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Wie erkennt man Schmerzen bei einem Tier, das nicht sagen kann,
wo und wie stark es wehtut? Warum werden gerade chronische
Schmerzen bei Katzen noch immer häufig übersehen? Und weshalb
bedeutet moderne Schmerztherapie weit mehr als die Gabe eines
Analgetikums? In dieser Folge des VET REKORDER
spricht Sascha Schiffbauer mit Dr. Julia
Tünsmeier von der Klinik für Kleintiere der Stiftung
Tierärztliche Hochschule Hannover über moderne Schmerzmedizin bei
Hund und Katze.

Im Mittelpunkt steht eine zentrale Frage: Wie können
Tierärzt:innen, TFAs und Tierhaltende Schmerzen früher erkennen
und die Lebensqualität betroffener Tiere nachhaltig verbessern?
Dr. Julia Tünsmeier erklärt, warum insbesondere chronischer
Schmerz häufig über Verhaltensänderungen sichtbar wird. Eine
Katze, die nicht mehr auf die Fensterbank springt, sich weniger
putzt oder zurückzieht, ist möglicherweise nicht einfach „alt“.
Auch veränderte Aktivität, Aggression, Unsauberkeit oder eine
geringere Bereitschaft, sich anfassen zu lassen, können Hinweise
auf Schmerzen sein. Ein wichtiges Thema der Folge ist deshalb das
Painscoring. Standardisierte Scoring-Systeme können helfen, die
Schmerzbeurteilung objektiver zu machen, Veränderungen zu
dokumentieren und definierte Interventionsgrenzen festzulegen.
Dabei braucht es unterschiedliche Instrumente für akute und
chronische Schmerzen sowie für Hund und Katze. Außerdem sprechen
Sascha und Julia über Osteoarthrose und die Frage, weshalb
insbesondere Katzen noch immer unterdiagnostiziert und
untertherapiert sind. Auch der häufig gehörte Satz „Der ist eben
alt“ kommt auf den Prüfstand: Altersbedingte Verhaltensänderungen
können in Wirklichkeit Ausdruck chronischer Schmerzen sein.

Moderne Schmerztherapie ist dabei multimodal. Je nach Patient
können Gewichtsmanagement, angepasstes Belastungsmanagement,
Physiotherapie und Muskelaufbau mit medikamentösen, chirurgischen
oder interventionellen Verfahren kombiniert werden. Neben
etablierten Analgetika stehen heute zudem neue und spezifischere
Therapieoptionen zur Verfügung.

Ein besonders wichtiger Gedanke aus dem Gespräch: Nicht nur
Medikamente können Nebenwirkungen haben, auch unbehandelter
chronischer Schmerz bleibt nicht ohne Folgen.

Weitere Themen dieser Folge:

• akuter versus chronischer Schmerz

 • Schmerzerkennung über Verhalten

 • Besonderheiten der Katze

 • Painscoring in Klinik und Praxis

 • Osteoarthrose bei Hund und Katze

 • Prävention und frühzeitige Aufklärung

 • multimodale Schmerztherapie

 • medikamentöse und nichtmedikamentöse
Therapieoptionen

 • Nutzen und Risiken einer Langzeittherapie

 • Lebensqualität als Therapieziel

 • die wichtige Rolle der TFAs im Schmerzmanagement

 • Zusammenarbeit mit Tierhalter:innen

 • Initiative tiermedizinische Schmerztherapie (ITIS)

 • Fortbildung und Guidelines zur Schmerzmedizin

Vorstellung von Dr. Julia Tünsmeier auf der Seite der Stiftung
Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo):
https://www.tiho-hannover.de/kliniken-institute/kliniken/klinik-fuer-kleintiere/team/anaesthesie-und-analgesie/dr-med-vet-julia-tuensmeier 

Zusammenfassung dieser Folge in der KATZENMEDIZIN #30 und
parallel auf dem Fachportal JUST4VETS:
https://just4vets.online/gefluester/schmerzen-hund-katze-erkennen-vet-rekorder

Vorstellung der Initiative tiermedizinische Schmerztherapie
(ITIS) im Artikel „Empfehlungen für die Schmerztherapie bei Hund,
Katze und Kleinsäugern“ auf dem Fachportal
VETLINE:
https://vetline.de/empfehlungen-fuer-die-schmerztherapie-bei-hund-katze-und-kleinsaeugern

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„Schmerzen!“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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