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Das Wissen der Künste ist ein Verb Archiv

33 Episoden
15 Minuten
Was hat site-specificity mit situated knowledge zu tun? Der Glossarbeitrag liest einen kunsthistorischen Aufsatz über die Geschichte der site-specificity mit dem Grundlagentext von Donna Haraway über situated knowledge zusammen und kommt zu dem Schluss, dass es genau so wichtig ist, den Ort oder die site an dem man sich oder eine künstlerische Arbeit verortet, multidimensional zu verstehen und an einer parziellen Objektivität der eigenen Position festzuhalten.
12 Minuten
Sich Artefakte oder auch Musikpraktiken aus einem fremden kulturellen Kontext anzueignen verlangt immer einen Umdeutungsprozess. Jenseits einer Dialektik von „Original und Nachahmung“ sind Prozesse von Aneignung, Appropriation und produktiver Rezeption als performative Antworten auf lokale Bedürfnisse zu verstehen.
13 Minuten
In den Sozialwissenschaften hat sich die Bedeutung von ,anerkennen‘ seit gut zwei Jahrzehnten von einem normativen zu einem analytischen Begriffsverständnis verlagert. Zwischenmenschliche Anerkennungsakte werden inzwischen weniger auf eine gelungene oder misslungene Wertschätzung bestehender Identitätseigenschaften, sondern auf seine Ambivalenzen hin untersucht, u.a. auf zugleich bestätigende wie identitätserzeugende Momente und auf dahinter liegende gesellschaftliche Macht- bzw. Normierungsverhältnisse. Mit dem Konzept der Sozioästhetischen Anerkennung erweitert der vorliegende Beitrag die bestehende Diskussion und geht der Frage nach, wie sich Anerkennungspraktiken unter Jugendlichen anhand von Musikgeschmack vollziehen und welche Anerkennungstechniken angewendet werden.
13 Minuten
Eine Unterhaltung über die Kunst des Anleitens und das Ausüben von Anleitungen; mit einem Abstecher ins Programm der dritten Fernsehkanäle zu Vormachguru Bob Ross und dann noch zu Einblicken in eine aktuelle Sammelleidenschaft zum Thema Aufgabenstellungen und vermutlich ohne zu antworten: Lässt sich Kunst anleiten oder ist es gar (k)eine Kunst?
13 Minuten
Die Gefangenen und Entlassenen des Gefangenenlagers Guantánamo haben in unterschiedlichen Formen von der Folter, ihrem Widerstand und Überleben Zeugnis abgelegt. Die jüngsten Ausstellungen Ode to the Sea und Guantánamo [Un]Censored haben die Frage dringlich gemacht, wie auch die Kunstwerke der Gefangenen als Zeugnisse zu verstehen sind. Der Beitrag diskutiert diese Frage am Beispiel einer unbetitelten Arbeit des bis heute festgehaltenen Khalid Qasim diskutiert werden. An ihr lassen sich die Mobilität von Kunstwerken, ihre Autonomie vom bezeugenden Körper sowie ihre materielle Intensität als Verfahren künstlerischer Zeugenschaft ausmachen.
12 Minuten
Ausgehend von einem spezifischen Erkenntnispotential künstlerischen Wissens soll die Frage nach den bildenden Möglichkeiten künstlerischer Praktiken gestellt werden. Produktionsästhetisch gewendet, geht es nicht darum, sich durch Künste zu bilden, sondern nach Bildungsprozessen in künstlerischer Praxis zu fragen.
16 Minuten
Choreographieren verweist auf eine spezifische Kunstfertigkeit, die landläufig von Tänzer*innen und Choreograph*innen ausgeübt wird. In ihrem Tun versammelt sich ein Wissen und die Kunstfertigkeit, Körper in Raum/Zeiten zu arrangieren, ihre Positionen und Schritte zu bestimmen und zu entwerfen. Choreographieren bedeutet, Tänze zu kreieren, sie zu vermitteln und als Choreographien zu tradieren. So nach kommt Choreographieren mit einer ästhetisch komplexen Wissenspraxis überein, die historisch betrachtet primär mit der Person eines Choreographen identifiziert ist.
