Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 1 Woche
Es gibt Gespräche, die kreisen um ein Thema.
Andere um eine Frage.
Und wieder andere um einen Unterschied, der vielleicht gar keiner
ist.
In dieser Folge von Gespräche aus dem Innersten spreche ich mit
dem österreichischen Psychotherapeuten Manuel Zeitler über
Focusing und personzentrierte Psychotherapie, über Carl Rogers
und Eugene Gendlin, über Beziehung und Experiencing und letztlich
über die Frage, wo Veränderung eigentlich entsteht.
Manuel arbeitet in der Gemeinschaftspraxis Erlebensraum in
Eisenstadt und gehört zum Organisationsteam der diesjährigen
Gendlin-Tagung der ÖGWG in Wien anlässlich des 100. Geburtstags
Eugene Gendlins. Ausgehend von seinem eigenen Weg von der
Flugtechnik über Physik und Philosophie hin zur humanistischen
Psychotherapie erzählt Manuel von einer Erfahrung, die für ihn
bis heute prägend geblieben ist:
„Aber das erste Mal, dass ich das Gefühl von ‚Ich bin ok‘ gehabt
habe und das war so: He!? Woher kommt das? Als der Schwerpunkt
von außen nach innen ging, das war sehr bewegend.“
Von dort aus entwickelt sich ein Gespräch über die Bedeutung von
Beziehung, über das Verhältnis von Therapie und Technik und über
die Frage, ob das menschliche Erleben zuerst in der Begegnung mit
anderen Menschen entsteht oder ob die Beziehung vielleicht selbst
schon Ausdruck eines tieferen Prozesses ist.
Manuel formuliert seine Position dabei sehr klar:
„Drum sag ich lieber ‚Experienzielles Arbeiten‘ und behaupte,
dass das Rogerianische Arbeiten prinzipiell ‚Experienzielles
Arbeiten‘ ist.“
Und an anderer Stelle:
"Gendlin steht auf den Schultern von Rogers und nicht umgekehrt.
Das des Ding immer ist, ‚Ich mit mir geht dann gut‘ wenn das ‚Ich
mit Dir‘ schon einmal gelungen ist.“
Von dort aus wird das Gespräch zunehmend diskursiv. Es geht um
die Frage, ob Beziehung und Experiencing überhaupt voneinander
getrennt werden können, um die Rolle von Kongruenz und Empathie,
um die Grenzen eines technisierten Verständnisses von Focusing
und Psychotherapie und schließlich auch um Spiritualität,
Esoterik und die Frage, worauf menschliches Erleben letztlich
verweist. Wir kreisen um diese Fragen, nähern uns an und stoßen
uns bisweilen auch wieder ab. Und doch haben wir eine gemeinsame
Blickrichtung, die Manuel wiefolgt beschreibt:
"Und das ist jetzt das, was mich interessiert, dass Beziehung
entsteht zwischen Menschen und das würde ich sagen, geht ohne
Experiencing gar nicht."
Vielleicht ist es deshalb kein Zufall, dass Manuel später im
Gespräch sagt:
„Bei Gendlin oder im Focusieren oder im experientiellen Zugang zu
mir selbst, hab ich auch das Gefühl: da entsteht etwas Größeres.“
Vielleicht liegt ja genau dort der eigentliche Suchpunkt dieses
Gesprächs? Nicht in der Entscheidung zwischen Rogers und Gendlin.
Nicht zwischen Beziehung und Experiencing. Sondern in der
gemeinsamen Suche nach einem Ort, an dem beides sich begegnet.
Weitere Infos:
https://www.focusing-zentrum.de/focusing-podcast/
https://erlebensraum.at
https://www.gendlin2026.at
Weitere Episoden
1 Stunde 37 Minuten
vor 3 Monaten
vor 5 Monaten
1 Stunde 29 Minuten
vor 6 Monaten
Kommentare (0)
Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.