Tit 2,11-12 Denn die Gnade Gottes ist erschienen, die
heilbringend ist für alle Menschen; sie nimmt uns in Zucht, damit
wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und
besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in der jetzigen
Weltzeit, (SCH2000)
Kommentar von MacDonald (CLV) 2,11 Die nächsten vier Verse zeigen
ein wunderbares Bild unserer Erlösung. Doch wenn wir diesen
literarischen Edelstein bewundern, dürfen wir ihn nicht aus
seiner Fassung (d. h. aus dem Zusammenhang) entfernen. Paulus hat
alle Glieder der Familie Gottes zu konsequenter Umsetzung der
christlichen Lehre aufgefordert. Nun zeigt er, dass eines der
großen Ziele unserer Errettung darin besteht, ein Leben in
völliger Heiligung hervorzubringen. »Denn die Gnade Gottes ist
erschienen.« Hier ist die Gnade Gottes praktisch gleichbedeutend
mit dem Sohn Gottes. Gottes Gnade »erschien«, als der Herr Jesus
auf unsere Erde kam, und insbesondere, als er sich selbst für
unsere Sünden hingab. Er erschien zum Heil für alle »Menschen«.
Sein stellvertretendes Werk reicht für die Erlösung aller aus.
Allen wird die Vergebung angeboten. Doch nur diejenigen, die ihn
wirklich als Herrn und Heiland annehmen, werden gerettet. Weder
hier noch anderswo in der Bibel wird angedeutet, dass einmal alle
Menschen errettet werden. Die Allversöhnung ist eine Lüge Satans.
2,12 Dieselbe Gnade, die uns errettet, unterweist uns auch in der
Schule der Heiligung. Es gibt Verbote in dieser Schule, deren
Befolgung wir lernen müssen. Das erste Verbot gilt der
»Gottlosigkeit«, d. h., dass wir nicht so leben dürfen, als gäbe
es Gott nicht. Das zweite Verbot betrifft die »weltlichen Lüste«
– nicht nur sexuelle Sünden, sondern auch das Streben nach
Reichtum, Macht, Vergnügen, Ruhm und allem anderen, was
grundsätzlich dem weltlichen Bereich angehört. Auf der Seite der
Gebote lehrt uns die Gnade, »besonnen und gerecht« anderen
gegenüber zu leben, und »gottesfürchtig« im Licht der Gegenwart
Gottes zu sein. Dies sind die Tugenden, die uns in dieser Welt
kennzeichnen sollen, in der sich alle Maßstäbe auflösen. Diese
Welt ist der Ort, den wir als Pilger durchziehen, und nicht
unsere Heimat.
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