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78 Episoden
30 Minuten
In Serbien kommt es bei der Parlamentswahl am 25. Oktober laut Umfragen zu einem einzigartigen Duell um die Macht: zwischen der SNS-Partei des autoritären Ex-Präsidenten Aleksandar Vucic und der Studentenprotestwelle. Die Studierenden treten zwar selbst nicht bei der Wahl an, doch sie haben eine unabhängige studentische Liste aufgestellt, mit Professor:innen, Kulturschaffenden, Gewerkschafter:innen und Akteuren aus der Zivilgesellschaft.

Aleksandar Vucic droht zum ersten Mal seit 2012 der Machtverlust. Er hat die vorgezogene Parlamentswahl ausgerufen und plant, selbst Premierminister zu werden. Denn bei der Präsidentschaftswahl, die turnusmäßig im Frühjahr 2027 stattfindet, darf Vucic nach zwei Amtszeiten nicht noch einmal antreten.

Wie ist die Stimmung in Serbien vor dieser spannenden Wahl, und vor welchen Herausforderungen steht die Studentenbewegung, die politisch ziemlich heterogen ist und keinen klaren Anführer hat?
30 Minuten
Das Tourette-Syndrom ist eine Kombination von Tic-Störungen. Die Betroffenen schneiden Grimassen, zucken unwillkürlich mit verschiedenen Körperpartien, sie stoßen Schreie aus, vollführen ungewollte Bewegungen oder beschimpfen andere. Und sie können diesen Drang nur schlecht bis gar nicht kontrollieren. Der Leidensdruck ist hoch.

Popstars wie Billie Eilish oder Robbie Williams sind ebenso betroffen wie geschätzt rund ein Prozent der Weltbevölkerung.

In Österreich könnten demnach an die 8000 Menschen mit Tourette leben, bei ca. 3500 liegt ein schwerer Verlauf vor.

Es gibt keine Heilung der Krankheit, Linderung kann allerdings durch manche Medikamente erreicht werden, durch Verhaltenstherapie und in seltenen Fällen durch eine Gehirnoperation.
30 Minuten
Der jüngste „Diesel-Deal“, den Donald Trump telefonisch mit Wladimir Putin geschlossen hat, stößt international auf Unverständnis. Die USA heben damit vorübergehend die Sanktionen gegen Russland auf und spülen Geld in die russischen Kriegskassen. Das Ziel des US-Präsidenten: Er möchte bei den Midterm-Wahlen retten, was noch zu retten ist und davon ablenken, dass er mit seinem Krieg gegen den Iran die hohen Spritpreise verursacht hat.

Trump fordert den ukrainischen Präsidenten Selenskyj zum Rücktritt auf und droht auch damit, Waffenlieferungen und die Weitergabe von Geheimdiensterkenntnissen an die Ukraine zu stoppen. Was ist von diesen Drohungen zu halten? Wie ist die Lage in der Ukraine kurz vor dem fünften Kriegswinter? Und wie könnte es in den USA nach den Kongresswahlen am 3. November weitergehen?

Darüber diskutieren:

Gerhard Mangott, Politikwissenschafter, Universität Innsbruck

Christian Wehrschütz, ORF-Korrespondent

Martin Weiss, ehemaliger Botschafter in Washington
30 Minuten
Ghana ist der größte Goldproduzent Afrikas und der sechstgrößte der Welt. Und Gold ist gerade wieder weltweit ein Renner - als Krisenwährung, als Reserve, als Inflationsschutz für Klein- und Großanleger.

In Ghana treibt das immer noch mehr Menschen in den Bergbau: in den legalen wie illegalen. Eineinhalb Millionen Menschen sollen da direkt oder indirekt beschäftigt sein. Die einen erhoffen sich davon ein gutes Einkommen und wirtschaftliche Entwicklung, andere aber beklagen Ausbeutung und Umweltzerstörung.

