Tit 3,5 da hat er uns — nicht um der Werke der Gerechtigkeit
willen, die wir getan hätten, sondern aufgrund seiner
Barmherzigkeit — errettet durch das Bad der Wiedergeburt und
durch die Erneuerung des Heiligen Geistes, (SCH2000)
Kommentar von MacDonald (CLV) 3,5 Er »errettete uns« von der
Schuld und Strafe für alle unsere Sünden – für die vergangenen,
die gegenwärtigen und die zukünftigen. Sie lagen, als der Herr
starb, alle noch in der Zukunft, und sein Tod geschah trotzdem
für all diese Sünden. Doch eine der einfachsten Wahrheiten des
Evangeliums ist für den Menschen am schwierigsten anzunehmen.
Diese Errettung geschieht »nicht« aufgrund von »Werken«; man wird
nicht Christ, wenn man ein christliches Leben führt. Es sind
nicht die guten Menschen, die in den Himmel kommen. Das
durchgehende Zeugnis der Bibel lautet, dass sich der Mensch das
Heil nicht verdienen kann (Eph 2,9; Röm 3,20; 4,4.5; 9,16; 11,6;
Gal 2,16; 3,11). Der Mensch kann sich nicht selbst durch gute
Werke erlösen, alle seine gerechten Taten sind vor Gott wie ein
beflecktes Kleid, Lumpen gleich (Jes 64,5). Er kann nicht Christ
werden, indem er ein christliches Leben führt, und zwar aus dem
einfachen Grund, dass niemand von sich aus die Kraft hat, ein
solches Leben zu führen. Nicht die Guten kommen in den Himmel,
sondern Sünder, die durch Gottes Gnade erlöst worden sind! Mit
guten Werken verdienen wir uns nicht das Heil. Vielmehr sind sie
das Ergebnis der Erlösung. Wo immer es wahre Errettung gibt, wird
es auch gute Werke geben. So können wir lesen, dass Gott uns
»nicht aus Werken« rettete, »die, in Gerechtigkeit vollbracht,
wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit«. Die
Erlösung geschieht aus Gnade – nicht aufgrund der Gerechtigkeit.
Die Gerechtigkeit verlangt, dass die verdiente Strafe auch
vollzogen wird; die Gnade dagegen schenkt eine Möglichkeit, das
die Bestrafung abgewendet wird und dennoch die Gerechtigkeit
gewahrt bleibt. Gott rettete uns »durch die Waschung der
Wiedergeburt«. Aufgrund der Bekehrung wird etwas wirklich Neues
geschaffen (2. Kor 5,17), und hier wird uns diese Neuschöpfung im
Bild der Waschung gezeigt. Es ist dasselbe Bild, das auch der
Herr Jesus benutzt hat, als er die Jünger lehrte, dass es nur ein
Bad der Wiedergeburt gibt, doch viele notwendige Reinigungen von
Verunreinigung (Joh 13,10). Dieses Bad der Wiedergeburt hat
nichts mit der Taufe zu tun. Es geht hier nicht um eine leibliche
Reinigung durch Wasser, sondern eine moralische Reinigung durch
das Wort Gottes (Joh 15,3). Die Taufe ist noch nicht einmal ein
Symbol für dieses Bad, sondern zeigt stattdessen, dass wir mit
Christus in den Tod begraben worden sind (Röm 6,4). Unsere
Wiedergeburt wird auch »Erneuerung des Heiligen Geistes« genannt.
Der Geist Gottes bewirkt eine wunderbare Veränderung – und zwar
nicht, indem er dem alten Menschen neue Kleider anzieht, sondern
indem er diese neuen Kleider einem neuen Menschen anlegt! Der
Heilige Geist vollbringt die Wiedergeburt, und das Wort Gottes
ist das Mittel dazu.
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