In dieser Folge reisen wir nach Grönland – nach Kalaallit Nunaat.
Dorthin, wo dänische Kolonialpolitik, Modernisierungsdruck und
medizinischer Paternalismus eine Geschichte hinterlassen haben,
über die jahrzehntelang kaum gesprochen wurde. Ab den 1960er-Jahren
wurden tausenden grönländischen Mädchen und Frauen Spiralen
eingesetzt. In vielen dokumentierten Fällen geschah das ohne
ausreichende Aufklärung, ohne wirksame Einwilligung, ohne Wissen
der Eltern oder gegen den Willen der Betroffenen. Viele waren
minderjährig. Manche erst zwölf, dreizehn oder vierzehn Jahre alt.
Lange blieb diese Geschichte verborgen: in Archiven, in Familien,
in Körpern und Erinnerungen. Erst als Betroffene wie Naja Lyberth
öffentlich sprachen und journalistische Recherchen die alten Akten
mit den persönlichen Schilderungen verbanden, wurde aus einzelnen
Erlebnissen ein nationaler Skandal. Diese Folge erzählt die
chronologische Geschichte hinter der sogenannten Spiralkampagne:
von der dänischen Kolonialherrschaft über die Modernisierung
Grönlands, die Experimentkinder von 1951, die Bevölkerungspolitik
der 1960er-Jahre, die Berichte der Betroffenen, die DR-Recherche
von 2022, die unabhängige Untersuchung, die Entschuldigung
Dänemarks im Jahr 2025 und die spätere Entschädigungsregelung. Es
ist eine Folge über Macht, Medizin, koloniales Denken und die
Frage, was passiert, wenn Menschen nicht mehr als einzelne Personen
mit Rechten gesehen werden, sondern als Zahlen in einer
Planungstabelle. INHALTSWARNUNG In dieser Folge geht es um
koloniales Unrecht, medizinische Eingriffe an Minderjährigen ohne
wirksame Einwilligung, fehlende Aufklärung, körperliche und
seelische Verletzungen, Schwangerschaftsabbrüche, ungewollte
Kinderlosigkeit und die langfristigen Folgen institutioneller
Gewalt. Bitte passt gut auf euch auf und entscheidet selbst, ob ihr
diese Folge heute hören möchtet. HINWEIS ZUR EINORDNUNG Alle Fakten
dieser Folge beruhen auf offiziellen Untersuchungen, historischen
Dokumenten, journalistischen Recherchen und Aussagen von
Betroffenen. Persönliche Erinnerungen und Schilderungen einzelner
Menschen werden in der Folge ausdrücklich als solche eingeordnet.
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