Ein Dorf im Westen Ghanas hat dem illegalen Goldabbau den Kampf angesagt. Niklas Franzen hat es besucht, Monika Feldner-Zimmermann präsentiert seinen Bericht.
30 Minuten
2024 hat sich die Republik Moldau mit knapper Mehrheit dafür ausgesprochen, den EU-Beitritt per Verfassung anzustreben. In dem kleinen Land zwischen Rumänien und der Ukraine werden die geopolitischen Spannungen zwischen Russland und der Europäischen Union sehr greifbar. An seiner östlichen Grenze liegt die de facto abgespaltete Provinz Transnistrien, die noch immer von Soldaten der russischen Armee bewacht wird. Russland hat aber durch seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine und durch seine Einmischungsversuche in die moldauische Politik viel Zustimmung in der Bevölkerung verloren. Moldau hat sich weitgehend unabhängig vom russischen Großmachtstreben gemacht. Dennoch geht weiterhin ein Riss durch Moldaus Gesellschaft, wenn es etwa um die Erinnerung an die Sowjetunion geht.

Für manche ist die Republik Moldau vor allem ein aufstrebender Beitrittskandidat der EU, andere sehen in ihr ein Pulverfass an Europas Ostgrenze.
33 Minuten
Simbabwe ist eines jener Länder, die vom Klimawandel ganz besonders betroffen sind. Die wirtschaftliche Lage des Landes im Süden Afrikas ist katastrophal; nur wenige Menschen haben einen Job, die meisten leben von den landwirtschaftlichen Produkten, die sie selbst anbauen oder züchten. Bringt die Regenzeit wenig Niederschlag, wie etwa 2023/24, können Ernteausfälle und Wassermangel für die Bevölkerung schnell lebensbedrohlich werden.

Für heuer wird wieder eine schwere Dürre prognostiziert, dafür verantwortlich ist das Wetterphänomen El Niño. Verstärkt durch den Klimawandel wird dieser El Niño der heftigste seit Messbeginn sein. Der nationale Wetterdienst in Simbabwe hat Frühwarnungen herausgegeben, die Kleinbauern und -bäuerinnen versuchen, sich für die Trockenheit zu rüsten. Hilfsorganisationen wie CARE helfen seit Jahren dabei, die Widerstandsfähigkeit gegen die immer häufigeren Krisen zu verbessern und die wirtschaftlichen Grundlagen der Menschen auf stabilere Beine zu stellen.
33 Minuten
Simbabwe ist eines jener Länder, die vom Klimawandel ganz besonders betroffen sind. Die wirtschaftliche Lage des Landes im Süden Afrikas ist katastrophal; nur wenige Menschen haben einen Job, die meisten leben von den landwirtschaftlichen Produkten, die sie selbst anbauen oder züchten. Bringt die Regenzeit wenig Niederschlag, wie etwa 2023/24, können Ernteausfälle und Wassermangel für die Bevölkerung schnell lebensbedrohlich werden.

Für heuer wird wieder eine schwere Dürre prognostiziert, dafür verantwortlich ist das Wetterphänomen El Niño. Verstärkt durch den Klimawandel wird dieser El Niño der heftigste seit Messbeginn sein. Der nationale Wetterdienst in Simbabwe hat Frühwarnungen herausgegeben, die Kleinbauern und -bäuerinnen versuchen, sich für die Trockenheit zu rüsten. Hilfsorganisationen wie CARE helfen seit Jahren dabei, die Widerstandsfähigkeit gegen die immer häufigeren Krisen zu verbessern und die wirtschaftlichen Grundlagen der Menschen auf stabilere Beine zu stellen.
30 Minuten
Die Schnellzuglinie Rail Baltica ist eines der größten länderübergreifenden Infrastrukturprojekte Europas und soll die Zugfahrzeiten durch das Baltikum – von Warschau über Kaunas und Riga bis nach Tallinn – deutlich verkürzen. Eigentlich sollte die Hochgeschwindigkeitsstrecke spätestens heuer fertiggestellt sein. Doch es hakt noch immer an vielen Stellen, die Baukosten sind von ursprünglich geplanten sechs auf mindestens 24 Milliarden Euro angewachsen. Angepeilt ist die Inbetriebnahme nun für 2030.

