Andreas Barth
Gnade: griech. cháris: im Sinne einer Gunst, die umsonst erwiesen
wird und keine Erwartung hat, von dem Beschenkten auf diese oder
jene Weise erwidert zu werden. Ihr ganzes Motiv liegt in der
Freundlichkeit und Freigiebigkeit des Gebers.
Gnade ist immer positiv, für den Beschenkten. Manchmal auch in
dem Sinne, dass jemand von etwas belastenden erlöst/frei wird.
Gott gab Paulus einen Dorn (Splitter, Stachel) ins Fleisch. Er
interpretierte es so, dass Gott damit verhindern wollte, dass er
sich auf seine „Offenbarungen“ nicht etwas einbilden sollte.
Stattdessen sollte Paulus verstehen, dass Gottes Gnade genügt,
denn seine Kraft wird in Schwachheit vollbracht. (1.Kor. 12,7-9).
David, der fromm, aber nicht sündfrei war, erlebte die Gnade
Gottes in vielfältiger Form. Aus Gottes Gnade erwies er anderen
Menschen selbiges. In 2.Samuel 9 finden wir eine erstaunliche
Begebenheit, in der er dem ehemaligen König Saul wegen eines
Versprechens gegenüber dessen Sohn und seinem Freund Jonathan,
Gnade gegenüber einem seiner Nachkommen erwies. Er hielt sich
nicht nur an sein Versprechen, dem Bund mit Jonathan, sondern gab
das an jemanden weiter, was er selber erlebte: Die Gnade Gottes.
Auch wir sind herausgerufen, mehr um mehr in Gnade zu wachsen.
Dietrich Bonhoeffer beschrieb Gnade als ein „unverdientes“
Geschenk. Und genau das ist sie auch. Daher fordert uns Gott
heraus, nicht nur zu denen gut zu sein, die wir ohnehin Freunde
nennen, sondern auch gerade gegenüber Menschen, die es nicht
zwingend verdient haben.
Mehr dazu auf unserer Website
Gottesdienst, sonntags 10 Uhr, Obersaal (über den Nahkauf -
Weimar, Röhrstraße 21
www.fcg-weimar.de
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