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  4. Auschwitzprozess: Ärzte im "Zigeunerlager" – Der Name "Mengele" taucht auf | 28.8.1964
Der erste Auschwitzprozess fand zwischen 1963 und 1965 in Frankfurt
am Main statt. Zu den zentralen Themen des ersten
Auschwitzprozesses gehörte die Frage, welche Ärzte die "Selektion“
betrieben haben. Damit ist die Aussonderung von kranken und alten
Gefangenen gemeint, die unmittelbar der Tötung zugeführt werden
sollten. Bei den Selektionen waren meist Ärzte dabei; ihnen oblag
die Entscheidung über Leben oder Tod. Die Vernehmung des Zeugen und
späteren Nebenklägers Aron Bejlin durch Richter Hans Hofmeyer am
28. August 1964 dreht sich um diese Frage. Bejlin war selbst Arzt
und lebte in seiner Häftlingsbaracke mit anderen Ärzten zusammen.
In unmittelbarer Nachbarschaft befand sich das "Zigeunerlager“, wo
laufend Selektionen stattfanden. Innerhalb kurzer Zeit, so der
Zeuge, waren alle Zigeuner vernichtet. Im Lagerjargon gab es den
"Goebbels-Kalender“ – ein makabrer Begriff für jüdische Feiertage,
an denen die SS besonders viele Vergasungen unternahm. Aron Bejlin
wurde, wie viele Ärzte unter den Häftlingen, zu pflegerischen
Aufgaben abgestellt und berichtet von 40 griechischen Jungs, die er
mit seinen primitiven Verbandsmaterialien nicht versorgen konnte.
Den Kindern hatte der Lagerarzt Horst Schumann mit Röntgenstrahlen
die Hoden verbrannt. Bejlin erwähnt mehrmals in der Vernehmung den
Lagerarzt Josef Mengele. Er ist heute für seine medizinische
Experimente an Gefangenen berüchtigt und rückte erst durch diesen
Prozess ins Bewusstsein der Strafverfolgung. Mengele starb
unbehelligt 1979 in Südamerika.
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„Auschwitzprozess: Ärzte im "Zigeunerlager" – Der Name "Mengele" taucht auf | 28.8.1964“

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