In den Fokus geraten ist die Rail Baltica auch durch den russischen Überfall auf die Ukraine. Denn die Schnellzugtrasse, die das Baltikum an das europäische Bahnnetz anbindet und die unterschiedlichen Spurweiten angleicht, kann laut NATO eine wichtige Rolle bei künftigen Panzer-Transporten und Truppenbewegungen spielen.
29 Minuten
Seit einigen Jahren können Berufstätige, die gerne Kinder und Jugendliche unterrichten wollen, aus ihren bisherigen Jobs in die Schulen wechseln – als Quereinsteiger:innen. Sie bringen ihr Fachwissen mit und müssen innerhalb einiger Jahre die pädagogisch-didaktische Ausbildung nachholen.

Das Modell sollte bei seiner Einführung den Lehrer:innenmangel vor allem in der Sekundarstufe entschärfen. Im vergangenen Schuljahr waren rund 12 Prozent der neu angestellten Lehrerinnen und Lehrer Quereinsteiger. Der Bildungsminister möchte das Modell beibehalten. Eine wissenschaftliche Evaluierung hat ergeben, dass es bei den neuen Lehrpersonen und Schulleiter:innen viel Zufriedenheit, aber auch Nachbesserungsbedarf in manchen Bereichen gibt.
30 Minuten
In ein paar Jahren, so sagt es ein tschechischer Volkswirt voraus, werden Österreicher und Deutsche zum Arbeiten nach Tschechien pendeln und nicht mehr umgekehrt – stärker lässt sich wohl nicht ausdrücken, welchen Weg die tschechische Volkswirtschaft in den vergangenen Jahren zurückgelegt hat: von der billigen Werkbank westlicher Unternehmen zum mächtigen Akteur, der selbst längst in Westeuropa investiert. Das betrifft die Digitalbranche ebenso wie traditionelle Industriebetriebe. Natürlich gibt es auch Schattenseiten, etwa die nach wie vor große Abhängigkeit von der Autoindustrie und Risiken durch politische Unsicherheiten.
29 Minuten
Am 4. Oktober wählt Bosnien und Herzegowina - und das gleich auf mehreren staatlichen Ebenen. Das Land hat eines der kompliziertesten Wahlsysteme der Welt. Das hängt mit dem Friedensvertrag von Dayton zusammen. Nach dem Bosnienkrieg (1992-95) sollten die Interessen der verschiedenen Ethnien austariert werden, deshalb gibt es zum Beispiel nicht einen Staatspräsidenten, sondern gleich drei. Dadurch ergeben sich viele Möglichkeiten, wichtige Projekte zu blockieren. Auch die Auszahlung von EU-Geldern an den Beitrittskandidaten stockt deshalb immer wieder. Der Umgang mit dem Tod des verurteilten Kriegsverbrechers Ratko Mladic zeigte unlängst, dass die Spaltung zwischen Serben, Bosniaken und Kroaten immer noch alltäglich ist. Geändert hat sich aber die geopolitische Lage. Die USA unter Donald Trump verabschieden sich vom "nation building", konzentrieren sich mehr auf Wirtschaftsbeziehungen. Was bedeutet das für die fragile Sicherheit in Bosnien?
30 Minuten
Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva kandidiert mit 80 Jahren für eine vierte Amtszeit. Am 4. Oktober findet die erste Runde der Präsidentenwahl statt. Lulas größter Herausforderer ist Flávio Bolsonaro, der älteste Sohn des ehemaligen ultrarechten Präsidenten Jair Bolsonaro. In den jüngsten Umfragen liegen Lula und Bolsonaro eng beieinander.

