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Beschreibung
vor 6 Monaten
Der Beitrag analysiert ein Streitgespräch des Institute of Art
and Ideas unter der Leitung von Barry C. Smith, in dem Catherine
Liu, Rowan Williams und Josh Cohen der Frage nachgehen, wie
liberale Gesellschaften selbst den Boden für den gegenwärtigen
Populismus bereitet haben. Im Zentrum steht eine Selbstkritik des
Liberalismus: Der Aufstieg von Figuren wie Donald Trump wird
nicht als moralischer Verfall „von unten“, sondern als Folge
langfristiger liberaler Fehlentwicklungen gedeutet. Diskutiert
werden die Entkopplung von Moral und sozialer Realität, die
Verwandlung von Politik in performative Selbstdarstellung, die
Abkehr liberaler Eliten von der Arbeiterklasse sowie die Rolle
von Wut und Kränkung als politische Affekte. Populistische
Grenzüberschreitungen erscheinen dabei als Reaktion auf entleerte
Institutionen und nicht eingelöste Versprechen liberaler
Demokratien. Abschließend wird diese Diagnose auf Europa und
Deutschland übertragen, wo moralisch aufgeladene Diskurse
zunehmend soziale Repräsentation ersetzen und damit selbst
populistische Dynamiken begünstigen.
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