen um die ganze Welt – nicht selten bringt er sich bei einen Auslandsreportagen selbst in Lebensgefahr. Egal, ob Neonazi, Drogenbaron, Menschenschmuggler oder IS-Kämpfer: Es gibt kein Thema, vor dem der Journalist zurückschreckt. Er möchte mit Menschen auf Augenhöhe sprechen und herausfinden, warum sie so handeln. Doch wie nähert man sich diesen Menschen an? Mit Wolfgang Heim teilt.
37 Minuten
Urologie ist nur was für alte Männer mit Prostata-Problemen? Von wegen! Ob Penislänge, Masturbation oder Prostatakrebs: Urologe Volker Wittkamp klärt im Netz sämtliche Fragen, die sich sonst keiner zu stellen traut. Was tun bei einer ungewollten Erektion? Wie lange dauert Sex im Durchschnitt? Was ist ein Wanderhoden? Als Doktorsex geben Volker Wittkamp und Gynäkologin Sheila de Liz Nachhilfe in Sachen Sexualkunde auf TikTok und YouTube. Das Feedback zeigt: In Sachen Sexeducation sind bei jungen Menschen noch viele Fragen offen, regelmäßig liest er in den Kommentaren: “Hier lernt man mehr als in der Schule!”. Volker Wittkamp studierte an der Universität Bonn Medizin und arbeitet heute als Urologe in Köln. Seit der Veröffentlichung seines Sachbuchs “Fit im Schritt – Wissenswertes vom Urologen” übernimmt er regelmäßig die Rolle des Medien-Urologen und hilft die Themen seines Fachgebiets bekannter zu machen. Bei Erzähl mir was Neues klärt Volker, warum man beim Urologen nicht gleich den Finger im Po haben muss und wie in Pornofilmen getrickst wird.
36 Minuten
Körperverletzung, Mord, Totschlag: Wer ein Verbrechen begeht, muss ins Gefängnis – oder? So einfach ist das nicht, sagt die Kriminologin und Strafvollzugsforscherin Prof. Dr. Kirstin Drenkhahn. Denn Knast ist kein Selbstzweck: Nur wenn Gefangenen dort auch die Möglichkeit gegeben wird, sich aktiv mit der Tat auseinanderzusetzen, kann später eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft gelingen. Soziale Kontakte von draußen helfen nachweislich, nicht wieder straffällig zu werden. Wie wir mit unseren Gefangenen umgehen sieht Drenkhahn daher als gesamtgesellschaftliche Aufgabe: Die Resozialisierung von Straftäter*innen geht uns alle an! Doch was sind eigentlich die Unterschiede zwischen deutschen und amerikanischen Gefängnissen? Warum lehnen Menschen in Deutschland die Todesstrafe eher ab als in Frankreich? Diese Fragen und wie jeder Einzelne bei der Resozialisierung helfen kann, klären Wolfgang Heim und Kirstin Drenkhahn diese Woche hier bei ERZÄHL MIR WAS NEUES.
42 Minuten
Zocken, Gaming, Streaming: Jasmin, im Internet bekannt unter dem Pseudonym Gnu, ist Deutschlands erfolgreichste Gamerin bei YouTube! Was wie ein Hobby klingt, macht Jasmin mittlerweile hauptberuflich: Sie filmt sich beim Zocken und stellt die Clips ins Netz. Über 1.1 Millionen Menschen schauen diese Videos auf ihren YouTube-Channels “Gnu”, “Verspieltes Gnu” und “Jas, Indeed”. Manchmal geht sie auch live auf der Plattform twitch, wo andere ihr in Echtzeit beim spielen zuschauen und das in einem Livechat kommentieren können – in der Szene auch “LetsPlay!” genannt. Gezockt hat Gnu eigentlich schon immer, doch bevor sie damit ihr eigenes kleines Unternehmen gründen konnte, hat die gebürtige Stuttgarterin einen Master in Neue Medien abgeschlossen und fürs Fraunhofer Institut gearbeitet. Sie hat gelernt, wie man Spiele programmiert, animiert und modelliert. Denn eines ist für Gnu klar: Influencer sein, sieht von außen oft schöner aus als es ist und rät ihren Fans: schließt lieber erst eure Berufsausbildung ab! Mit Wolfgang Heim spricht Gnu über Sexismus unter Gamer*innen, gefährliche Oberflächlichkeit und Beauty-OP’s, wie Corona ihre Branche verändert hat und warum das Klischee vom Zocker längst überkommen ist.
