Unser Talk über Autismus, ADHS, PDA und Schulabsentismus – und darüber, was passiert, wenn neurodivergente oder chronisch kranke Kinder nicht mehr in ein Schulsystem passen, das ihre Bedürfnisse nicht ausreichend berücksichtigt.
Wir sprechen darüber, wie schnell Familien unter enormen Druck geraten können, wenn ein Kind nicht mehr zur Schule gehen kann: Jugendamt, Schulamt, Gerichte, Bußgelder, psychiatrische Begutachtungen, Klinikaufenthalte und die Angst vor einer Inobhutnahme oder Zwangsmaßnahmen. Besonders betroffen sind Familien mit autistischen Kindern, Kindern mit ADHS oder PDA, aber auch chronisch kranke Kinder, beispielsweise mit ME/CFS.
Statt zu fragen, warum ein Kind nicht mehr kann und welche Bedingungen es braucht, wird Schulabsentismus noch viel zu häufig als Problem des Kindes oder der Eltern behandelt. Dabei kann die Schulverweigerung bzw. Schulunfähigkeit eine nachvollziehbare Reaktion auf Überforderung, fehlende Barrierefreiheit, dauerhaften Stress und ein Nervensystem sein, das längst an seiner Belastungsgrenze angekommen ist.
Wir sprechen über die Angst vieler Eltern, Hilfe zu suchen, weil aus der Suche nach Unterstützung plötzlich Kontrolle und Druck entstehen können. Und darüber, warum wir dringend einen anderen Umgang mit Schulabsentismus brauchen: weniger Zwang, weniger Pathologisierung und Schuldzuweisungen – dafür mehr Kinderrechte, individuelle Bildungswege, Neuroaffirmation und echtes Zuhören.
Denn wenn ein Kind an einem System zerbricht, dürfen wir nicht automatisch versuchen, das Kind wieder passend für dieses System zu machen.
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