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Ruhrpott Podcast Archiv

22 Episoden
45 Minuten
Es ist zehn Jahre her, dass Essen zusammen mit dem Ruhrgebiet unter  dem Titel „Ruhr 2010“ Austragungsort der Europäischen Kulturhauptstadt  war – gemeinsam mit Istanbul und dem ungarischen Pécs.

Verbunden war dieses Projekt mit großen Hoffnungen, den Wandel der  Region von der alten Montanindustrie zu einer zukunftsfähigen  Wirtschaftsstruktur auf der Basis einer Kreativwirtschaft zu beflügeln.

In diesem Podcast spreche ich mit Oliver Keymis aus der Rückschau von  heute über das, was die Europäische Kulturhauptstadt Ruhr 2010 war und  welche Spuren sie in der Region hinterlassen hat. Oliver Keymis ist  Vorsitzender des Kulturtausschusses des Landtags von  Nordrhein-Westfalen, kulturpolitischer Sprecher der Grünen im  nordrhein-westfälischen Landtags und einer der Vizepräsidenten des  Landtags.

Der Blick in diesem Podcast richtet sich auf die Bedeutung der  Europäischen Kulturhauptstadt 2010 für die Region und wenig auf die  europäische Ebene. In der Region reiht sich dieses Projekt ein in eine  Linie mit der Internationalen Bauausstellung (IBA/Emscherpark) von 1989  bis 2010, der Grünen Hauptstadt Europas Essen 2017 sowie der grünen  Dekade, die 2017 mit der Internationalen Gartenausstellung (IGA) endet.

Viel Spaß beim Zuhören wünscht Jürgen Klute

Zur Person

Keymis wurde 1960 in Düsseldorf geboren. Er studierte Philosophie,  Germanistik, Französisch und Politische Wissenschaften. Von 1986 bis  1991 arbeitete er freiberuflich als Regieassistent und Bildregisseur für  das Fernsehen. 1989 bis 1994 leitet er Seminare in Paris am  Weiterbildungsinstitut für künstlerische Berufe des französischen  Bildungsministeriums (GRETA). Zudem war Keymis seit 1989 freischaffend  als Regisseur an verschiedenen Landes-, Stadt- und Staatstheatern tätig.  Mitglied von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ist er seit 1997. Von 1998 bis 2014  war er sachkundiger Bürger im Kultur- und Planungsausschuss der Stadt  Meerbusch. Seit 2000 ist er Mitglied des nordrhein-westfälischen  Landtags und seit 2006 durchgehend einer der Vizepräsidenten des  Landtags.
32 Minuten
Einst wurde das Ruhrgebiet geprägt von Zechen, Kokereien, Hochöfen und Stahlwerken. Das ist längst Geschichte. Geblieben sind viele alte Industriebrachen, um deren Zukunft immer wieder gestritten wird. Eine dieser Industriebrachen liegt in Herne – Wanne-Eickel, süd-östlich des Wanne-Eickeler Hauptbahnhofs, der einst der größte Umschlagbahnhof für Steinkohle in Deutschland war. Es handelt sich um die Industriebrache „General Blumenthal“. Ursprünglich gehörte das Gelände zu der ersten Herner Steinkohlenzeche, zu der der 1856 von irischen und belgischen Investoren gegründeten Zeche Shamrock (englisch für „Kleeblatt“, dem irischen Nationalsymbol). Der erste Leiter der Schachtanlage war der aus Irland kommende William Thomas Mulvany. Die Schächte Shamrock 3, 4 und 11 wurden in der Zeit von 1890 bis 1957 süd-östlich des Wanne-Eickeler Bahnhofs abgeteuft. 1967 wurden diese Schächte mit der Recklinghäuser Zeche „General Blumenthal“ durch einen (untertägigen) Querschlag verbunden. Damals erfolgt auch die Umbenennung dieser Schachtanlage von "Shamrock" in "General Blumenthal". Bis 2001 diente dieser Standort als Förderort der Zeche „General Blumenthal“, zu der auch die Abbaugebiete in Haltern gehörten. Die in Haltern abgebaute Kohle wurde über eine Strecke von ca. 30 km untertage bis Wanne-Eickel transportiert und dort zutage gefördert. Auf dem Gelände liegt außerdem noch das ehemalige Steinkohlekraftwerk Shamrock, das später von Uniper übernommen und 2013 stillgelegt wurde. Seit einigen Jahren gibt es eine Debatte um die zukünftige Nutzung dieser Brache. Die Stadt Herne –  vor allem die Verwaltung und der Oberbürgermeister – wollen auf diesem Gelände unter dem Namen „International Technology World Herne“ ein Technologiezentrum ansiedeln, das mit einer Seilbahn mit dem Hauptbahnhof Wanne-Eickel verbunden werden soll. Die endgültige Entscheidung über die zukünftige Nutzung dieses Geländes steht noch aus. Herner Bürgerinnen und Bürger, die sich zu der Bürgerinitiative (BI) „Stadtwald Herne“ zusammengeschlossen haben, wollen dieses Gelände – wie der Name der Initiative sagt – als Stadtwald erhalten. Um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen, hat die BI Stadtwald kürzlich einen Antrag an die Stadt Herne gestellt, einen durch ein Losverfahren zusammengesetzten Bürgerbeirat einzurichten, der Vorschläge für eine zukünftige Nutzung der Industriebrache „General Blumenthal“ entwickeln soll. In dieser Ausgabe des Ruhrpott Podcast erzählt Heinrich Kill, Sprecher der BI-Stadtwlad, weshalb die BI die Brache zu einem Stadtwald machen will und wie dieser Wald aussehen könnte. Außerdem erklärt Heinrich Kill, was es mit dem Bürgerbeirat und dem Losverfahren auf sich hat. Viel Spaß beim Zuhören wünscht Jürgen Klute
50 Minuten
In meinem ersten Interview mit Angelika Müller ging es um die Zuwanderung der Masuren ins Ruhrgebiet. Heute folgt die  im ersten Interview bereits angekündigte Fortsetzung. Darin geht es zum  Einen um die Rolle der Religion im Prozess der Aneignung der neuen  Lebens- und Arbeitswelt der Masuren im Ruhrgebiet. Sie waren oft sehr  fromme Lutheraner und Pietisten, die nicht einfach in das Bild der  offiziellen Landeskirche passten. Ihre religiöse Identität haben sie  sich deshalb abseits der offiziellen Kirchen in evangelischen und  evangelisch-lutherischen Gebetsvereinen bewahrt, die es bis heute im  Ruhrgebiet gibt.