38 Minuten
Für Manuel Abraas ist klar: Nachhaltiger Fischfang ist eine Illusion. Nur der Verzicht auf kommerzielle Fischerei kann unsere Meere noch vor dem Kollaps retten. Als Mitbegründer und Geschäftsführer von Sea Shepherd Deutschland setzt sich der Familienvater und ehemalige Intensivpfleger mittlerweile hauptberuflich für den Schutz der Meere ein. Denn, das zeigen Wissenschaftler:innen: Wenn sich in unserem Umgang mit den Ozeanen nicht drastisch etwas ändert, werden bereits um das Jahr 2050 kaum noch Fische in unseren Meeren leben. Dabei sind gesunde Ozeane - mehr noch als die Natur und Wälder auf dem Land - essentiell, damit unser Planet auch für künftige Generationen noch bewohnbar bleibt. Die Sea Shepherds verstehen sich als Schützer der Meere, als Organisation, die ehrenamtlich das Handlungsvakuum füllt, das Regierungen weltweit im Schutz der maritimen Welt hinterlassen. Dabei ist ihr Einsatz durchaus umstritten: Vor allem in den Anfangszeiten waren sie gefürchtet für ihr ruchloses Handeln und rühmten sich illegale Fischerboote auf den Meeresgrund sinken zu lassen. Heute, sagt Manuel Abraas, sei das Auftreten anders, mittlerweile arbeiten die Umweltaktivisten auch mit Regierungen zusammen, wie etwa vor der Küste Tansanias oder Gabuns. Durch den Protest von Fridays for Future und die Netflix-Doku Seaspiracy ist Meeresschutz deutlich stärker in das Bewusstsein Vieler getreten. Mit Wolfgang Heim spricht Manuel Abraas über die illegale Tötung von Haien, was Treibnetze mit Beifang zu tun haben und welcher Plastikmüll für das Ökosystem Meer am verheerendsten ist.
37 Minuten
Comedian, Musiker, Content-Creator – Lukas Staier aka Cossu ist ein echter Tausendsassa! Er macht Rapmusik, spielte neben Elyas M’Barek und Palina Rojinski in dem Kinofilm Nightlife, tourte fünf Jahre lang als opening act von Bülent Ceylan – und hat parallel sein Germanistikstudium auf Lehramt abgeschlossen. Doch auch wenn er beruflich viel unterwegs ist, bleibt für ihn klar: Die Heimat ist im Schwarzwald! Born and raised im Kinzigtal kann sich Cossu kein schöneres Zuhause vorstellen, als Person of Color wird er trotzdem oft als fremd wahrgenommen. Im Alter von 13 wird ihm von einem Neonazi sogar der Kiefer gebrochen, dreifach, weil er schwarz ist. Heute kontert Cossu rassistische Anfeindungen im Netz mit humorvollen Reels in feinstem Badisch. Nach dem Tod von George Floyd durch rassistische Polizeigewalt schreibt Cossu den Song “Ich bin George Floyd” und berührt Zehntausende mit seinen Worten. Auch wenn Rapmusik und Texte seine Leidenschaft sind, steht bei Cossu momentan die Comedy-Karriere ganz oben: Er ist fester Teil von Chris Talls Sendung “Darf er das?” und begeistert seine Fans mit badischer Comedy auf Instagram- und TikTok-Kanal. Was ihn erdet: Bei seiner Arbeit als Erzieher in einer Gesamtschule in Stuttgart kann er auch einfach mal Herr Staier sein. Im Talk mit Wolfgang Heim geht’s um sentimentale Heimatgefühle, das große Lampenfieber und einem Geheimtipp wer der nächste Fußball-Europameister wird.
