1.Petr 2,11 Geliebte, ich ermahne euch als Gäste und Fremdlinge:
Enthaltet euch der fleischlichen Begierden, die gegen die Seele
streiten; (SCH2000)
Kommentar von William MacDonald (CLV) 2,11 Fast der gesamte Rest
des 1. Petrusbriefes beschäftigt sich mit dem Verhalten, das die
Christen in den verschiedenen Lebenssituationen charakterisieren
sollte. Petrus erinnert die Gläubigen daran, dass sie »Fremdlinge
und Pilger« (LU 1984) in dieser Welt sind und diese Tatsache ihr
gesamtes Verhalten prägen sollte. Sie sind in dem Sinne
»Fremdlinge«, dass sie in einem fremden Land leben, in dem sie
keine Bürgerrechte haben. Sie sind Pilger in dem Sinne, dass sie
gezwungen sind, für eine Weile an einem Ort zu leben, der nicht
ihre ständige Heimat ist. Die alten Lieder erinnern uns an unsere
Pilgerschaft. Z. B.: Himmelan geht unsre Bahn; wir sind Gäste nur
auf Erden, bis wir dort nach Kanaan durch die Wüste kommen
werden. Hier ist unser Pilgrimstand, droben unser Vaterland!
Himmelan, schwingt sich der Geist, Ruhe find´t er nicht
hienieden, und all das, was irdisch heißt, gibt der Seele keinen
Frieden. Ein von Gott erleucht´ter Sinn kehrt zu seinem Ursprung
hin.
nach Benjamin Schmolck Doch diese Gedanken sind aus unseren
heutigen Gemeindeliedern fast verschwunden. Wenn sich die
Gemeinde in der Welt eingerichtet hat, dann schwingt in unseren
Augen ein heuchlerischer Unterton mit, falls wir von etwas
singen, das über unsere Praxis hinausgeht. Wenn wir die Ermahnung
lesen, uns »der fleischlichen Lüste, die gegen die Seele
streiten«, zu enthalten, dann denken wir sofort an sexuelle
Sünde. Doch es handelt sich hier um wesentlich mehr Sünden. Die
Ermahnung bezieht sich auf jeden Wunsch, der nicht mit dem Willen
Gottes übereinstimmt. Dazu gehören zum Beispiel übermäßige
Genusssucht beim Essen oder Trinken, die Angewohnheit, dem Körper
übermäßig viel Schlaf zu gönnen, die Sucht nach Anhäufung
materiellen Eigentums oder das Streben nach weltlichen
Vergnügungen. All dies streitet fortwährend gegen unser
geistliches Wohlergehen. Diese Sünden behindern die Gemeinschaft
mit Gott und verzögern das geistliche Wachstum.
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