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Beschreibung
vor 3 Wochen
Der Rückzug der USA unter dem Leitmotiv „America First“ hat eine
neue Debatte ausgelöst: Muss bzw. sollte China künftig die
Verantwortung einer globalen Führungsmacht übernehmen? Patricia
Kim vertritt in Foreign Affairs die These, Peking wolle
weltweiten Einfluss gewinnen, ohne die politischen und
militärischen Lasten internationaler Ordnungspolitik zu tragen.
Der Kommentar widerspricht dieser Sichtweise. Er zeigt, dass
diese Kritik von einem westlichen Verständnis globaler
Verantwortung ausgeht, das historisch aus der europäischen
Kolonialgeschichte und der amerikanischen Weltordnung nach 1945
hervorgegangen ist. Chinas Außenpolitik folgt dagegen einer
anderen historischen Tradition. Wer von Peking dieselben
universellen Verpflichtungen erwartet wie von den Vereinigten
Staaten, misst chinesische Außenpolitik mit Maßstäben, die selbst
das Ergebnis einer spezifisch westlichen Entwicklung sind.
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