Blind, aber nicht blöd – Mythen und das echte Leben mit
blinden Katzen
Wenn wir hören, dass eine Katze blind ist, entsteht bei
vielen von uns sofort ein Bild im Kopf:
Sie braucht besonders viel Hilfe.
Wir müssen sie beschützen.
Dürfen bloß nichts in der Wohnung verändern.
Müssen aufpassen, dass sie nirgendwo herunterfällt,
sich nicht stößt und überhaupt sicher durch ihren Alltag
kommt.
Aber was, wenn wir blinden Katzen damit manchmal viel
weniger zutrauen, als sie tatsächlich können?
In dieser Folge spreche ich mit Anna, bei der Shadow,
Loki und Odin leben.
Drei Geschwister, zwei davon blind, einer mit einem
verbliebenen Auge – und vor allem drei völlig unterschiedliche
Persönlichkeiten. ️
Wir sprechen darüber, wie viel Selbstständigkeit blinde
Katzen haben können, warum gut gemeinte Hilfe manchmal genau das
Gegenteil bewirkt und weshalb Mitgefühl nicht bedeuten muss,
einer Katze jede Herausforderung abzunehmen.
Denn vielleicht müssen wir nicht ständig fragen: „Was
kann diese Katze wegen ihrer Blindheit nicht?“
Sondern viel häufiger: „Was kann sie – wenn wir ihr die
Chance geben, es selbst herauszufinden?“
Es geht um Klettern und Erkunden, um Möbel, die durchaus
verrückt werden dürfen, um Lebensqualität, kleine Veränderungen
im Verhalten und um die Gefahr, plötzlich alles, was eine Katze
tut, mit ihrer Blindheit zu erklären.
Und natürlich sprechen wir auch schon ein bisschen über
Clickertraining mit blinden Katzen – denn für Anna war eigentlich
nie die Frage, ob Shadow und Loki trainieren können. Sie hat
einfach mit ihnen angefangen. ️
In Teil 2 steigen wir dann noch viel tiefer ins Training
ein.
Und wenn aus dieser Folge nur ein Gedanke hängen bleibt,
dann vielleicht dieser:
Eine blinde Katze braucht nicht automatisch unser
Mitleid. Sie braucht eine Umgebung, in der sie zurechtkommen
kann, Menschen, die hinschauen – und vor allem Menschen, die ihr
etwas zutrauen.
Oder, wie Anna es so wunderbar sagt: „Sie sind blind.
Aber sie sind nicht blöd.“ ️
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