BESCHREIBUNG (identisch für beide)
Ein Auftragsbuch sagt dir, ob du Arbeit hast. Es sagt dir nichts
darüber, ob du in acht Wochen zahlungsfähig bist.
Volle Auftragsbücher und trotzdem ein Konto, das nicht mitkommt:
Das ist kein Widerspruch, sondern der Normalfall in Betrieben,
die wachsen. Umsatz und Liquidität sind zwei verschiedene Dinge,
und der Abstand dazwischen entscheidet, ob du entscheidest oder
nur noch reagierst.
In dieser Folge rechne ich einen Beispielmonat vollständig durch.
Material, Personal inklusive Arbeitgeberanteil, laufende Kosten,
die monatliche Rate für die Finanzierung. Dazu die Fälligkeiten,
die nicht mit deinem Geschäft atmen: Sozialversicherung mitten im
Monat, Lohnsteuer kurz danach, Zahlungseingang irgendwann.
Am Ende steht ein Werkzeug, das kein Programm braucht und
trotzdem mehr zeigt als eine Jahresauswertung.
Ich bin Metallbaumeister und war ab 2018 Geschäftsführer eines
übernommenen Betriebs. Genau an dieser Stelle habe ich
unterschätzt, wie weit Umsatz und Zahlungsfähigkeit
auseinanderliegen können.
Kapitelüberschriften (Zeitstempel werden nach der Aufnahme anhand
der fertigen Datei ergänzt):
Ein guter Monat und trotzdem kein Geld
Eine Entscheidung, die ich nicht getroffen habe
Was von 65.000 Euro übrig bleibt
60 bis 90 Tage Vorleistung
Warum ein guter Monat trotzdem knapp wird
Die Vorschau über 13 Wochen
Was ich damals unterschätzt habe
Die Rechnung zum Mitrechnen. Alle Werte sind gerundete Annahmen
und stammen nicht aus einem echten Betrieb. Im Video nenne ich
nur die Eckwerte, hier steht die vollständige Aufstellung.
Nettoumsatz im Monat: 65.000 Euro
Material, angenommen rund 38 Prozent, Spanne im Metallbau 35 bis
40 Prozent: 25.000 Euro
Bruttolöhne: 20.000 Euro
Arbeitgeberanteil Sozialversicherung inklusive Umlagen,
angenommen 22 Prozent: 4.400 Euro
Personalkosten gesamt, ohne Geschäftsführergehalt: 24.400 Euro
Sonstige Betriebskosten: 8.000 Euro
Summe der Kosten: 57.400 Euro
Rest vor der Finanzierungsrate, Steuern und Unternehmerlohn:
7.600 Euro
Quartalsrate für die Finanzierung: rund 5.400 Euro
Monatsanteil der Rate: rund 1.800 Euro
Verbleibt nach der Rate: rund 5.800 Euro
Davon rund 4.500 Euro Unternehmerlohn und rund 1.300 Euro Puffer,
vor Steuer
Zwei Fristen aus der Folge. Sozialversicherungsbeiträge sind am
drittletzten Bankarbeitstag des Monats fällig, in dem gearbeitet
wird, nach Paragraf 23 Absatz 1 SGB IV. Die Lohnsteuer folgt bei
monatlicher Anmeldung bis zum zehnten des Folgemonats, nach
Paragraf 41a Absatz 1 EStG. Rechtsstand August 2026.
Ich bin kein Steuerberater und kein Bankberater. Alle Zahlen
sollen die Mechanik zeigen. Für deine eigene Situation ersetzt
diese Folge kein Gespräch mit Steuerberater und Bank.
Wenn du gerade selbst überlegst, wie du den Überblick über deine
Zahlungsflüsse bekommst: schreib mir, wo du stehst.
#Handwerk #Liquidität #Betriebsübernahme #Mittelstand
#Unternehmerkompass
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