Goldstaub - Der Zwanziger Jahre Podcast Archiv
57 Episoden
58 Minuten
Else und Arne feiern Weihnachten. Besinnlich, nicht immer fröhlich, aber häufig kurios und dann auch scherzhaft sind wir unterwegs durch ein Jahrzehnt mit sehr wechselhaften Feststimmungen. Wir entdecken dabei vergessene Weihnachtgebräuche, beobachten die Landgeborenen bei ihrer Heimfahrt, begegnen reich beschenkten Schupos und kreativen Geschenkedieben. Doris, das kunstseidene Mädchen, erlebt Weihnachten leider ohne Glanz. Dafür genießen einige dank der Weihnachtsscherze ein lustiges Fest. Natürlich haben auch unsere Lieblinge, Kurt Tucholsky und Erich Kästner, etwas zu Weihnachten zu sagen und die Comedian Harmonists besingen die Stille Nacht. Als Gäste unterstützen uns Robert und Jan vom Podcast „Auf den Tag genau“. Sie berichten uns, was die Menschen vor genau hundert Jahren anlässlich der Weihnachtstage bewegt hat. Wir wünschen ein Frohes Fest und einen guten Jahresausklang.
1 Stunde 12 Minuten
Else und Arne gehen auf Reise. Zum einjährigen Goldstaub-Jubiläum bewegen wir uns mit dem Kulturzug nach Breslau. Das heutige Wroclaw, Kulturhauptstadt des Jahres 2016, hat eine faszinierende deutsch-polnische Geschichte. Wir treffen dort auf alte Berliner Bekannte wie die Architekten Hans Poelzig, Hans Scharoun und Erich Mendelsohn und besichtigen ihre grandiosen Hinterlassenschaften. Denn Breslau war ein Experimentierfeld und eine Spielwiese für moderne Architektur. Kaufhäuser in großer Fülle, eine Jahrhunderthalle und eine Mustersiedlung und mysteriöse Hieroglyphen begegnen uns sowie das „Bauhaus vor dem Bauhaus“. Auch am Abend hatte und hat die Stadt Einiges zu bieten. Und natürlich fällt auch Kurt Tucholsky Geistreiches zu Breslau ein. Lilian Harvey und Willy Fritsch singen für uns, die Schlesische Funkstunde setzt ihren besten Humoristen ein und das Pendant von Gereon Rath in Breslau, Eberhard Mock, deckt so einige Mordfälle auf. Unterstützt wurden wir bei unserem Reisebericht von den ArchitektInnen Konstanze Beelitz und Niclas Förster sowie von der Illustratorin Kat Menschik.
57 Minuten
Kaum einer kannte die Berliner Unterwelt besser als er: Leo Heller, Schriftsteller und Reporter, gebürtiger Wiener. Immer wieder zog es ihn in düstere Kaschemmen und Verbrecherlokale, häufig begleitete er die Polizei bei einer ihrer zahlreichen Razzien. Ende August sind seine Milieustudien neu aufgelegt worden: Berliner Razzien. Reportagen aus der Unterwelt der 1920er Jahre heißt das von Bettina Müller herausgegebene Buch aus dem Elsengold-Verlag. Wir haben es begeistert gelesen und begeben uns mit Leo Heller in dunkle und vielleicht auch gefährliche Viertel der Stadt, begegnen Apachen-Adolf, Cognac-Betty und Stiefeletten-Else, werden Zeuge, wie eine illegale Spielhöhle ausgehoben wird und entdecken eine Leiche. Dabei unterstützen uns Sophia Brickwell und Dirk Rave, die einen wichtigen (musikalischen) Beitrag zur Wiederentdeckung von Leo Hellers Schriften, Gedichten und Liedern geleistet haben. Stephan Wuthe ist endlich auch wieder zu Gast bei Goldstaub, Polizei-Experte Frank Stürmer erklärt uns, wie eine Razzia abläuft und Fräulein Lambers beglückt uns mit einem selten gewordenen Wort.
