Was passiert, wenn die AfD in Sachsen-Anhalt tatsächlich an die
Macht kommt – und was kann der Rest Deutschlands daraus lernen? Am
letzten Tag seiner Reise trifft Thilo Mischke Alexander Prinz,
bekannt als „Der Dunkle Parabelritter“. Er lebt in Sachsen-Anhalt,
beschäftigt sich seit Jahren mit ostdeutscher Identität und
politischer Radikalisierung und beobachtet den Aufstieg der AfD aus
nächster Nähe. Die beiden sprechen über ein Bundesland, auf das
kurz vor der Landtagswahl plötzlich wieder ganz Deutschland schaut.
Warum ist die AfD gerade im ländlichen Raum so stark? Welche Rolle
spielen wirtschaftlicher Strukturwandel, die Erfahrungen der
Nachwendezeit und das Gefühl fehlender Perspektiven? Und warum
wollen gleichzeitig so viele Menschen auf keinen Fall ihre Heimat
verlassen? Alexander befürchtet, Sachsen-Anhalt könnte zum
„Experimentierlabor“ für die AfD werden: ein Ort, an dem sich
erstmals zeigen könnte, was passiert, wenn die Partei tatsächlich
politische Verantwortung übernimmt. Was würde das für Bildung,
Medien und Pressefreiheit bedeuten? Und wäre ein solches Experiment
eine Warnung für den Rest Deutschlands – oder der Beginn einer
Entwicklung, die sich anschließend kaum noch aufhalten lässt? Doch
es geht auch um die Verantwortung von Medien. Haben Journalistinnen
und Journalisten zu einem Bild vom Osten beigetragen, das
Sachsen-Anhalt auf AfD, Rechtsextremismus und Frust reduziert?
Alexander beschreibt, wie sich seine eigene ostdeutsche Identität
erst ab 2015 stärker entwickelt hat – auch als Reaktion auf die
Berichterstattung über Pegida und „den Osten“. Und immer wieder
kommen die beiden auf eine Frage zurück: Wie erreicht man Menschen,
die sich von Politik und Medien längst verabschiedet haben?
Alexander plädiert dafür, AfD-Wähler nicht zu Feinden zu erklären,
sondern verstehen zu wollen, woher ihre Wut und Enttäuschung kommen
– ohne deshalb ihre politischen Positionen zu übernehmen. Ein
Gespräch über AfD und Landtagswahl, Heimat und Nachwendezeit, die
Fehler der Medien und darüber, warum Zuhören nicht dasselbe ist wie
Zustimmen. Und über die Hoffnung, dass Sachsen-Anhalt nicht nur als
politisches Warnsignal gesehen wird, sondern auch als eine Heimat,
auf die Menschen stolz sein können.
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