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Der Fall Lindsay Clancy berührt für mich etwas, das weit über
diese eine Frau und diese eine Tat hinausgeht:
eine kollektive Urwunde der Frau. Es geht
um Mutterschaft, Trauma, Überforderung, Scham, das
Funktionierenmüssen und um die Frage, wie oft Frauen erst dann
wirklich gesehen werden, wenn sie längst an ihrer Grenze
angekommen sind. Lindsay Clancy ist in dieser Folge der
Ausgangspunkt für eine viel größere Frage: Wer sieht
eigentlich die Frau als ganzen Menschen und welche Hilfe braucht
sie wirklich, bevor alles zerbricht?

Lindsay Clancy war Krankenschwester und Mutter von drei kleinen
Kindern. 2023 tötete sie ihre Kinder und versuchte anschließend,
sich selbst das Leben zu nehmen. Während aktuell in Massachusetts
über ihre strafrechtliche Verantwortung verhandelt wird,
interessiert mich vor allem die Geschichte davor: ihre psychische
Krise, ihre Suche nach Hilfe, Medikamente, Schlafmangel,
intrusive Gedanken und die enorme Verantwortung, die mit
Mutterschaft verbunden sein kann.

Ich verbinde diesen Fall mit meiner eigenen Arbeit rund
um Trauma, Ahnenheilung, familiäre Muster und
ganzheitliche Begleitung. Wir schauen darauf, was
Schwangerschaft und Mutterschaft in einer Frau aktivieren können,
welche alten Vorstellungen von Aufopferung und Funktionieren wir
möglicherweise noch immer weitertragen und warum Medizin,
Psychologie, Traumaarbeit und ganzheitliche Ansätze viel stärker
zusammengedacht werden sollten.

Diese Folge ist keine klassische True-Crime
Folge. Sie ist eine Einladung, hinter die Tat zu
schauen und eine unbequemere Frage zu stellen: Was müssen wir
verändern, damit eine Frau nicht erst dann gesehen wird, wenn es
längst zu spät ist?

Teil 1 – der Prozess ist zum Zeitpunkt dieser Folge noch
nicht abgeschlossen.

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