Während Lulas ersten beiden Amtszeiten ab 2002 profitierten Millionen Brasilianerinnen und Brasilianer vom wirtschaftlichen Aufschwung und von staatlichen Sozialprogrammen. Ende 2010 schied Lula mit Zustimmungswerten von fast 90 Prozent aus dem Amt. 2022 besiegte er Jair Bolsonaro und kehrte ins Präsidentenamt zurück. Was macht das Phänomen Lula aus? Wie hat er Brasilien verändert? Und was bleibt von seinem politischen Erbe? Ein Porträt des Sozialdemokraten mit Erinnerungen des früheren Bundespräsidenten Heinz Fischer und des ehemaligen ORF-Korrespondenten Raimund Löw.
30 Minuten
Der Medienmanager Gerhard Zeiler fordert den amtierenden SPÖ-Vorsitzenden Andreas Babler heraus und will selbst SPÖ-Chef werden. „Ich glaube, dass ich die richtige Person bin, um die Partei aus diesem historischen Tief herauszuführen.“ Mit diesen Worten kündigte Zeiler via Kronen Zeitung seine Bewerbung an. Doch Andreas Babler denkt offenbar nicht daran, Zeiler das Feld zu überlassen. In der Partei halten sich viele noch bedeckt, ob sie Zeiler oder Babler unterstützen. Der SPÖ droht nun eine lange Zerreißprobe, die die schlechten Umfragewerte von 15 Prozent noch weiter in den Keller treiben könnte.

Hat Gerhard Zeiler das Zeug, das Ruder für die SPÖ herumzureißen? Kann Andreas Babler diesen Machtkampf gewinnen? Und würden die beiden anderen Regierungsparteien ÖVP und NEOS einen Wechsel an der SPÖ-Spitze akzeptieren oder wären dann Neuwahlen programmiert?

Darüber diskutieren:

Gernot Bauer, Profil

Thomas Hofer, Politikberater

Petra Stuiber, Der Standard
30 Minuten
Im deutschen Superwahljahr zeigt sich verstärkt ein Trend, der in der Parteienlandschaft in ganz Europa bereits seit Jahren zu beobachten ist: Bei allen fünf Landtagswahlen heuer, auch bei den beiden am vergangenen Sonntag, wurden die Parteien rechts bzw. links außen gestärkt, während traditionelle Mitte-Parteien teilweise drastisch an Zustimmung verlieren. So haben die Linke bzw. die AfD die Wahlen in Berlin bzw. Mecklenburg-Vorpommern gewonnen, während die CDU in Mecklenburg-Vorpommern sogar aus dem Landtag geflogen ist – zum ersten Mal in ihrer Parteigeschichte.

Was bedeutet diese Entwicklung für Deutschland – wird das jahrzehntelang so verlässliche demokratische System unseres Nachbarlands durch diese Entwicklungen nachhaltig erschüttert? Und was könnte bevorstehen, wenn, wie vielfach befürchtet wird, Rechts-Außen-Parteien in den beiden wichtigsten EU-Ländern Deutschland und Frankreich schon bald das Sagen haben?
30 Minuten
14 Prozent der österreichischen Bevölkerung haben in den vergangenen zwölf Monaten einen E-Scooter genutzt. Das kompakte, schnelle Fahrzeug wird immer beliebter. Doch auch die Unfallzahlen steigen, laut Kuratorium für Verkehrssicherheit von 2024 auf 2025 um mehr als ein Drittel. Auffallend ist, wie häufig Kinder und Jugendliche involviert sind. Zwar wurde mit einer Novelle der Straßenverkehrsordnung im Mai die Helmpflicht bis 16 festgelegt, aber nach wie vor ereignen sich teils schwere Unfälle, mit getunten Geräten wird das Tempolimit von 25 km/h deutlich überschritten. In Wien setzt die Polizei auf Schwerpunktaktionen, in öffentlichen Verkehrsmitteln dürfen die Scooter nur mehr außerhalb der Stoßzeiten mitgenommen werden. Wer nutzt die Roller, für welche Wege? Wie hat sich die Situation der Leihgeräte verändert? Und wie kann Stadt- und Verkehrsplanung aussehen, damit alle Verkehrsteilnehmer:innen genügend Platz haben und sicher unterwegs sein können?