Ruhepol – Die vielen Gesichter der Gelassenheit | Teil 1 Warum
fällt es uns manchmal so schwer, gelassen zu bleiben – selbst dann,
wenn eigentlich gar nichts Bedrohliches passiert? Zum Auftakt
unserer sechsteiligen Reihe „Die vielen Gesichter der Gelassenheit“
beginnt eine Reise durch Philosophie, Psychologie und
jahrhundertealte Vorstellungen von innerer Ruhe. Wir leben in einer
Welt permanenter Erreichbarkeit. Nachrichten, Termine, Erwartungen
und soziale Medien konkurrieren ständig um unsere Aufmerksamkeit.
Während unser Körper vielleicht längst zur Ruhe gekommen ist,
beschäftigt sich unser Kopf noch mit dem Gespräch von gestern, der
Entscheidung von morgen oder einer Zukunft, die noch gar nicht
stattgefunden hat. Doch ist Gelassenheit tatsächlich eine Frage der
Persönlichkeit – oder können wir lernen, anders mit unseren
Gedanken, Sorgen und dem Wunsch nach Kontrolle umzugehen? In dieser
Folge begegnen wir Meister Eckhart, einem der bedeutendsten
Mystiker des Mittelalters. Für ihn war Gelassenheit eng mit dem
Loslassen verbunden: nicht im Sinne von Aufgeben oder
Gleichgültigkeit, sondern als innere Freiheit von dem Anspruch,
alles kontrollieren zu müssen. In dieser Folge geht es um: warum
unser Gehirn so aufmerksam auf mögliche Gefahren reagiert
Gedankenkarussell, Sorgen und die Suche nach Sicherheit unseren
Wunsch, Menschen, Situationen und die Zukunft kontrollieren zu
können Meister Eckhart und die ursprüngliche Idee der Gelassenheit
Loslassen, ohne gleichgültig zu werden warum unser Kopf aus wenigen
Informationen ganze Geschichten entstehen lässt die
Herausforderung, Unsicherheit auszuhalten die Frage, ob
Gelassenheit tatsächlich erlernbar ist Vielleicht beginnt
Gelassenheit nicht erst dann, wenn im Außen endlich alles ruhig
geworden ist. Vielleicht beginnt sie viel früher: in dem Moment, in
dem wir erkennen, dass wir nicht alles wissen, vorhersehen und
kontrollieren können – und trotzdem darauf vertrauen dürfen, mit
dem umzugehen, was kommt. Am Ende führt uns diese Frage mehr als
zweitausend Jahre zurück in die Antike – zu den Stoikern und zu
einer ihrer wichtigsten Erkenntnisse: Was liegt wirklich in unserer
Hand – und was nicht? ️ Fortsetzung in Teil 2. Bis zur nächsten
Folge von Ruhepol Eure Ines
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