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Beschreibung
vor 6 Monaten
Unmittelbar nach der militärischen Intervention in Venezuela
leiten die Vereinigten Staaten einen demonstrativen Bruch mit der
multilateralen Nachkriegsordnung ein. Der Austritt aus Dutzenden
internationaler Organisationen, die Abwertung globaler
Institutionen als Bedrohung nationaler Souveränität sowie eine
offen machtpolitische Rhetorik markieren eine neue
außenpolitische Linie, die zunehmend als Donroe-Doktrin
beschrieben wird. Zusammen mit Drohungen gegen Kuba und
strategischen Ansprüchen im Fall Grönlands deutet sich eine
Rückkehr zu einer räumlich begrenzten, hierarchischen
Ordnungsvorstellung an. Der Kommentar ordnet diese Entwicklung
historisch ein, kontrastiert sie mit dem universalistischen
Völkerrechtsverständnis nach 1945 und analysiert die
Donroe-Doktrin als zeitgenössische Form des Großraumdenkens – mit
überraschenden Parallelen zu Carl Schmitts Theorie der
„völkerrechtlichen Großraumordnung“.
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