Nimm dich einmal mit dem Handy auf und hör es dir an. Fast jedes
Kind sagt dann dasselbe: Das bin ich nicht. Robin und Lou gehen der
Sache nach - und die Antwort ist nicht, dass das Handy schlecht
ist. Es ist etwas viel Schöneres. Deine Stimme nimmt zwei Wege zu
dir. Einer geht durch die Luft, raus in die Welt und ins Ohr von
allen anderen. Der zweite läuft durch deinen Kiefer und deinen
Schädel, von innen direkt in dein Ohr. Forschende nennen das
Knochenschall. Und dieser zweite Weg geht nie raus - kein Mikrofon
draußen kann ihn aufnehmen. Eine Aufnahme ist deshalb nicht falsch.
Sie ist nur die eine Hälfte. Der Beweis geht sofort, im Hören:
Handflächen auf die Ohren legen - nur auflegen, nicht drücken - und
weitersprechen. Es wird lauter und voller. Das ist der
Okklusionseffekt: Der Schall, der durch deinen Kopf kommt, kann
beim offenen Ohr wieder nach draußen entweichen. Verschließt du das
Ohr, bleibt er drin. Deshalb hörst du ihn plötzlich so deutlich.
Und dann korrigiert sich Robin selbst. Fast überall steht, die
eigene Stimme klinge für einen selbst viel tiefer. Das hatte er
auch geglaubt. Eine Messung von 2025 hat zweiundzwanzig Menschen
die Tonhöhe ihrer eigenen Stimme schätzen lassen: Der Unterschied
war im Schnitt nicht mal ein ganzer Halbton. Es ist also nicht die
Höhe. Es ist die Klangfarbe - der Weg durch den Kopf bringt Töne
mit, die draußen keiner hört. Am Ende gehört die Folge den Kindern,
die das längst kennen: wer ein Hörgerät oder ein Cochlea-Implantat
trägt, kennt das Dröhnen der eigenen Stimme aus dem Alltag. Für
Forschende ist das eine der schwersten Aufgaben überhaupt - und es
gibt sich, anders als oft gesagt wird, bei vielen nicht von selbst.
Wer nicht hört, macht denselben Versuch mit der Hand am Hals und
fühlt dieselbe Schwingung. Beide Wege sind richtig. Das hörst du in
dieser Folge Der Selbsttest, der im Hören funktioniert: Hände auf
die Ohren, weitersprechen Warum es dabei lauter wird - und warum
„der Luftweg fällt weg" die falsche Erklärung ist Knochenschall:
der Weg, den nur du hast Eine Messung im Gehörgang von 2010 - und
was sie über die Mitte der Tonlage sagt Robin gibt einen eigenen
Irrtum zu: Es ist nicht die Höhe Klangfarbe - warum du deine Oma am
Telefon nach einem Wort erkennst Warum viele Menschen keine
Sprachnachrichten mögen Kinder mit Hörgerät und Implantat als die
Fachleute dieser Folge Und der Satz zum Schluss: die Stimme, die
alle kennen, kennst du am wenigsten Für wen ist diese Folge? Für
neugierige Kinder ab 6 Jahren, die gern etwas an sich selbst
ausprobieren. Für Eltern und Großeltern zum Mitmachen - der Versuch
funktioniert bei Erwachsenen genauso. Für Lehrkräfte in
Sachunterricht, Musik und Biologie Klasse 1 bis 6 als Einstieg in
Schall und Hören. Spielzeit rund 14 Minuten. Probier das mal selbst
- die Mitmach-Aufgabe Erstens: Leg beide Handflächen auf die Ohren.
Nur auflegen, nicht drücken - und nichts ins Ohr stecken. Dann sag
ganz lang „iiiii", danach ganz lang „aaaaa". Achte darauf, welches
mehr dröhnt. Zweitens, wenn du magst: Nimm einen Satz von dir auf
und hör ihn dir an. Du musst nicht. Und wenn du es machst: Die
Aufnahme ist nur für dich, du musst sie niemandem zeigen. Nicht
laut aufdrehen. Drittens, und das geht bei jedem: Leg die Hand ganz
leicht an den Hals - nur auflegen, nicht drücken - oder oben auf
den Kopf, und summe. Hören oder fühlen: beides zeigt dasselbe.
Kapitel 00:00 Kurz vorweg00:12 „Das bin ich nicht"00:46 Wirklich
wahr! Begrüßung01:04 Ist es das Handy? Der Gegenbeweis02:33 Der
Wow-Moment: Hände auf die Ohren04:28 Drei Messungen06:46 Nicht die
Höhe - die Klangfarbe07:55 Probier das mal selbst08:51 Wer das
längst kennt: Hörgerät und Implantat10:23 Der ehrliche Teil11:11
Zum Weitererzählen11:50 Wirklich-Wahr-Stempel: unsere Quellen12:23
Schreib uns12:45 Outro und Cliffhanger zur Mittwochs-Folge Häufige
Fragen zu dieser Folge Warum wird die eigene Stimme lauter, wenn
ich die Ohren zuhalte? Weil der knochengeleitete Anteil beim
offenen Ohr aus dem Gehörgang wieder entweicht. Ist das Ohr
verschlossen, kann er nicht raus, und der Schalldruck im Gehörgang
steigt - besonders bei tiefen Anteilen. Das heißt Okklusionseffekt.