Im zweiten Teil des Gesprächs schlägt Angelika Müller einen Bogen zur  Bedeutung der Moschee-Vereine. Sie entstanden im Zuge der Zuwanderung  von muslimischen Menschen, die zum größeren Teil aus der Türkei kamen.  Auch für sie hat Religion eine Rolle bei der Aneignung der neuen Lebens-  und Arbeitswelt gespielt. Trotz aller Unterschiede zwischen den beiden  Religionen, die zunächst ins Auge fallen, gibt es doch eine Reihe  interessanter Ähnlichkeiten, die in der heutigen oft kontrovers  geführten Debatte zu Integration zur Versachlichung beitragen können.  Diese Ähnlichkeiten zeichnet Angelika Müller nach.

Korrekturhinweis: Im Laufe des Gesprächs ist ein kleiner Fehler  aufgetaucht. An einer Stelle heißt es, dass die Mitglieder der  Gebetsvereine sich in der Regel Sonntags um 14 Uhr nach dem Gottesdienst  zum Kaffeetrinken im Gebetssaal trafen. Es muss heißen: Um 15 Uhr. Wir  bitten diesen kleinen Fehler zu entschuldigen.

Viel Spaß beim Zuhören, Jürgen Klute

Link zum Podcast: Und hier geht es zur Webseite von Angelika Müller
42 Minuten
Heute geht es in gewisser Weise um das Titelfoto des Ruhrpott  Podcast. Es zeigt Figuren des Kunstprojektes Mährenfurt. Das war ein  Projekt, dass zwischen Recklinghausen-Süd und Herne-Pantringshof die  Emscher überspannt hat. Was dieses Kunstprojekt sollte und wer es  gemacht hat, verrät diese Ausgabe des Ruhrpott Podcast.

Gesprächspartnerinnen sind Karl-Heinz Heyden und Elisabeth  Kuschkewitz. Heute sind beide im Ruhestand. Als das Projekt Mährenfurt  startete, waren beide als Lehrerinnen und als Rektorinnen der  Grundschule Pantringshof an dem Projekt beteiligt.

Initiator des Projektes „Mährenfurt“ war der in Recklinghausen-Süd  lebende Künstler Reiner Kaufmann vom Atelier „Das Gelbe Haus“.

