2.Kor 12,9 Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft
wird in der Schwachheit vollkommen! (Sch2000)
Major:12-Dino; 9-Boa
Kommentar von MacDonald (CLV) 12,9 Das Gebet des Paulus wurde
erhört, doch nicht auf die erhoffte Art. Im Grunde sagte Gott zu
Paulus: »Ich werde den Dorn nicht nehmen, sondern dir etwas
Besseres geben: Es ist die Gnade, den Dorn zu ertragen. Und denke
daran: Auch wenn ich dir nicht gegeben habe, worum du gebeten
hast, so gebe ich dir stattdessen, was du am meisten brauchst. Du
möchtest doch, dass meine Kraft und Vollmacht deine Predigt
begleitet, nicht wahr? Nun, die beste Art und Weise, dies zu
erreichen, besteht darin, dass du in Schwachheit gehalten wirst.«
Das war Gottes wiederholte Antwort auf das dreimal geäußerte
Gebet des Paulus. Und so lautet die Antwort Gottes auch heute
noch an sein leidendes Volk auf der gesamten Welt. Besser als die
Wegnahme von Anfechtungen und Leiden ist die Gemeinschaft mit dem
Sohn Gottes, die Zusage seiner Kraft und seine bevollmächtigende
Gnade im Leiden. Man beachte, dass Gott sagt: »Meine Gnade genügt
dir.« Wir brauchen ihn nicht darum zu bitten, uns seine Gnade in
ausreichendem Maße zuzueignen. Sie genügt schon jetzt. Der
Apostel war mit der Antwort des Herrn vollkommen zufrieden und
sagt deshalb: »Sehr gerne will ich mich nun vielmehr meiner
Schwachheiten rühmen, damit die Kraft Christi bei mir wohne.« Als
der Herr ihm die Weisheit seiner Handlungsweise erklärte, sagte
Paulus im Grunde, dass er es nun nicht mehr anders haben wolle.
Deshalb würde er sich nun, statt über den Dorn zu klagen und
dagegen zu murren, sich seiner »Schwachheiten rühmen«. Er würde
auf seine Knie fallen und dem Herrn dafür danken. Er würde sie
froh erdulden, wenn nur die Kraft Christi auf ihm ruhen würde. J.
Oswald Sanders drückt es sehr treffend aus: Die Philosophie der
Welt lautet: »Was man nicht heilen kann, muss man eben ertragen.«
Paulus gibt dagegen das strahlende Zeugnis: »Was man nicht heilen
kann, dessen kann man sich freuen. Ich freue mich der
Schwachheit, der Leiden, der Entbehrungen und der
Schwierigkeiten.« Er bewies, dass Gottes Gnade so wunderbar ist,
dass er neue Möglichkeiten, diese Gnade in ihrer Fülle in
Anspruch zu nehmen, freudig willkommen heißen konnte. »Sehr gerne
rühme ich mich - ja, ich freue mich über – meinen Dorn.«
Emma Pieczynska-Reichenbach (1854-1927), die Frau eines
polnischen Adligen, führte ein langes Leben der Frustration und
Enttäuschungen. Doch der Autor ihrer Biografie zollte ihrem
siegreichen Glauben einen bemerkenswerten Tribut: »Aus den
Dingen, die ihr Gott vorenthielt, machte sie wunderbare
Blumensträuße!« Von unserer menschlichen Natur her gesehen, ist
es für uns ziemlich unmöglich, »Wohlgefallen« an den hier
aufgeführten Erfahrungen zu haben. Doch der Schlüssel zum
Verständnis dieses Abschnitts findet sich in dem Ausdruck »um
Christi willen«. Wir sollten bereit sein, für seine Sache und zur
Förderung des Evangeliums zu leiden, auch wenn wir es uns und
unseren Lieben nicht wünschen würden. Wir sind dann auf die Macht
Gottes am stärksten angewiesen, wenn wir uns unserer eigenen
Schwachheit und Nichtigkeit bewusst sind. Und wenn wir so in
vollständiger Abhängigkeit auf Gott geworfen sind, dann offenbart
sich in uns seine Macht, sodass wir wirklich »stark« sind.
William Wilberforce, der den Kampf zur Abschaffung der Sklaverei
im britischen Königreich führte, war physisch schwach und zart,
doch er hatte einen tiefen Glauben an Gott. Boswell hat von ihm
gesagt: »An ihm sah ich, wie einem schwachen Menschen geradezu
Herkuleskräfte zuflossen!« In diesem Vers gehorcht Paulus dem
Wort des Herrn in Matthäus 5,11.12. Er freute sich, wenn die
Menschen ihn schmähten und verfolgten.
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