44 Minuten
Zeitreisen, zurück in die 20er Jahre, ist das möglich? Else und Arne versuchen es. Mit einer modernen Zeitmaschine begeben wir uns in das Jahr 1928. Es geht direkt in die Mitte Berlins, ans Brandenburger Tor. Möglich macht das „Virtual Reality“ und das Projekt "20s BERLIN" der Firma Timetravel. Peter Langer und Dr. Benedikt Göbel sind bei uns und erzählen von ihrem Projekt. Wir begegnen dabei verschiedenen faszinierenden Figuren, schnellen Fahrzeugen - und uns selbst! Zumindest unseren Stimmen. Wie diese Zeitreise entstanden ist, wie der Drehbuchautor von "Fabian", Constantin Lieb, dazu gestossen ist und wie das Projekt weitergehen wird, erfahrt ihr in dieser Sonderfolge. Wir sehen uns am Pariser Platz!
60 Minuten
Wir sitzen alle im gleichen Zug und reisen quer durch die Zeit…sagt Fabian in dem Film „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“ von Dominik Graf. Der Großstadtroman von Erich Kästner aus dem Jahr 1931 und die Neuverfilmung sind Thema unserer neuen Folge. Und damit ein Lieblingsbuch sowie ein Film, der das große Potential zu unserem Lieblingsfilm hat. Zu Gast ist zunächst der Literaturwissenschaftler Michael Bienert, mit dem wir über die verschiedenen Fassungen des Romans, über den Begriff des Moralisten sowie die Bedeutung der Erotik in Fabian sprechen. Dann verraten uns Produzent Felix von Böhm sowie Drehbuchschreiber Constantin Lieb, warum Fabian einer der schönsten Liebesfilme der letzten Jahre ist, wie die eindrucksvolle Anfangssequenz entstanden ist, warum Berlin auch mal durch Görlitz gedoubelt wird, was die Musik mit dem Film macht und vieles mehr. Und am Ende wollen wir nur noch ins Kino!
1 Stunde
Doris will ein Glanz werden, ganz oben. Gerne auch ohne viel Tun. Ihr Ziel ist Berlin. Gilgi dagegen will mit ehrlicher Arbeit nach vorne kommen, aber das Leben hat etwas anderes mit ihr vor. Uns begegnen zwei typische Frauen der Zwanziger Jahre, Protagonistinnen in zwei Schlüsselromanen der Zeit. Beide sind aus der Feder von Irmgard Keun: "Gilgi, eine von uns" (1931) und "Das kunstseidene Mädchen" (1932). Wir stellen die wunderbaren Werke vor, beschäftigen uns mit dem wechselhaft-drastischen Leben der Autorin Irmgard Keun, den biografischen und literarischen Orten und bewundern ihren Sprachwitz, ihre kreativen Wortschöpfungen. Dabei helfen uns zwei Gäste. Es sind die Schauspielerin Fritzi Haberlandt, die eine enge Bindung zu den Texten von Irmgard Keun hat, sowie der Literaturwissenschaftler Michael Bienert, der kürzlich ein Buch über die Schriftstellerin geschrieben hat.
1 Stunde 7 Minuten
An sommerlichen Sonntagen flieht der Berliner zumeist aus der hektischen und verkehrsumtosten Großstadt und begibt sich ins Grüne. So auch wir: Else und Arne machen eine Landpartie! Wir sind zu Gast auf einem Vintage-Picknick, wo sich eine erlesene Runde von 50 Gästen zum Schlemmen, Trinken, Töttern, Tanzen, Schwimmen und Genießen zusammengefunden hat. In unserer Goldstaub-Laube laden wir zum Plaudern ein und treffen dabei Bonvivants jeglicher Couleur: einen Möbelrestaurator, einen Schallplattenunterhalter, die Gastgeberin, einen Musiker, einen Innendekorateur, eine Badeanzugstrickerin und zahlreiche weitere 20er-Jahre-Enthusiastinnen. Alle haben viel zu erzählen... und vor unseren Augen spielt sich eine neue und sehr bunte Version des Films "Menschen am Sonntag" ab.