Es gibt zu dem Projekt auch eine Webseite: Mährenfurt

Die Emscher gehört zum Wirkungsbereich der Emscher Genossenschaft.  Sie hat das Projekt in vielfältiger Weise unterstützt im Rahmen des  Emscher-Umbaus (mehr dazu im Podcast).
50 Minuten
Rauchende Schlote, Hochöfen, Stahlwerke und Zechen sind zwar  mittlerweile Geschichte im Ruhrgebiet und sind in einigen Fällen sogar  zu Museen geworden. Dennoch prägt das Bild von Zechen, Hochöfen und  rauchenden Schloten noch immer sehr stark die Vorstellung vom  Ruhrgebiet.

Dass es zwischen den gigantischen Industrieanlagen und den  Arbeitersiedlungen auch noch landwirtschaftliche Betriebe gab und gibt,  hat in dieser Vorstellung keinen Platz. Trotzdem ist rund 40 % der  Fläche der 53 Städte des Regionalverbandes Ruhr (RVR), die das  Ruhrgebiet bilden, landwirtschaftlich genutzt. Das ist deutlich mehr als  in jedem anderen Ballungsgebiet der Bundesrepublik.

Weshalb das so ist und mit welchen Konflikten die urbane  Landwirtschaft im Ruhrgebiet konfrontiert ist, erzählt Ulrich Häpke in  dieser Ausgabe des Ruhrpott Podcast.
38 Minuten
Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer des Ruhrpott Podcast,

von der masurischen Seenplatte haben Sie vermutlich schon gehört. Wo  genau sie liegt, ist schon eine andere Frage. Noch schwieriger dürfte  die Frage nach dem bedeutendsten masurischen Fußballclub sein. Dabei  findet man den – anders als die masurische Seenplatt – „um die Ecke“. In  Gelsenkirchen. Ja, genau: Schalke 04. Heute stimmt das nicht mehr so  ganz. Aber Schalke 04 wurde von Bergarbeitern gegründet, die aus Masuren  ins Ruhrgebiet gekommen waren. Zu der Zeit waren die Masuren die größte  Zuwanderergruppe im Ruhrgebiet.

Diese Seite der Zuwanderungsgeschichte des Ruhrgebiets ist allerdings fast vergessen.

Die in Marl lebende Historikerin Angelika Müller befasst sich seit  fast 15 Jahren mit der Geschichte der masurischen Zuwanderung im  Ruhrgebiet. In dieser Ausgabe des Ruhrpott Podcast zeichnet sie die  masurische Zuwanderung nach und erklärt auch, weshalb sie in  Vergessenheit geraten ist.

Viel Spaß beim Zuhören wünscht Ihnen

Jürgen Klute

Links zum Podcast: Und hier geht es zur Webseite von Angelika Müller
48 Minuten
Der Ruhrpott Podcast startet mit seiner ersten Episode mitten aus dem  Ruhrgebiets, nämlich aus Herne – im Herner Stadtteil Röhlinghausen  liegt an der Rolandstraße tatsächlich der geographische Mittelpunkt des  Ruhrgebiet. Er ist dort mit einem Stein markiert.

Aber in diesem Podcast geht es nicht um Geographie, sondern um die  Menschen, die in dieser Region leben. Einer von ihnen ist Daniel  Kleibömer, ein waschechter Wanne-Eickeler und seit mehr als dreieinhalb  Jahrzehnte Kommunalpolitiker in Herne.

Was ihn fasziniert an der Kommunalpolitik und weshalb er den  ursprünglich eingeschlagenen und erfolgversprechende Weg als  Schriftsteller und Künstler wieder verlassen hat, erzählt er in diesem  Podcast.

Wie Daniel mir nach dem Interview schrieb, sind ihm ein paar kleine  Fehler unterlaufen. Er bat mich die hier zu korrigieren. Die  Verbundmasse (das ist ein Fachbegriff aus dem Kontext des  Finanzausgleichs zwischen den verschiedenen politischen Handlungsebenen)  beträgt nicht 21 5 in NRW, sondern 23 %. Der Filmemacher, der den Film  „Theo gegen den Rest der Welt“ gemacht hat, war nicht Winkelmann,  sondern Brinkmann. Und im Blick auf den Geburtsort von Tana Schanzara  war der Wunsch Vater des Gedanken: Sie wurde nicht in Herne geboren,  sondern in Kiel; aber sie starb im Ruhrgebiet, in Bochum. Und ihre erste  Filmrolle war doch nicht die von Daniel erwähnte.

Übrigens: Herne – besungen von Franz-Joseph Degenhardt in seinem Lied  „Tonio Schiavo“), Wanne-Eickel (das 1975 mit Herne fusioniert wurde)  und Castrop-Rauxel sind Städte, die einen sehr eigenen Ruf genießen. Mehr dazu hier!