Beschreibung
vor 13 Stunden
Krieg, Flucht, Migration, Heimat, Verleugnung, das sind die
Schlagwörter unseres heutigen Podcasts. Wir folgen den Spuren von
Carl Zuckmayer in seinem Jahrhundertroman: „Als wär es ein Stück
von mir“. Zuckmayer spannt einen weiten Bogen vom Ende des 19.
Jahrhunderts über die beiden großen Kriege hinweg und führt den
Roman schließlich bis ins Jahr 1966, wo er im schweizerischen
Saas-Fee seinen Abschluss findet.
Offen schreibt er über seine Kriegseuphorie im Alter von 18
Jahren und auch über die danach eingetretene Ernüchterung. Es
folgen die 1920er-Jahre in Berlin, wo er als gefeierter und
angesehener Bühnenschriftsteller große Erfolge errang. Er
schildert ein paradiesisches Leben auf dem Land in Österreich
nahe von Salzburg. Dann kommt der Verlust der Heimat, die es nie
mehr in dieser Form geben wird. Im Text suchen wir nach Spuren
der Traumatisierung und finden sehr viel Resilienz. Es schleichen
sich aber vermutlich Verleugnung und Verdrängung ein. So habe ich
den von mir (BR) mehrmals gelesenen Roman erst jetzt 2026
nachträglich zu verstehen begonnen...und jetzt endlich auch das
Trauma gefunden: „eine Kugel kam geflogen. Gilts mir oder gilt es
Dir? Ihn hat es weggerissen, er liegt mir vor den Füßen, als
wär`s ein Stück von mir“.
Und wir erkennen, wie unglaublich aktuell dieser exakt 60 Jahre
alte Roman ist und was uns eben gerade ältere Generationen in
ihren Geschichten und Narrativen zu erzählen haben! Warum lassen
sich die Wiederholungen nicht verhindern?
Website IPPK: https://ippk.de/
Behörde für Inneres – Der Podcast zur Praxis der Psychoanalyse
Staffel 3
Sprecher:innen: Lena Barth & Barbara Rüttner Götzmann
Producer: Jackson Gatlin Crawford
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