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  4. Gorbatschow in der DDR – Kein "Wer zu spät kommt ..." | 6.10.1989
Die DDR beginnt mit den Feiern zu ihrem 40. Jahrestag. Es gibt
großes Tamtam mit Militärparade und allem, was dazugehört. Doch die
Krise ist unübersehbar, die Demonstrationen laut. Der sowjetische
Generalsekretär Michail Gorbatschow besucht zum Jubiläum die DDR.
Er ist der Hoffnungsträger der Demonstrierenden. Gorbi, hilf uns,
rufen sie, und noch viel mehr. Hier ein Zusammenschnitt der
wichtigsten Demonstrationsrufe. Gorbatschow selbst hört die Rufe
sichtlich gerne. Später wird ihm der Satz in den Mund gelegt: Wer
zu spät kommt, den bestraft das Leben. Das soll er in Bezug auf die
Honecker-Regierung gesagt haben. Doch dieser Satz ist nicht im Ton
überliefert. Und ob er ihn je gesagt hat, ist fraglich. Im
folgenden Ton hören wir, was er tatsächlich gesagt hat. Die Szene:
Gorbatschow vor der Neuen Wache Unter den Linden. Umringt von
Dutzenden Reportern. Er geht auf eines der Mikrofone zu und gibt
ein Statement. Da redet er zweimal über die Lehren des Lebens, aber
von zu spät kommen ist nicht die Rede. Aus seinen späteren
Gesprächen mit dem DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker gibt
allerdings noch ein Protokoll. Dort wird Gorbatschow mit den Worten
zitiert: Wenn wir zurückbleiben, bestraft uns das Leben sofort.
Zwei Reporter machen daraus die griffige Übersetzung: Wer zu spät
kommt, den bestraft das Leben. Gorbatschow erfährt davon später,
und ihm gefällt das, er übernimmt den Satz in seiner Autobiografie.
Funfact: Im Zusammenhang mit dem Ende der DDR gibt es noch ein
zweites berühmtes Zitat, das so nie gesagt und erst nachträglich
zum großen Wort hochstilisiert wurde – nämlich den Willy Brandt
zugeschriebenen Satz "Es wächst zusammen, was zusammen gehört".
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„Gorbatschow in der DDR – Kein "Wer zu spät kommt ..." | 6.10.1989“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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