42 Minuten
Inspiriert von Greta Thunbergs Rede 2018 auf dem Klimagipfel in Katowice, beschließt Carla Reemtsma politisch aktiv zu werden. Die gebürtige Berlinerin organisiert Klimastreiks in ihrer ehemaligen Studienstadt Münster, wo sie Politik und Wirtschaft studiert hat. Schon Carlas Großmutter war in der Anti-Atomkraft-Bewegung aktiv, dass mit ihrer Cousine Luisa Neubauer gleich zwei der Enkelkinder für unsere Erde kämpfen, ist eher Zufall. Mittlerweile lebt sie wieder in Berlin und studiert Ressourcenökonomik. Carla ist eines der bekanntesten Gesichter der deutschen Fridays For Future-Bewegung und eine der führenden Stimmen für Klimagerechtigkeit in Deutschland: Sie organisiert weiterhin Proteste und ist Pressesprecherin für FFF in zahlreichen Talkshows und Konferenzen. Was ihr am Herzen liegt: Den Klimawandel zu stoppen, den Planeten zu schützen und ihn für nachfolgende Generationen zu erhalten! Doch wie geht das? Und was kann jede einzelne Person dagegen tun? Für Carla ist klar: Es braucht einen grundlegenden Politikwechsel und Systemwechsel für eine gerechte Klimapolitik. Den wohl größten Erfolg feiern Carla und ihrer Mitstreiter:innen durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das bestätigt: Auch für nachfolgende Generationen gibt es ein Recht auf Zukunft und Klimaschutz! Das nachgebesserte Klimaschutzgesetz der Bundesregierung hält sie dennoch für zu schwach.Nur mit sofortigen Maßnahmen könne eine Erderwärmung über 1,5 Grad noch verhindert werden – denn schon jetzt sind die die Folgen des Klimawandels verheerend!
45 Minuten
Wie leben junge Jüdinnen und Juden in Deutschland? Die Frankfurter Jüdin Laura Cazés weiß: junges, jüdisches Leben ist vielfältig. Als Referentin der Zentralen Wohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland spricht sie über junges, jüdisches Leben, das viel zu oft auf Antisemitismus, den Holocaust und Nahost-Konflikt reduziert wird. Dass auch die dritte Generation geprägt ist durch die Verbrechen der Shoah, ist klar, ganz gleich ob die Familien eine Überlebenden-Biographie in sich trägt oder nicht. Doch die schwere Geschichte Deutschlands aufzuarbeiten, darf nicht alleine Verantwortung der heutigen Juden in Deutschland bleiben. Es braucht eine echte Auseinandersetzung von der gesamten Gesellschaft und dazu gehört auch anzuerkennen: “Antisemitismus war in Deutschland nie weg.” Zeit also die jüdische Perspektive selbst zu erzählen. So wie aktuell durch den Film ‘Masel Tov Cocktail’ oder die WDR–Talkshow ‘Freitagnacht Jews’. Mit Wolfgang Heim spricht Laura Cazés über ihre biographischen Einflüsse, Klischees über Juden, ihre Sicht auf Feminismus und warum die Sicherheitsfrage der Juden in Deutschland mit dem Attentat von Halle noch lange nicht abgeschlossen ist.
40 Minuten
Offen, bunt, modern – diese Schlagworte fallen den meisten wahrscheinlich nicht als erstes ein, wenn sie an Kirche denken. Doch Ellen und Steffi Radtke leben genau das: Sie sind lesbisch, verheiratet und arbeiten beide als Pastorinnen in Niedersachsen. Auf ihrem YouTube-Kanal “Anders Amen” zeigen sie, wie Kirche fernab von Klischees und Vorurteilen sein kann, nämlich bunt! Für die zwei jungen Pfarrerinnen ist das gelebte Seelsorge, mit ihren vielseitigen Videos und ihrer Offenheit sind sie damit zu echten Vorbildern geworden. Ellen und Steffi verliebten sich erst auf den zweiten Blick, dafür gings dann aber umso schneller. Seit 2017 wohnen sie im Pfarrhaus im kleinen Dorf namens Eime. Stefanie Radtke ist dort die Pastorin der Gemeinde, während sich Ellen Radtke für die Evangelische Landeskirche in Niedersachsen um ein Digital-Projekt kümmert. In und neben ihrer Arbeit machen sich die zwei für die Rechte von LGBTQI stark, 2020 kam ihre Tochter Fidesz zur Welt. In dem Gespräch mit Wolfgang Heim sprechen sie über die Schwierigkeiten des deutschen Abstammungsrecht für queere Paare, wie es ist, in einer Kinderwunschpraxis zu sitzen und wie Glauben und Kirche in Zukunft aussehen können.
Erfahrene Talklegende wird mit unbekannten Gästen überrascht
In „Erzähl mir was Neues“ betritt SWR1 Talk-Legende Wolfgang Heim unbekanntes Terrain: Die Auswahl der Gäste liegt zu 100 % in den Händen der Redaktion.