Sechs Punkte aus zwei Spielen, Tabellenplatz zwei – und Dennis
ist trotzdem kurz davor, eine Initiativbewerbung bei Hertha
einzureichen.
Willkommen bei Biene Ritter Bär, wo Erfolg offenbar auch nur eine
besonders raffinierte Form der Krise ist. Henry und Sabrina
fehlen noch einmal, also übernehmen Mü, Mandy und Dennis die
Schöneicher Selbsthilfegruppe zwischen Transferfrust,
Saisonvorfreude und Trikot-Geschmacksverirrungen.
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Bei Hertha BSC könnte sportlich gerade kaum mehr gehen: 4:1 gegen
Heidenheim, sechs Punkte aus zwei Spielen und der beste
Saisonstart seit 2018. Dennis hat sogar eine „perfekte erste
Halbzeit“ gesehen – Worte, deren Verwendung im Zusammenhang mit
Hertha wir sicherheitshalber dokumentieren. Doch während auf dem
Platz plötzlich Mannschaft, Matchplan und Standards
funktionieren, wird der Kader immer kleiner. Deyovaisio Zeefuik
ist gesperrt, Marten Winkler geht nach seinem vielleicht besten
Hertha-Spiel für rund vier Millionen – und von Neuzugängen
weiterhin kaum eine Spur. Dennis fragt sich deshalb zunehmend,
was eigentlich vier hauptamtlich mit Transfers beschäftigte
Menschen den ganzen Tag machen. Counter-Strike schließt er
zumindest nicht völlig aus.
Dazu diskutieren wir über Zeefuiks rote Karte, Herthas
erstaunlichen Teamgeist, den „Berliner Weg“ aus der Not heraus
und die Frage, wie lange ein sehr junger und sehr dünner Kader
diese Intensität durchhalten kann. Denn am Wochenende wartet im
DFB-Pokal ausgerechnet Saarbrücken – während Dennis aus
familiären Gründen Roland Kaiser den Vorzug geben muss. Man kann
im Leben eben nicht überall auswärts fahren.
Bei Union Berlin hat Mandy bei 36 Grad die Saisoneröffnung gegen
Ipswich Town überlebt – das Ergebnis mit 2:4 allerdings nur
bedingt. Die neue Spielidee von Mauro Lustrinelli ist erkennbar,
die Defensive derzeit leider ebenfalls. Oder, wie es nach dem
Spiel fachanalytisch hieß: Trainer aus der Schweiz, Abwehr wie
Schweizer Käse. Wir sprechen über die Torwartfrage, vier
Gegentore, den weiterhin dünnen Transfermarkt und Henrys aus dem
Urlaub übermittelte Sorge, dass dieser Kader für die Bundesliga
deutlich zu schwach sein könnte. Mandy bleibt optimistischer –
schließlich muss irgendjemand im Podcast die Hoffnung verwalten.
Immerhin läuft es bei den Union-Frauen hervorragend: 3:1 bei PSG
passt deutlich besser zu Henrys Saisonprognose. Und auch abseits
des Rasens gibt es Neuigkeiten aus der Alten Försterei: Bier
sechs Euro, Brezel 4,50 Euro. Inflation kann offenbar auch
Viererkette.
Beim BVB herrscht dagegen ein gänzlich anderes Transferproblem:
Wohin eigentlich mit dem ganzen Geld? Der Deal mit Said El Mala
ist geplatzt, also greift Dortmund kurzerhand zu Plan B und C.
Giannis Konstantelias kommt von PAOK Saloniki, Joey Veerman steht
nach bestandenem Medizincheck ebenfalls vor dem Wechsel und mit
Héctor Fort aus Barcelona könnte noch ein Rechtsverteidiger
folgen. Mü freut sich besonders auf Konstantelias gemeinsam mit
Konstantinos Karetsas – die frisch gegründete „Dortmunder
Gyros-Zange“. Dennis dürfte derweil eine verlorene Essenswette
einlösen müssen. Ein griechischer Abend bietet sich aus Gründen
an.
Außerdem geht es um den bemerkenswerten Widerstand der
PAOK-Ultras gegen den Konstantelias-Wechsel, Dortmunds 2:2 bei
der Saisoneröffnung gegen die AS Rom, vielversprechende
Nachwuchsspieler und Müs erstaunlich ausgeprägte Vorfreude auf
die neue Saison. Am Wochenende folgt mit dem
Franz-Beckenbauer-Supercup gegen Bayern gleich die erste echte
Standortbestimmung.
Und weil eine Bundesliga-Saison selbstverständlich nicht seriös
beginnen kann, ohne dass wir vorher Dinge behaupten, die Henry
uns irgendwann als Einspieler um die Ohren hauen kann, gibt es
noch die ersten Prognosen: Bayern wird Meister, Dortmund wird von
mehreren Beteiligten weit oben erwartet, Dennis sieht Mainz als
mögliche positive Überraschung – Mü ausgerechnet Mainz als
Kandidaten für eine negative. Unten werden unter anderem
Elversberg, Paderborn, Köln und möglicherweise auch Union
verortet. Wir speichern das alles selbstverständlich für spätere
Schadenfreude.
Zum Schluss wird es modisch: Wir ranken die neuen Trikots von
Hertha, Union und Dortmund. Herthas Ausweichtrikot ist je nach
Betrachtungsweise Schlafanzug oder Zahnpasta, Unions Sand-Design
erfreut überraschend viele Kinder und Dennis, und beim BVB gehen
die Meinungen zwischen klassischem Gelb, schwarzem Auswärtstrikot
und lila Experiment auseinander. Drei Vereine, neun Trikots,
praktisch keine Einigkeit – also endlich wieder ein Thema, bei
dem wir echte Expertise besitzen.
Das Team: Henry Spietweh ist Autor und Podcaster aus Berlin,
Unioner seit den 90ern. Anderes Projekt: Podcast
„Lieblingsspießer“
Mü ist Keeper von SPM Schöneiche in der Union-Liga, Dortmunder
seit Chapuisat und Riedle, Hörer und jetzt auch Mitmacher, der
Dennis anliefern muss.
Dennis ist der Herthaner bei „Biene Ritter Bär“, Allesfahrer,
Allesgucker, Spielverlaufvon1997auswendigwisser und unser
Sprachrohr fürs Blau-Weiße. Vlog:
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Mandy ist Unionerin, Handwerksmeisterin,
Schöneichesportplatzdauergast, Fußballmama und ewige
Waldseitensteherin.
Partnerband 9mm Headshot:
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