4,9 Man kann den Glaubensgeschwistern seine Liebe dadurch
bekunden, dass man ohne Murren »gastfrei« ist. Dieser Rat ist
besonders in Verfolgungszeiten notwendig, wenn vielleicht das
Essen knapp ist. Möglicherweise werden diejenigen, die Christen
Unterschlupf gewähren, verhaftet, kommen ins Gefängnis oder
werden sogar selbst umgebracht. Gastfreundschaft ist ein großes
Vorrecht. Durch praktische Gastfreundschaft haben schon Menschen
unwissend Engel beherbergt (Hebr 13,2). Jede Freundlichkeit, die
einem Kind Gottes erwiesen wird, wird als dem Herrn selbst getan
angesehen (Matth 25,40). Ganz gleich, wie gering die
Freundlichkeit gewesen ist, sie wird großzügig belohnt werden.
Auch wenn es sich nur um einen Becher kalten Wassers handelt, den
man im Namen des Herrn weitergegeben hat, so wird dies belohnt
werden (Matth 10,42). Diejenigen, die einen Propheten nur deshalb
aufnehmen, weil er ein Prophet ist, werden den Lohn eines
Propheten empfangen (Matth 10,41), der nach jüdischer Ansicht
besonders groß war. Viele Christen bezeugen den Segen, den ihre
Familien erlebten, weil sie den Dienern des Herrn
Gastfreundschaft gewährt haben. Jesus lehrte, dass wir diejenigen
aufnehmen sollen, die uns nichts wiedergeben können (Lk 14,12).
Das bedeutet nicht, dass wir niemals Verwandte, Freunde oder
Nachbarn aufnehmen sollen, die uns das vergelten können. Doch
unsere Absicht sollte darin bestehen, im Namen des Herrn Jesus
den Menschen gegenüber freundlich zu sein, ohne auf eine
Gegeneinladung zu spekulieren. Sicher ist es jedoch fraglich, ob
die Gläubigen ständig Feste und Partys mit ihren Freunden feiern
sollten, während große Teile der Welt noch nicht evangelisiert
sind.
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