Thilo Mischke trifft den Comedian **Hendrik Brehmer**, der aus
Sachsen-Anhalt stammt und heute in Berlin lebt. Beim Minigolf
sprechen die beiden darüber, warum die AfD gerade im Osten so
erfolgreich ist, wie rechte Positionen gesellschaftlich normaler
werden und warum die üblichen Erklärungen über „den Osten“ oft zu
kurz greifen. Dabei wird das Gespräch schnell persönlich: Brehmer
erzählt von seiner Kindheit in Halberstadt, von Mobbing, seiner
Familie und davon, dass auch in seinem eigenen Umfeld Menschen AfD
wählen. Es geht um die Frage, wie man mit Menschen redet, die man
liebt, deren politische Ansichten man aber fundamental ablehnt –
und was passiert, wenn man nach Jahren des Streitens irgendwann
einfach keine Kraft mehr für dieselben Diskussionen hat. Im Zentrum
steht schließlich die Rolle von Humor. Was bringen Witze gegen
rechts, wenn darüber vor allem Menschen lachen, die ohnehin
derselben Meinung sind? Verstärken politische Jokes auf Social
Media womöglich sogar die Polarisierung? Und wie macht man Comedy
über Menschen mit rechten Ansichten, ohne ihre Positionen zu
verharmlosen – aber auch ohne sie nur als Karikaturen darzustellen?
Brehmer beschreibt Humor als Möglichkeit, Schmerz, Widersprüche und
die eigene Sozialisation zu verarbeiten. Gleichzeitig stellt er
infrage, ob klassische „Jokes gegen rechts“ überhaupt Menschen
außerhalb der eigenen politischen Bubble erreichen. Aus dem
Gespräch entsteht deshalb eine Idee: Comedy dort auszuprobieren, wo
AfD-Wähler tatsächlich im Publikum sitzen. Nicht um ihnen zu
erklären, dass sie falsch liegen, sondern um über gemeinsames
Lachen vielleicht wieder einen Raum für Zuhören und Selbstreflexion
zu schaffen. Ein Gespräch über Sachsen-Anhalt, ostdeutsche
Erfahrungen, Familie, politische Bubbles und die Frage: **Können
wir Menschen wieder erreichen, bevor wir versuchen, sie zu
überzeugen?**
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