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  4. Parlamentarischer Rat stimmt knapp für Bonn als vorläufige Hauptstadt | 10.5.1949
Nach der Zustimmung zum Grundgesetz am 8. Mai 1949 stimmt der
Parlamentarische Rat zwei Tage später in seiner 11. Sitzung noch
über die Hauptstadtfrage ab – über den, wie es hieß, "vorläufigen
Sitz der Bundesorgane". Zur Abstimmung stehen Frankfurt am Main und
Bonn. Frankfurt hatte sich gute Chancen ausgerechnet und schon
einen Plenarsaal bauen lassen. Auch die SPD war für Frankfurt sowie
einige CDU-Delegierte. Konrad Adenauer gelang es jedoch, die CDU zu
einen und so eine Mehrheit für Bonn zu erreichen. Bevor es zur
Abstimmung kommt, kommt es noch mal zu einer Diskussion. Die SPD
möchte eine geheime Abstimmung und setzt sich damit durch. Der
FDP-Politiker Hermann Schäfer erläutert aus seiner Sicht, worum es
geht: Nicht um ein politisches Signal, nicht darum, einer Stadt
oder einem Land eine Auszeichnung zu verleihen. Sondern wer
Hauptstadt wird, habe auch entsprechende Verpflichtungen. Die
Sitzung wird live im Rundfunk übertragen. Chronologie: (01:05) Hans
Jesse: Einleitender Bericht vor dem Beginn der Plenarsitzung
(03:50) Konrad Adenauer, Präsident des Parlamentarischen Rates,
eröffnet die Sitzung (04:15) Bezugnehmend auf die Wahl des
vorläufigen Sitzes der Bundesorgane beantragt Otto Greve (SPD) die
Änderung der Geschäftsordnung mit dem Wortlaut "Geheime Abstimmung
kann bis zur Eröffnung der Abstimmung beschlossen werden, wenn sie
von zehn Mitgliedern beantrag wird." Begründung des Antrags.
(05:15) Max Reimann (KPD) erhebt Einspruch gegen den Antrag von der
SPD-Fraktion. Begründung. "Ich bin der Auffassung, dass jeder
Abgeordnete frei hier vor der Öffentlichkeit zeigen soll, wie er
steht." (06:15) Konrad Adenauer führt die Abstimmung über den
Antrag der SPD durch. Der Antrag wird angenommen. Durchführung der
Abstimmung über das Wahlgesetz zum Ersten Bundestag.
Reporterbericht während der Abstimmung. Ankündigung des
Tagesordnungspunktes 3: Wahl des vorläufigen Sitzes der
Bundesorgane. (07:30) Hermann Schäfer (FDP), Berichterstattung des
Ausschusses zur Wahl der Bundeshauptstadt: Die Frage nach dem Sitz
der Bundesorgane sollte nicht überbewertet werden. Der Ausschuss
hat die Aufgabe unter reinen Nützlichkeits- und
Zweckmäßigkeitsgesichtspunkten betrachtet und nicht unter
politischen. Der Ausschuss unterbreitet zwei Vorschläge für die
Wahl des vorläufigen Bundessitzes: Bonn oder Frankfurt (12:50)
Heinrich von Brentano stellt den Antrag, über einen Antrag von
Heinz Renner (KPD, MdPR) nicht abzustimmen. Kritik an der
Kommunistischen Fraktion (13:50) Konrad Adenauer ruft den
protestierenden Abgeordneten Heinz Renner zur Ordnung: "Ich bitte
Sie jetzt, sich der Ordnung des Hauses zu fügen. Sie haben eben
genau die Ordnungsrufe dosiert. Der dritte ist fällig." Abstimmung
über den Antrag von Heinrich von Brentano; Annahme. Übergang zur
Geschäftsordnung; Beschreibung des Vorganges der geheimen
Abstimmung (16:40) Reporterbericht während der Zettelabgabe (20:20)
Auszählung der Stimmzettel (25:35) Konrad Adenauer: "Ich bitte die
Zuhörer, jedes Zeichen des Missfallens und des Beifalls zu
unterlassen. Das Ergebnis der Abstimmung ist folgendes: Es waren
abgegeben 63 Stimmzettel. Davon war einer unbeschrieben, also
ungültig, sodass 62 gültige Stimmzettel abgegeben waren. Die
absolute Mehrheit beträgt demnach 32. Es haben erhalten: Bonn 33,
Frankfurt 29. (26:15) Lebhafter Beifall; Glocke des Präsidenten.
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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