25 Minuten
Die Dekolonisation im 20. Jahrhundert ist aus politischen Kämpfen und Programmatiken von Akteur*innen aus dem globalen Süden hervorgegangen, die eine Auflösung kolonialer Imperien und eine Delegitimierung kolonial-rassistischer und klassistischer Herrschaftsverhältnisse bewirkten. Dekolonisieren in den Künsten zielt auf eine kritische Befragung und Dekonstruktion von Kunstkanon, Kunstphilosophie, Kunstmarkt sowie Kunstinstitutionen und in der künstlerischen Praxis auf eine Veränderung von ästhetisch-künstlerischen Verfahren, Techniken, Strategien, Artikulations- und Repräsentationspolitiken sowie künstlerischen Produktionsbedingungen.
4 Minuten
Von einer wahren Annahme zur Warenannahme und zurück Während der Abschlussveranstaltung bot Bas Böttcher ein Poetic Recordingdar. Seine zwei Spoken-Word-Performances entstanden während der Tagung undreflektierten die Tagung selbst, auf direkte und kreative Art. Am 7. Maiwurden die Inhalte der Podcasts und am 8. Mai die drei Paneldiskussionenim poetischen Protokoll zusammenfasst.
8 Minuten
Während der Abschlussveranstaltung bot Bas Böttcher ein Poetic Recording dar. Seine zwei Spoken-Word-Performances entstanden während der Tagung undreflektierten die Tagung selbst, auf direkte und kreative Art. Am 7. Maiwurden die Inhalte der Podcasts und am 8. Mai die drei Paneldiskussionenim poetischen Protokoll zusammenfasst.
14 Minuten
In ihrem Dissertationsprojekt zu polnischen Künstlerinnen der 1970er Jahre untersucht Constance Krüger Strategien zur Herausarbeitung eines spezifischen Künstlerinnenbildes. In Anlehnung an aktuelle Forschungen zur Emanzipation im Staatssozialismus fragt sie, inwiefern sich die Praxis der Künstlerinnen in den historischen Diskurs feministischer Kunst einschreibt oder aber diesen neu justiert.
11 Minuten
Was heißt „entwerfen“?Wie verhalten sich Wissen und Entwerfen in der Architektur zueinander?Welche Medien spielen welche Rollen?Wer entwirft?
12 Minuten
Im Zuge der Ausbreitung von multi-sensorischen, computerbasierten Technologien wird „erfassen“ zunehmend als eine automatisierbare Tätigkeit zur Sammlung von Daten behandelt. Einer solchen Konzeption entgegen werde ich „erfassen“ als einen beziehungsstiftenden Prozess deuten, innerhalb dessen Bindungen – Ver- und Entbindungen – entstehen und aus denen Daten als Transformationen hervorgehen.
21 Minuten
Bekannte Beispiele für experimentelle Raumentwürfe mit ihren analytisch-gestalterischen Formfindungen sind Antoni Gaudís Hängemodelle für die Colònia Güell in Barcelona oder die Arbeiten von Frei Otto und seinem Team. Ihre induktiv-deduktiven Ansätze sind durch die Entwicklung der Rechentechnik und der numerischen Simulationsmethoden erweitert worden. Die Raumbildung als ein Zusammenspiel von Kraftfluss, Material, Licht, Klima und Akustik ist heute über verschiedene Techniken virtuell erfahrbar. Es entsteht ein völlig neues Potential, den Raumentwurf als ein multimodales Formfindungsexperiment zu praktizieren, das implizites und explizites Wissen vernetzt und die Performanz des Raumes als Entwurfsziel in den Mittelpunkt rückt.
9 Minuten
Kartiert – oder „gemappt“ – wird heute fast alles, wenn man zum Ausdruck bringen möchte, dass Relationen beim Verständnis von Orten oder Sachverhalten eine Rolle spielen. Mentale und materielle Karten sind zum Inbegriff der Vorstellung von Netzwerken geworden, seien sie räumlicher oder anderer Natur. Ausgehend von einer sehr alten Praxis der zweidimensionalen Notation von Gelände, Geschichte und Gesellschaft, lässt sich am Kartieren / Mapping sehr gut beobachten, wie eine Form der (u. a. künstlerischen) Visualisierung von Räumen aller Art Wissensbestände konstruiert.