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  4. "Ur-Sendung" des deutschen Rundfunks: Das Weihnachtskonzert von 1920 | 22.12.1920 / 21.3.1952 | Rundfunkgeschichte
Ein wichtiges Datum der frühen Rundfunkgeschichte ist der 22.
Dezember 1920. Erstmals wird ein Rundfunkkonzert gesendet, von der
Station Königs Wusterhausen südöstlich von Berlin. Initiator war
der Techniker Erich Schwarzkopf, der bei diesem Konzert auch Geige
spielt und das Programm ansagt. Diese Ansage ist eine Nachaufnahme,
die Erich Schwarzkopf später noch einmal eingesprochen hat. Es war
auch noch kein regulärer, offizieller Rundfunkbetrieb; der begann
erst im Oktober 1923. Aber es war schon eine Radiosendung. In
Königs Wusterhausen entstand noch vor dem Ersten Weltkrieg eine
Militärfunkstation der Obersten Heeresleitung (OHL). Der Bau begann
1913, in Betrieb ging sie 1915. Nach dem Krieg 1919 machen die
Alliierten die Station zum Eigentum der Reichspost unter
Ministerialdirektor Hans Bredow. Die Station wird vor allem dazu
genutzt, Pressemeldungen zu telegrafieren, an Schiffe und ins
Ausland. Gefunkt wurden also Morsezeichen, die in den rund 80
Empfangsstationen erstmal wieder in Texte umgewandelt werden
mussten. Hans Bredow gab den Auftrag, das zu ändern. Aus der
Funktelegrafie soll Funktelefonie werden – Sprache soll also direkt
übertragen werden. In der Station gab es einen Lichtbogensender,
mit dem die Beamten in Königs Wusterhausen 1920
herumexperimentierten. Und hier setzt auch das Interview an, das
Erich Schwarzkopf am 21. März 1952 gibt und in dem er erzählt, wie
es zum ersten Rundfunkkonzert kam. Im deutschen Reich war es nicht
erlaubt, ohne Genehmigung Rundfunk zu empfangen. Begeisterte
Resonanz kam deshalb vor allem aus dem Ausland. Auch nach dem
offiziellen Start des Rundfunks 1923 sendet Erich Schwarzkopf
weiter Konzerte von Königs Wusterhausen. Doch kam es – so stellte
er es später dar – zunehmend zu Unstimmigkeiten mit dem
Postministerium. Die Folge: Am 24. Januar 1926 wurde das letzte
derartige Konzert gesendet – mit folgender Absage: "... Zum Schluss
darf auch ich mich als Sprecher von Königs Wusterhausen
verabschieden. Lange Zeit durfte ich von dieser Stelle aus zu Ihnen
sprechen, sechs Jahre sind es gewesen. Zunächst nur hin und wieder
an den großen Festtagen, die letzten drei Jahre an jedem Sonn- und
Feiertag. Am vergangenen Sonntag hab ich Ihnen das letzte "Auf
wiedersehen!" zurufen dürfen. Bewahren Sie auch fernerhin der Welle
1300 m die Treue. Ich grüße Sie zum letzten Mal mit treudeutschem
Gruß: Deutschland über alles". Der "treudeutsche Gruß" am Ende der
Absage war damals eine durchaus gängige Formel. Und "Deutschland
über alles" – die Zeile aus der ersten Strophe des
Deutschlandliedes – war in der Weimarer Republik noch Bestandteil
der Nationalhymne.
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„"Ur-Sendung" des deutschen Rundfunks: Das Weihnachtskonzert von 1920 | 22.12.1920 / 21.3.1952 | Rundfunkgeschichte“

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