2.Tim 3,16-17 Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich
zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung
in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet
sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet. (SCH2000)
Kommentar von MacDonald (CLV) 3,16 Wenn Paulus von der ganzen
»Schrift« spricht, dann bezieht er sich auf das vollständige AT
und auch auf die Teile des NT, die damals schon existierten. In
1. Timotheus 5,18 zitiert er das Lukasevangelium (10,7) als
Schriftstelle. Und Petrus spricht von den Paulusbriefen als
»Schrift« (2. Petr 3,16). Heute können wir gerechtfertigterweise
den Vers auf die gesamte Bibel beziehen. Dies ist einer der
wichtigsten Verse der Bibel zum Thema Inspiration. Er lehrt, dass
die Schrift von Gott »eingehaucht« wurde. Auf wunderbare Weise
hat Gott sein Wort den Menschen vermittelt und sie geleitet, es
festzuhalten, indem sie es niederschrieben. Was sie schrieben,
war ganz Wort Gottes, inspiriert und unfehlbar. Es stimmt zwar,
dass der individuelle Schreibstil der Verfasser nicht
unberücksichtigt blieb, doch ist es ebenso wahr, dass genau jene
Worte, die sie verwendeten, vom Heiligen Geist »eingegeben«
wurden. So lesen wir in 1. Korinther 2,13: »Davon reden wir auch,
nicht in Worten, gelehrt durch menschliche Weisheit, sondern in
Worten, gelehrt durch den Geist, indem wir Geistliches durch
Geistliches deuten.« Wenn diese Verse überhaupt eine Bedeutung
haben, dann diese, dass die inspirierten Autoren Worte
gebrauchten, die der Heilige Geist sie lehrte. Das ist mit
Verbalinspiration gemeint. Die Autoren der Bibel legten nicht
ihre eigene Lehrinterpretation dar, sondern schrieben die
Botschaft nieder, die ihnen von Gott gegeben war. »Indem ihr dies
zuerst wisst, dass keine Weissagung der Schrift aus eigener
Deutung geschieht. Denn niemals wurde eine Weissagung durch den
Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern von Gott her
redeten Menschen, getrieben vom Heiligen Geist« (2. Petr
1,20.21). Es ist falsch, wenn man sagt, dass Gott einfach den
einzelnen Schreibern seine Gedanken eingegeben und ihnen erlaubt
habe, diese Gedanken mit ihren eigenen Worten auszudrücken. Die
Wahrheit, worauf die Schrift nachdrücklich besteht, lautet: Jedes
einzelne Wort, das »Gott« den Menschen gegeben hat, wurde von ihm
eingehaucht. Weil die Bibel das Wort Gottes ist, erweist sie sich
als »nützlich«. Jeder Teil davon ist »nützlich«. Obwohl man sich
fragen mag, inwieweit das auf die Ahnentafeln und unverständliche
Abschnitte zutrifft, wird doch der vom Geist gelehrte Verstand
erkennen, dass in jedem Wort, das vom Mund Gottes ausgegangen
ist, geistliche Nahrung steckt. Die Bibel ist »nützlich zur
Lehre«. Sie zeigt, wie Gott über solche Themen wie Dreieinheit,
Engel, den Menschen, die Sünde, die Errettung, die Heiligung, die
Gemeinde und die Zukunft denkt. Außerdem ist sie »nützlich zur
Überführung«. Wenn wir die Bibel lesen, so spricht sie eindeutig
zu uns über die Dinge in unserem Leben, die Gott nicht gefallen.
Auch ist sie nützlich, um Irrlehren zurückzuweisen und dem
Versucher zu antworten. Ferner ist das Wort »nützlich zur
Zurechtweisung«. Es zeigt uns nicht nur, was wir falsch machen,
sondern weist uns auch den Weg, wie wir unser Handeln verbessern
können. Z. B. sagt die Schrift nicht nur: »Wer gestohlen hat,
stehle nicht mehr«, sondern sie fügt hinzu: »Er mühe sich
vielmehr und wirke mit seinen Händen das Gute, damit er dem
Bedürftigen etwas mitzugeben habe.« Der erste Teil des Verses
stellt eine »Überführung« dar, während der zweite die
»Zurechtweisung« enthält. Schließlich ist die Bibel »zur
Unterweisung in der Gerechtigkeit« nützlich. Die Gnade Gottes
lehrt uns, gottesfürchtig zu leben, doch das Wort Gottes zeigt
uns die Details, die ein gottesfürchtiges Leben ausmachen. 3,17
Durch das Wort kann der »Mensch Gottes vollkommen« oder reif
werden. Er ist »völlig zugerüstet« mit allem, was er benötigt, um
»jedes gute Werk« zu vollbringen, was dem Ziel seiner Errettung
entspricht (Eph 2,8-10). Dies steht im scharfen Kontrast zur
modernen Vorstellung, dass man sich durch akademische Abschlüsse
»zurüsten« könne. Lenski schreibt: Die Schrift ist deshalb völlig
unvergleichlich. Kein anderes Buch, keine Bibliothek oder sonst
etwas anderes in der Welt ist in der Lage, den Sünder zum Heil zu
führen. Keine andere Schrift, welchen Nutzen sie auch immer haben
mag, ist dazu nützlich, weil ihr die Inspiration Gottes fehlt:
Die Schrift allein lehrt uns die wahren Fakten der Erlösung. Sie
weist die Lügen und Illusionen zurück, die diese Tatsachen
leugnen wollen. Sie bringt den Sünder oder gefallenen Christen
erstmals oder wieder in die Stellung von Aufrichtigen. Und sie
lehrt, unterweist und macht uns zu Jüngern in wahrer
Gerechtigkeit.
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