1 Stunde 7 Minuten
Die eine ist als erste Frau mit ihrem Auto um die Erde gefahren. Die andere war der erste weibliche Filmstar und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass der Film vom Jahrmarktsvergnügen zu Kunst wurde. Eine weitere gilt als das erste deutsche It-Girl und konnte sich durch den Erfolg ihrer Feuilleton-Artikel einen Adler (Automobil) leisten. Die Kochbücher von einer anderen, garniert mit Ratschlägen für die junge Dame, haben einige der „Neuen Frauen“ vielleicht nicht goutiert, aber sie waren in zahlreichen Haushalten zu finden. Und die letzte in der Reihe war eine künstlerische Allrounderin – Tanz, Film, Theater, Pantomime, Kabarett – aber vor allem war sie unangepasst und grotesk. Asta Nielsen, Ruth Landshoff, Clärenore Stinnes, Valeska Gert, Julie Elias: Wir haben fünf Frauen der Weimarer Republik ausgewählt, die in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich waren. Wir haben in ihren Biographien gestöbert und lassen voll Bewunderung Stationen ihrer Leben Revue passieren.
1 Stunde 6 Minuten
Die Bohème Sauvage feiert 15 Jahre Jubiläum – und Goldstaub feiert mit! Es ist eine Hommage an die größte, regelmäßig stattfindende Zwanziger Jahre-Party weltweit, die sich wiederum als Hommage an das Nachtleben der Zwanziger Jahre versteht. Else erzählt, wie die Bohème das Licht der Welt erblickte, wie sie laufen lernte und was sie an ihren Gästen bis heute so schätzt. Allerdings feiern Else und Arne nicht allein. 25 wunderbare Gäste, Künstler, Mitwirkende, Freunde und Liebhaber erzählen von ihrem persönlichen Bohème-Sauvage Erlebnis. So lassen wir in Geschichten und Anekdoten die letzten 15 Jahre Revue passieren. Else stellt ihren Lieblingsbruder vor, Max Raabe darf Fotograf spielen, ein Heiratsantrag wird gestellt, hunderte Flaschen Absinth leeren sich, die grüne Fee sehnt sich nach dem Tanz auf dem Vulkan. Man schwelgt in Nostalgie und freut sich auf die nächste Bohème Sauvage!
1 Stunde 5 Minuten
Es ist das Jahrzehnt des Tanzes. Nicht nur des Gesellschaftstanzes, sondern auch des künstlerischen Tanzes. Und das ist vor allem der Ausdruckstanz! Neben Valeska Gert, die nur noch tanzen, tanzen, tanzen will sind das Anita Berber, Gret Palucca, Mary Wigman und viele mehr. Was zeichnet ihren Tanz aus, wie reagiert das Publikum und was bedeutet der Tanz für die Emanzipation? Wir waren zu Gast im Georg Kolbe Museum und haben Julia Wallner, die Direktorin und Kuratorin der aktuellen Ausstellung „Der absolute Tanz“ getroffen. Auf unserem Sofa saß Nicola Kothlow, die in ihren szenischen Touren Anita Berber verkörpert. Und jetzt: lasst uns tanzen!
1 Stunde 12 Minuten
Else und Arne schalten sich diesmal aus dem Sechstagerennen zu. Denn es geht ums Fahrrad, das damals aus dem Stadtbild gar nicht wegzudenken ist. Für die Arbeit, in der Freizeit oder im Leistungssport: Fahrradfahren ist eine Massenbewegung geworden. Als Gäste haben wir auf dem Gepäckträger Christian Tänzler von Visit Berlin, den Fahrradhistoriker Lars Amenda sowie die Organisatoren des Berliner Tweed Rides, Kelly Zehe und David Hotz. Wir begegnen strammen Waden, Fliegern und Stehern sowie Zeitungskurieren und Polizisten auf Rädern. Vorgestellt werden der Prophet des Radtourismus und eine Kampagne für mehr Fahrradwege. Es ereignet sich ein Unfall und ein Dopingfall bei der Tour de France wird aufgeklärt. Und auch Heinz Rühmann fährt mit!
