1Thes 4,3-5 Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, dass
ihr euch der Unzucht enthaltet; dass es jeder von euch versteht,
sein eigenes Gefäß in Heiligung und Ehrbarkeit in Besitz zu
nehmen, nicht mit leidenschaftlicher Begierde wie die Heiden, die
Gott nicht kennen; (Sch 2000)
Kommentar von MacDonald (CLV) 4,3 »Gottes Wille« für sein Volk
ist seine »Heiligung«. Wer etwas heiligt, sondert es zum
göttlichen Gebrauch aus. In gewissem Sinne sind alle Gläubigen
für den Dienst des Herrn von der Welt abgesondert worden. Das
wird als »geheiligte Stellung« bezeichnet. Sie ist vollkommen und
vollendet (1. Kor 1,2; Hebr 10,10). Dennoch sollten sich die
Gläubigen auch selbst heiligen, d. h., sie sollten sich von allen
Formen der Sünde absondern. Das wird als »praktische« oder
»fortschreitende Heiligung« bezeichnet. Diese Heiligung ist ein
Prozess, der bis zur Wiederkunft des Herrn weitergeht. In diesem
Sinne wird das Wort »Heiligung« in Vers 3 verwendet. (Vgl. die
Abhandlung über Heiligung unter 5,23.). Die besondere Sünde, vor
der Paulus warnt, ist unrechtmäßige sexuelle Betätigung, in
diesem Abschnitt wahrscheinlich mit Ehebruch gleichzusetzen. Sie
ist eine der Hauptsünden der heidnischen Welt. Die hier
befindliche Ermahnung (»dass ihr euch von der Unzucht
fernhaltet«) ist heute noch genauso nötig wie in der Gemeinde des
1. Jahrhunderts. 4,4 Der christliche Grundsatz lautet: ». . .
dass jeder von euch sich sein eigenes Gefäß in Heiligkeit und
Ehrbarkeit zu gewinnen wisse.« Das Wort »Gefäß« kann entweder
»Ehefrau« oder aber den eigenen Leib des Mannes bedeuten. Es wird
für »Ehefrau« in 1. Petrus 3,7 und für den Leib in 2. Korinther
4,7 benutzt. Die meisten deutschen Übersetzungen (soweit sie
nicht wörtlich übersetzen) geben »Gefäß« mit »Ehefrau« wieder,
Hans Bruns bietet in seiner Bibelübersetzung jedoch beide
Wiedergabemöglichkeiten als Alternative: Ein jeder habe seine
eigene Frau und lebe mit ihr in Heiligung und Ehren (andere
Übersetzung: »jeder von euch halte seinen eigenen Leib rein in
Heiligung und Zucht«)!
Wenn wir den Kontext entscheiden lassen, dann bedeutet »Gefäß«
Ehefrau des Mannes. Hier wird gelehrt, dass jeder Mann seine Frau
ehrbar und ordentlich behandeln soll und niemals irgendeine Form
ehelicher Untreue zulassen darf. Damit wird die Einehe als Gottes
Wille für die Menschheit bestätigt (s. a. 1. Kor 7,2). 4,5 Die
christliche Sicht der Ehe steht im scharfen Kontrast zur
entsprechenden Anschauung der Gottlosen. Ein Exeget sagte dazu:
»Als Jesus seine Hände auf die Frau in Lukas 13,13 legte, wurde
sie gerade. Wenn ein heidnischer Mann eine Frau berührt, dann
wird sie verkrümmt.« »Die Nationen« sehen die Sexualität als ein
Mittel an, die Leidenschaft der Lust zu befriedigen. Für sie
bedeutet Keuschheit Schwäche, und Ehe ist ein Mittel, Sünde zu
legalisieren. Durch ihre schmutzigen Unterhaltungen und die
obszönen Kritzeleien auf den Wänden öffentlicher Gebäude gefallen
sie sich in ihrer Schande.
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