Podcast-Audiodateien mit ID3-Tags etikettieren

ID3-Tags für Podcasts: Warum sie relevant sind

Zuletzt aktualisiert: 10. Nov 2023
Erstellt: 2. Dez 2021

ID3-Tags für Podcasts? Die Zeit der iPods und der massiven MP3-Downloads wurden durch das Streaming per Smartphone abgelöst. Die Soft- und Hardware, mit der wir Podcasts und Musik hören, hat sich verändert. Doch eines bleibt: Die Audiodatei als Quelle. Darum ist es gerade für Produzent:innen sinnvoll, ID3-Tags für Podcasts zu erstellen.

Bild:
ID3-Tags für Podcasts: Warum sie relevant sind

ID3-Tags: Von Musik-MP3s zu Podcasts

Damals

Weißt Du noch...? Wir erinnern uns: Titel, Interpret, Album – die Hauptkategorien, die für jeden Musiktitel in Fleißarbeit eingetippt werden mussten, den wir auf unsere MP3-Player luden. Zumindest mit dieser Anwendung, nämlich ID3-Tags hinzufügen zur Kennzeichnung von Audio- und Musiktiteln, dürften viele Menschen vertraut sein. Falls nicht, holen wir Dich ganz vorne ab:

Was ist ein ID3-Tag?

ID3 (engl. identify an MP3 „identifiziere eine MP3“) ist ein Format für Zusatzinformationen (Metadaten), die in Audiodateien des MP3-Formats enthalten sein können. Die einzelnen Informationseinheiten werden ID3-Tag genannt (engl. tag „Etikett“). [Wikipedia]

Diese Metadaten können in einer Audiodatei (Musik, Podcasts oder andere) kodiert sein und von Media-Playern, Programmen und Abspielgeräten ausgelesen werden.

Heute

Auch heute machen ID3-Tags ihren Job wunderbar: Metadaten mit Informationen über die Audiodatei speichern. Und das eben dateigebunden und somit mediathekenübergreifend. Da es heute jedoch so viele Etikettierungssysteme wie Streamingdienste gibt, geraten sie etwas in Vergessenheit. Für Musikschaffende mögen sie noch Relevanz haben.

Aber ID3-Tags für Podcasts?

Die Informationen zum Podcast sind ja im RSS-Feed hinterlegt. Aber das macht die ID3-Tags nicht gleich überflüssig. Um zu verstehen, warum auch Podcasts ihre Dateien mit ID3-Tags versehen sollten, schauen wie sie uns noch einmal genauer an.

Versionen und Anwendungen von ID3-Tags

Seit dem Jahr 2000 gilt dabei bis heute das Format der Version ID3v2.4, welches auch die allermeisten Media-Player auslesen können. Insgesamt gibt es dafür satte 82 Kategorien für einzelne Einträge – in der Realität werden aber nur die relevantesten davon ausgefüllt.

Je nachdem, welche dieser Einträge Du ausfüllst, kannst Du die Tags für bestimmte Anwendungen spezialisieren. Beispielsweise kannst Du für klassische Musikstücke etwa Dirigent, Solist und Orchester des Stückes angegben.

Übrigens lassen sich auch .mp4-Dateien (also Videos dieses Formats) mit ID3-Tags versehen, sowie .WAV-, .AIFF- und .WMA/.WMV-Dateien.

Welche Tags lassen sich nun in Audiodateien einschreiben? Hier ist die komplette Liste mitsamt Kürzel ("Frames").

Alle ID3-Tag-Kennzeichnungen. Ja, das ist eine lange Liste. Nein, das musst Du nicht alles ausfüllen.

ID3-Tags für Podcasts nutzen

Für Podcasts solltest Du die Tags so einfüllen, dass sie eine sinnvolle Kennzeichnung ermöglichen. Da die Tags sich auf eine Episoden-Datei beziehen, sollten auch die Informationen dazu episodenspezifisch sein. Die gängigsten Kennzeichen für ID3-Tags in Podcasts bleiben:

Titel – Name der Episode mit fortlaufender Episodennummer. Gegebenenfalls auch Podcast-Titel. Beispiel:
Mein Podcast Episode 01: Wie ich zum Podcasten kam

Interpret – bei Podcasts meist Autor oder Herausgeber genannt. Hier kann der Produzent, bzw. das Produzenten-Team oder die Marke/das Unternehmen genannt werden, welche den Podcast produziert oder in Auftrag gibt. Beispiel:
Maria-Mustermann-Stiftung.

Jahr – Erscheinungsjahr der Episode.

Genre – Beispiel:
Komödie, Verbrechen oder Wissenschaft.

Coverbild – Das Podcast-Cover in verkleinerter Version (300x300 bis 600x600 pixel, .png oder .jpg).

Copyright – für urheberrechtliche Vermerke.