56 Minuten
Ran an die Bouletten! Wir haben Hunger und wollen wissen, was Berlin kulinarisch zu bieten hat. Auf unserem Streifzug lernen wir den Wurstmaxe kennen, studieren den Berliner Hungerturm und bewundern die Automatisierung der Küche. Natürlich kehren wir für eine Erbsensuppe ein im Aschinger, Berlins cleverster und größter Gastronomiekette. Aber auch für den feineren Geschmack ist einiges dabei. Die gehobene Küche wartet im Horcher, Schlichter und den Hotelrestaurants auf uns. Wir hören von der berühmtesten Fischsuppe der Stadt, halten Ausschau nach vegetarischer Kost und wollen auch exotische Küche probieren. Außerdem gibt es ein leckeres Menü, dass uns Ernährungsberaterin Romy Eichler kreiert hat. Viel Spaß und guten Appetit bei unserer genussvollen Folge zum Thema Essen in Berlin.
1 Stunde 4 Minuten
Else und Arne stürzen sich erneut ins Berliner Nachtleben! Das Angebot ist mal wieder vielfältig und verführerisch…Wir tanzen unter dem Berliner Sternenhimmel, rufen das Orakel von Delphi an, reisen für einen Mokka in einem Schlafwagen in den Orient, flirten mit Rohrpost und Tischtelefonen im wilden Friedrichshain und gehen in eine Weddinger Kaschemme, wo sich nicht mal die Arbeiter hinein trauen…Dank Stephan Wuthe gibt es wieder viel Musik, Historiker Hanno Hochmuth liefert Insider-Informationen, unser Nachtleben-Experte Curt Moreck hat natürlich ebenfalls noch etwas zu sagen und auch „Babylon Berlin“ darf mitspielen. Die Berliner Nächte sind lang…wir wünschen viel Spaß bei der Reise durch die Nacht!
56 Minuten
Der Charleston kommt nach Europa und steht weltweit für einen neuen „Lifestyle“! In unserer zweiten musikalischen Folge mit Stefan Wuthe stehen die Stars nur so Schlange: Josephine Baker, Duke Ellington, Louis Armstrong…und am Ende darf sogar Marlene Dietrich ran. Es geht um den Erfolg des Rundfunks, um den musikalischen Melting Pot Berlin, um heißen Jazz und melancholischen Blues, die Sehnsucht zum Träumen und ein bisschen Kitsch…und wieso Else glückliche Füße liebt. Der Klarinettist Sidney Bechet verbringt einen denkwürdigen Drehtag im Haus Vaterland, die Weintraub-Syncopators zeigen, was eine fulminante Bühnen-Show ist…und am Ende fängt es dann doch an zu swingen…
45 Minuten
Der Soundtrack der 20er Jahre: es ist der Jazz! In einem rasanten Tempo erobert der neue Musikstil Europa. Polka und Marschmusik haben ausgedient, neue Rhythmen und neue Instrumentierungen begeistern die Gesellschaft nach dem Ende des großen Kriegs. Musikexperte Stephan Wuthe ist Gast in unserer sehr musikalischen Folge. Wo gab es die ersten Zuckungen des Jazz und wie ist er überhaupt nach Europa gekommen? Wie haben die Ausscheidungen der Lackschildlaus zum Erfolg des Jazz beigetragen? Mit welchen Missverständnissen musste auf dem Weg gekämpft werden? Wir reden über Grizzly-Bären und Truthähne, fragen uns, wieso der Kaiser Jazz hätte lernen sollen und bewundern die Harlem Hellfighters nicht nur für ihre militärischen Erfolge. Und dazu gibt es fantastische Raritäten zu hören: Stephan packt seine Schellackplatten aus!