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  4. So entstand "Lili Marleen": Verschollenes Interview mit Lale Andersen aufgetaucht | 26.1.1942
Im Jahr 1939 hat Lale Andersen dieses Soldatenlied gesungen: Lili
Marleen. Es wurde ein Mllionenseller und in viele Sprachen
übersetzt. Hier nun etwas Ungewöhnliches im Archivradio: Wir machen
einen doppelten Zeitsprung, denn es gibt ein Interview von Lale
Andersen vom 26. Januar 1942, in dem sie die Entstehung des Lieds
erzählt. Das ist aber nie gesendet worden, sondern gehörte zum
Bestand des Freiburger Instituts für Rundfunkwissenschaft. Erst
mehr als 40 Jahre später wurde die Aufnahme gefunden und geriet in
die Hände von Stephan Krass, damals Kulturredakteur im Südwestfunk.
Stephan Krass wollte die Aufnahme veröffentlichen und erzählte –
ähnlich wie im Archivradio – vorher die Geschichte. Ob und wann
sein Beitrag gesendet wurde, ist unklar, er wurde nicht archiviert.
Aber er hat ihn aufbewahrt. Inzwischen ist er längst im Ruhestand
und als er kürzlich bei sich aufräumte, fand er die Aufnahmen
wieder. Stephan Krass erinnert sich: „Für mich war dieses Interview
mit Lale Andersen eher ein Zufallsfund. Ich war damals auf der
Suche nach erhaltenen Archivbeständen des Freiburger
Rundfunkinstituts, weil ich dessen Rolle in der Rundfunkpolitik der
Nationalsozialisten beleuchten wollte. Wenn ich mich recht
entsinne, habe ich damals eine Gesprächsrunde zu dem Thema im
"Forum im Zweiten" zusammengestellt und moderiert. Die Witwe von
Prof. Roedemeyer lebte jedenfalls noch in Freiburg und ich habe sie
interviewt. Einer der Teilnehmer war Arnulf Kutsch. Er hatte gerade
über das Thema "Rundfunkwissenschaft im Dritten Reich. Geschichte
des Instituts für Rundfunkwissenschaft der Universität Freiburg"
promoviert. Die Platte mit dem Lale-Andersen-Interview hat mir ein
Winzer in Bickensohl übergeben. In den Kirchturm von Bickensohl im
Kaiserstuhl waren ja mehrere Dokumente aus dem Archiv des
Rundfunkinstituts ausgelagert worden. Irgendwie muss Lale Andersen
dann den Weg zum Winzer gefunden haben. Nun ist sie jedenfalls im
Archivradio angekommen, und da wird sie überleben.“ Das also ist
die Geschichte einer Aufnahme, die zuerst 40 Jahre verschollen war,
dann kurz auftauchte, dann weitere 40 Jahre verschütt ging und die
Stephan Krass jetzt dem Archivradio zur Verfügung gestellt hat.
Deshalb hören wir zunächst Stephan Krass, wie er in den
1980er-Jahren die Geschichte einer Aufnahme von 1942 erzählt – und
dann das historische Interview mit Lale Andersen. Danke an
Christian Collet für den wertvollen Tipp!
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„So entstand "Lili Marleen": Verschollenes Interview mit Lale Andersen aufgetaucht | 26.1.1942“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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