Nun gibt es noch zwei für Podcasts sehr essenzielle Kennzeichnungen:

Feed und Beschreibung. Die Episoden-Beschreibung (Show Notes) kannst Du ins Feld "Kommentar" oder "Lyrics" eintragen. Für die Feed-URL gibt es mehrere mögliche Felder, um diese in den ID3-Tags des Podcasts zu hinterlegen. Zum Beispiel das Feld, das ganz allgemein mit "url" gekennzeichnet ist. Anwendungsbeispiel dafür: Wenn jemand also lediglich die Datei zur Verfügung hat, lässt sich über diese Angabe auch der Podcast-Feed abonnieren.

ID3-Tags bearbeiten mit diesen Programmen

Als Podcaster gibt es für Dich zwei Gelegenheiten, die ID3-Kennzeichnungen zu den Audiodateien Deiner Episoden hinzuzufügen: Entweder beim Export der Datei aus Deinem Audioprogramm, oder vor dem Hochladen der Datei bei Deinem Podcast-Hoster.

Diese gängigen Audioprogramme können ID3-Tags in MP3-Dateien kodieren:

  • Adobe Audition

  • Audacity

  • Hindenburg Journalist (unter "Session Properties")

  • Logic Pro X

  • Reaper/Ultraschall

  • WaveLab Cast

Um ID3-Tags nachträglich zu einer MP3-Datei hinzuzufügen, gibt es unzählige Programme. Auch einige Media-Player decken diese Funktion ab. Es folgen einige Beispiele:

  • iTunes / Apple Music

  • Auphonic (Browseranwendung)

  • Mp3tag

  • Windows 10 (unter "Detailsansicht" im Datei-Explorer)

  • tagmp3.net (Browseranwendung)

  • Forecast (auch zum Erstellen von Kapitelmarken mit Bildern)

ID3-Tags als Metadaten in Adobe Audition

Warum sollte ich ID3-Tags als Podcaster erstellen?

Wenn die Informationen zum Podcast über den RSS-Feed abgerufen werden, wieso solltest Du Dir die Mühe machen, ID3-Tags in Deine Episoden-Dateien einzutragen?

Darauf gibt es mehrere Antworten:

Coverbilder

Es gibt einige Media-Player und Podcast-Apps, die das Podcast-Cover aus den ID3-Tags beziehen. Hierfür lohnt es sich also, das Feld "Cover Art" in den ID3-Tags mit dem Podcast-Titelbild zu versehen.

Bilder mit Timecode einbinden

Das Einbinden von Grafiken in die Metadaten kann den Podcast enorm aufwerten. Gerade für Podcasts, in denen über Fotografien, Gemälde, Statistiken und sonstige grafische Inhalte gesprochen wird. Bilder können dann zu bestimmten Laufzeiten des Programms angezeigt werden (an Timecode gebunden). Beispiele für Apps, die diese Bilder anzeigen können sind Apple Podcasts, Instacast, Podcat, Pocket Casts, Castro, Overcast und Podcast Addict. Die Bilder werden meist in Verbindung mit Kapitelmarken eingestellt. Ein geeignetes Programm dafür ist Forecast.

Downloads

Darüber hinaus gibt nach wie vor Hörer, welche die Episoden als Dateien herunterladen. Beispielsweise, um sie auf weitere Geräte zu überspielen oder offline hören zu können. Ohne ID3-Metadaten haben die Dateinamen keinen Wiedererkennungswert beim Download. Daher ist es professionell und zuvorkommend, die nötigen ID3-Tags auszufüllen und die Audiodatei mit Podcast- und Episodentitel zu benennen.

Würdigung

Darüber hinaus würdigt eine Angabe zu Titel, Episode und Autor:in die Urheberschaft und Arbeit, die in der Produktion des Podcasts steckt. Diese Mühe sollte im Endprodukt – dem Podcast – für alle sichtbar statuiert sein.

Gewappnet für die Zukunft

Und um sich zu guter Letzt mit allen Wassern zu waschen: Wer weiß, ob nicht zukünftig Apps und Streamingdienste wieder mehr Informationen aus den ID3-Tags beziehen? Schließlich ist es das dateigebundene Etikettierungssystem für MP3- und MP4-Dateien. Andere Arten von Kennzeichnungen, die nur innerhalb der jeweiligen Player verwendet werden, nützen niemandem, wenn die Dateien in andere Mediatheken überspielt werden. Genau dafür gibt es die ID3-Tags: Für eine systemübergreifende Kennzeichnung der Dateien.

Was ist mit SEO?

Soweit bisher getestet, sind in den ID3-Tags enthaltene Schlagwörter und Suchbegriffe aktuell nicht relevant für Suchmaschinen. Diese richten sich bislang vor allem nach den Angaben im RSS-Feed zu Titel, Beschreibung und Autoren des Podcasts.

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