Die oft gehörte Erklärung „der Luftweg fällt weg, der Knochenweg
bleibt übrig" ist falsch: einen Weg wegzunehmen macht nichts
lauter. Klingt meine Stimme für mich wirklich tiefer? Kaum. Eine
Messung an zweiundzwanzig Menschen (Royal Society Open Science,
2025) fand im Schnitt weniger als einen Halbton Unterschied - und
eine große Streuung zwischen Personen. Der Unterschied, den du
hörst, ist die Klangfarbe, nicht die Tonhöhe. Um wie viel klingt
meine Stimme anders? Das sagen wir bewusst nicht. Gemessen ist die
Tonhöhe. Für den Gesamtklang gibt es keine Zahl - die Forschung
hält selbst fest, dass der akustische Beitrag der Knochenleitung
noch nicht vollständig beschrieben ist. Warum dröhnt die eigene
Stimme mit Hörgerät? Weil das Ohrpassstück im Gehörgang etwas
Ähnliches macht wie die Hände beim Selbsttest - bei geschlossener
Versorgung mehr, bei offener weniger. Eine Untersuchung von 2020
(Trends in Hearing) zeigt außerdem, dass sich das bei vielen
Menschen nicht von selbst gibt. Deshalb arbeiten Forschende genau
daran. Und beim Cochlea-Implantat? Der Weg durch die Luft kommt
über den Prozessor. Die Schwingung im Kopf ist trotzdem da - sie
ist fühlbar. Als Hörweg ist die Knochenleitung bei einem Implantat
in der Regel nicht erhalten, weil sie eine funktionierende Cochlea
braucht. Kann man den Knochenschall aufnehmen? Draußen nicht. Es
gibt Mikrofone im Ohr und am Knochen, mit denen Forschende genau
das messen - unter anderem in Oldenburg und Aachen. Ein Handy, das
vor dir liegt, hat nur den Luftweg. Wenn dir diese Folge gefällt,
hör auch Folge 043 - Frag nach! Warum können wir unsere eigene Nase
nicht sehen? Folge 042 - Was ist da los? Warum Schleim das
Schlauste ist, was dein Körper baut Folge 037 - Frag nach! Deine
Nase kann 1 Billion Düfte Quellen und Belege Neamaalkassis,
Boubenec, Fiebach, Muralikrishnan & Tavano (2025), Royal
Society Open Science - die Tonhöhe der eigenen Stimme, gemessen an
22 Personen (Open Access) Reinfeldt, Östli, Håkansson &
Stenfelt (2010), J. Acoust. Soc. Am. - Luft- und Knochenleitung
beim eigenen Sprechen, gemessen im Gehörgang (Abstract frei) Blau,
Roden, Hauenschild, Kersten, Rehman, Vorländer & Fels (2025),
Acta Acustica - der Okklusionseffekt der eigenen Stimme, Jade
Hochschule Oldenburg und RWTH Aachen (Open Access) Hengen,
Hammarström & Stenfelt (2020), Trends in Hearing - die eigene
Stimme mit Hörgerät, und warum sich das nicht von selbst gibt (Open
Access) Vera Siegler (2008), Spektrum der Wissenschaft - Luftschall
und Knochenschall auf Deutsch erklärt Orepic & Pinheiro (2026),
Perspectives on Psychological Science - Übersicht zur Wahrnehmung
der eigenen Stimme (Open Access) Wer steckt hinter Wirklich wahr!?
Wirklich wahr! ist der Wissenspodcast für Kinder ab 6 Jahren. Robin
und Lou nehmen euch dreimal pro Woche mit auf Neugier-Reisen -
montags Wow!, mittwochs Was ist da los?, freitags Frag nach!.
Staffel 4 heißt „Dein Körper weiß mehr als du denkst" und läuft vom
7. September bis 2. Oktober 2026. Wir sagen dir bei jedem Fakt,
woher er kommt und wie sicher sich die Forschung schon ist. Und
wenn wir uns geirrt haben, sagen wir das auch - in dieser Folge
korrigiert Robin sich mitten im Skript. Schreib uns! Du hast auch
eine Frage? Schick sie an post@hearooz.de. Vielleicht wird daraus
eine ganze Folge. Eine Produktion von KB&B - Family Marketing
Experts für das Podcastlabel HEAROOZ. Mehr auf hearooz.de. Die
Stimmen in diesem Podcast sind KI-generiert. Alle Inhalte werden
vor der Produktion von Menschen recherchiert und geprüft. Mehr dazu
auf hearooz.de.
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