Ps 77,10-12 Hat denn Gott vergessen, gnädig zu sein, und im Zorn
seine Barmherzigkeit verschlossen? Und ich sage: Ich will das
erleiden Ich will gedenken an die Taten des HERRN; ja, ich
gedenke an deine Wunder (SCH2000)
Kommentar von MacDonald (CLV) 77,8-11 Die erste entspringt der
schrecklichen Vorstellung, der Herr habe ihn vielleicht auf ewig
verstoßen. Die zweite fragt, ob Gott aufgehört hat, gnädig zu
sein. Als Nächstes fragt er sich, ob Gott seine Verheißungen für
ungültig erklärt hat. Weiter schießt ihm der aufdringliche
Gedanke durch den Kopf, Gott habe vielleicht vergessen, gnädig zu
sein. Und schließlich fragt er, ob Gottes Zorn den Strom seiner
Barmherzigkeit verstopft hat. Und er antwortet sich selbst, dass
es so sein müsse. Die Rechte des Höchsten hat sich geändert. Sein
ganzer Kummer lässt sich damit erklären, dass Gott ihm gegenüber
sein Verhalten geändert hat. 77,12-14 Doch in Vers 12 finden wir
einen geistlichen Wendepunkt, vergleichbar dem Übergang von Römer
7 zu Römer 8. Nachdem ihn die Selbstbespiegelung in tiefste
Verzagtheit geworfen hat, wendet Asaf seine Augen nun himmelwärts
und entschließt sich, über Gottes Eingreifen zugunsten seines
Volkes nachzudenken, wenn es in der Vergangenheit in Engpässe
geraten war. Dies führt ihn sogleich dazu, anzuerkennen, dass
Gott heilig ist, dass alles, was er tut, vollkommen, gerecht und
gut ist. Er macht keine Fehler.
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