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  4. Das Kind hinter der Scheibe
An der Geburtsstation der Charité hing im Oktober 1982 ein
Schild. „An alle Muttis!“, stand darauf. „Wir zeigen Ihnen
täglich 2x Ihre Kinder.“ Von 10.45 bis 11.00 Uhr. Und von 16.30
bis 16.45 Uhr.

Zwei mal fünfzehn Minuten am Tag. Das Schild gibt es noch. Es
liegt in der Charité.

Angefangen hat diese Folge in einem Reading. Danach habe ich
wochenlang recherchiert — und gefunden, dass Neugeborene im
ganzen 20. Jahrhundert nach der Geburt ins Säuglingszimmer kamen
und zu festen Zeiten zu ihren Müttern gefahren wurden. In der
Sowjetunion, in der DDR — und genauso in Westdeutschland, in
England, in den USA.

Ich erzähle, wie das konkret aussah. Warum niemand es infrage
stellte. Und was es für einen wenige Stunden alten Menschen
bedeutet, stundenlang allein zu liegen.

Und dann drehe ich die Richtung um. Denn es gibt einen Befund,
der viel weniger bekannt ist als alle Schreckenszahlen — und der
viel wichtiger ist: was Nähe tatsächlich bewirkt. Nicht einmalig
in den ersten Stunden. Jedes Mal neu.

Eine Folge für alle, die zwischen den Sechzigern und den
Neunzigern geboren wurden. Und für die Frauen, die damals geboren
haben.

Quellen:

Das Schild der Charité, Oktober 1982: Berliner Zeitung,
06.03.2017 —
berliner-zeitung.de/article/charite-berlin-gebaeren-im-geburtsraum-statt-im-kreisssaal-43928

Die Kinderschwester aus dem Erzgebirge: Interview von Anke
Kirsten mit Christina Meyer, 27.11.2018 —
wer-ist-eigentlich-dran-mit-katzenklo.de/entbindung-ddr

Katja Koppe

Artist & Mind Mentor

http://instagram.com/mumpart
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„Das Kind hinter der Scheibe“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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