1.Tim 2,1-2 So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen Bitten,
Gebete, Fürbitten und Danksagungen darbringe für alle Menschen,
für Könige und alle, die in hoher Stellung sind, damit wir ein
ruhiges und stilles Leben führen können in aller Gottesfurcht und
Ehrbarkeit; (SCH2000)
Kommentar von MacDonald (CLV) 2,1 Gebet »für alle Menschen« ist
sowohl ein Vorrecht wie auch eine Verpflichtung. Es ist nichts
als ein Vorrecht für uns, dass Gott uns hört, wenn wir für unsere
Mitmenschen bitten. Und es ist auch eine Verpflichtung, denn wir
sind Schuldner aller in Bezug auf die Gute Nachricht vom Heil.
Der Apostel nennt vier Aspekte des Gebets – »Flehen, Gebete,
Fürbitten, Danksagungen«. Es ist ziemlich schwierig, zwischen den
ersten drei Aspekten zu unterscheiden. Im modernen Sprachgebrauch
denkt man bei Flehen an ernstliches und anhaltendes Bitten, doch
ist hier mehr an besondere Bitten für bestimmte Nöte gedacht. Das
Wort, das hier mit »Gebete« wiedergegeben ist, ist ein sehr
allgemeines Wort, das alle Arten der respektvollen Annäherung
umfasst. »Fürbitten« beschreibt die Form von Bitten, worin wir
uns vor Gott für andere verwenden. »Danksagungen« beschreibt
Gebete, in denen wir uns an die Gnade und Freundlichkeit unseres
Herrn erinnern und unser Herz in Dankbarkeit vor ihm ausschütten.
Wir könnten diesen Vers also zusammenfassen, indem wir sagen,
dass wir in unserem Gebet für alle Menschen von Demut, Anbetung,
Vertrauen und Dankbarkeit geprägt sein sollten. 2,2 Hier werden
»Könige und alle, die in Hoheit sind«, besonders erwähnt. Sie
sollten in unseren Gebeten einen besonderen Platz einnehmen. An
anderer Stelle hat Paulus uns daran erinnert, dass die
Obrigkeiten von Gott eingesetzt sind (Röm 13,1) und uns zum
Besten dienen (Röm 13,4). Dieser Vers bekommt eine besondere
Note, wenn wir uns daran erinnern, dass er zur Zeit Neros
geschrieben wurde. Die furchtbaren Verfolgungen, denen die
Christen unter diesem Schreckensherrscher ausgesetzt waren,
hatten keinen Einfluss auf die Tatsache, dass Christen für ihre
Obrigkeit beten sollen. Das NT lehrt, dass ein Christ der für ihn
zuständigen Obrigkeit gehorchen muss, es sei denn, diese
Obrigkeit fordert von ihm, Gott ungehorsam zu sein. Dann muss der
Christ in erster Linie Gott gehorchen. Ein Christ sollte sich
nicht an Revolutionen oder Gewaltanwendung gegen die Obrigkeit
beteiligen. Er darf sich jedoch einfach weigern, einer Anweisung
zu gehorchen, die dem Wort Gottes entgegensteht. In diesem Fall
soll er still und unterwürfig die entsprechenden Folgen tragen.
Der Grund, den der Apostel dafür anführt, dass wir für unsere
Regierenden beten sollen, lautet: ». . . damit wir ein ruhiges
und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und
Ehrbarkeit.« Es ist zu unserem Besten, wenn eine Obrigkeit stabil
ist und das Land vor Revolutionen, Bürgerkrieg, Unordnung und
Anarchie bewahrt wird.
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