6. Die Krise der liberalen Demokratie: Martha Nussbaum

6. Die Krise der liberalen Demokratie: Martha Nussbaum

vor 9 Monaten
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Beschreibung

vor 9 Monaten

In dieser sechsten Episode der Reihe „Die Krise der liberalen
Demokratie“ wird die amerikanische Philosophin Martha Nussbaum
(geb. 1947) vorgestellt. Sie ist bekannt für ihren
Fähigkeitsansatz (Capabilities Approach), den sie mit Amartya Sen
entwickelte. Dieser stellt die Frage, welche realen Möglichkeiten
Menschen haben müssen, um ein erfülltesLeben zu führen – ein
Konzept, das über den klassischen Liberalismus hinausgeht, indem
es soziale und wirtschaftliche Voraussetzungen stärker betont.


Ihr Denken ist besonders relevant für die aktuelle Krise
liberaler Demokratien. Sie kritisiert, dass diese oft nur
Freiheitsrechte betonen, ohne die materiellen Grundlagen zu
sichern, die nötig sind, um diese Rechte tatsächlich
wahrzunehmen. Dies wirft die Frage auf, ob liberaleDemokratien in
ihrer internationalen Politik zu einseitig agiert haben.


Darüber hinaus analysiert Nussbaum die Rolle politischer
Emotionen. In The Monarchy of Fear (2018) zeigt sie,
wie Angst gesellschaftliche Spaltung fördert und von Populisten
genutzt wird. Dem setzt sie Hoffnung als konstruktive Gegenkraft
entgegen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist ihr Konzeptdes
Kosmopolitismus: Sie plädiert für eine Verbindung zwischen
lokaler Identität und universellen Gerechtigkeitsprinzipien, um
Globalisierung neu zudenken.


Zusammenfassend zeigt Nussbaum Wege auf, wieGerechtigkeit
umfassender verstanden, demokratische Gesellschaften
widerstandsfähiger gemacht und globale Verantwortung neu
definiert werden können. Doch bleibt die Frage: Reichen ihre
Ideen aus, um die Krise liberaler Demokratien zu überwinden?
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