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Beschreibung
vor 9 Monaten
In der vierten Episode der Reihe „Die Krise der liberalen
Demokratie“ betrachten wir Eric Voegelin (1901–1985)und seine
1938 erschienene Schrift „Die politischen Religionen“.
Voegelin analysierte, wie der moderne Staat und politische
Ideologien religiöse Züge annehmen können, indem sie
Heilsversprechen bieten und als höchste Instanz Sinn stiften.
Totalitäre Systeme wie Bolschewismus und Nationalsozialismus
interpretierte er als „politische Religionen“, die den Staat zur
Ersatzreligion erheben.
Er erklärte diese Entwicklung mit der menschlichen Sehnsucht nach
Transzendenz und Ordnung: Mit dem Rückzug traditioneller
Religionen suchten Menschen zunehmend im Staat Orientierung.
Voegelin warnte, dass solche Tendenzen nicht nur Demokratien
gefährden, sondern auch individuelle Freiheit und kritisches
Denken einschränken.
Für ihn war die Krise der liberalen Demokratie auch eine
Glaubenskrise – und er betonte, dass Pluralität und Offenheit
entscheidend für das Überleben einer liberalen Ordnung sind.
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